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Blockupy Frankfurt
Demonstration und Protest - in Frankfurt wächst der Protest gegen das Sparen in der Euro-Krise.

22. November 2014

Blockupy Frankfurt: Demonstranten stürmen EZB-Gelände

 Von 
Blockupy-Aktivisten stürmen auf das Gelände der neuen EZB in Frankfurt und verunstalten die Fassade mit Farbe.  Foto: rtr

Nach einer Demonstration des linken Blockupy-Bündnisses klettern etwa 100 Aktivisten über den Zaun der Europäischen Zentralbank (EZB) im Frankfurter Ostend. Sie werfen Farbeier auf die Fassade des Neubaus. Die Polizei reagiert mit Pfefferspray.

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Im Anschluss an eine Demonstration des linken Blockupy-Bündnisses sind am Samstag etwa 100 Aktivisten über den Zaun der Europäischen Zentralbank geklettert und haben das gläserne Hauptportal der Notenbank über und über mit Farbeiern beworfen. Zuvor hatten einige Demonstranten eine Polizeikette durchbrochen und die vor der EZB aufgestellten Bauzäune niedergerissen. Die eingesetzten Polizisten versuchten, die Aktivisten zurückzudrängen, was ihnen aber nicht in allen Fällen gelang. Dabei kam es am Zaun zu Rangeleien, kurzzeitig drohte die Situation zu eskalieren.

Ein Sprecher der Polizei sagte der Frankfurter Rundschau, die Beamten seien von „gewalttätigen Demonstranten“ angegriffen, getreten und vereinzelt sogar mit Pfefferspray besprüht worden. Sie hätten daraufhin ebenfalls Pfefferspray eingesetzt. Ein Mann habe im Getümmel erfolglos versucht, einem Polizisten die Dienstwaffe zu entreißen. Insgesamt seien bei den Auseinandersetzungen neun Beamte leicht verletzt worden, viele hätten Prellungen erlitten. Zudem seien mehrere Polizeifahrzeuge beschädigt worden. Der Frankfurter Ermittlungsausschuss berichtete am Abend von etwa 20 durch Pfefferspray verletzten Demonstranten.

Die rund 100 Aktivisten, die vor das Hauptportal der EZB gelangt waren, hielten dort für einige Minuten Transparente in die Höhe, auf denen sie ankündigten, auch die offizielle Eröffnung des neuen Gebäudes am 18. März kommenden Jahres zu stören. Sie skandierten „Heute ist nicht alle Tage – Wir kommen wieder, keine Frage.“ Danach klettern sie nach und nach zurück auf die Sonnemannstraße. Die Ansammlung vor der EZB löste sich daraufhin nach und nach auf.

Im Anschluss an eine Demonstration des linken Blockupy-Bündnisse bewerfen einige Aktivisten den EZB-Neubau mit Farbbeuteln.  Foto: rtr

Zuvor war eine Demonstration des Blockupy-Bündnisses friedlich von der Paulskirche über die Hanauer Landstraße ins Ostend gezogen. Sie hatten Fahnen der Linkspartei, von Attac und anderen linken Gruppierungen geschwenkt. Die Polizei zählte insgesamt 2000 Teilnehmer, Blockupy selbst sprach von 3000.

Mehrere Vertreter des Bündnisses zeigten sich am Abend zufrieden mit dem Verlauf des Tages. „Die Demo war bunt und laut“, sagte Thomas Occupy, einer der Sprecher von Blockupy, der FR. Zu den Farbwürfen auf die EZB sagte er: „Solange die EZB Politik gegen die Menschen macht, solange wird Blockupy vorbeikommen und sie markieren.“ Auch Blockupy-Sprecher Roland Süß sprach davon, bei den Farbbeutelwürfen handele es sich um „symbolische Markierungen“. Die Aktionen seien in dem Bereich geblieben, „wie wir uns das vorstellen.“

Frankfurts Polizeipräsident Gerhard Bereswill sagte am Abend, die Eskalation am EZB-Zaun sei „alleine von Teilen des Bündnisses“ ausgegangen. „Die Frankfurter Polizei hat sich wie abgesprochen während des gesamten Aufzuges differenzierend und kommunikativ verhalten“. Dass neun Beamte verletzt worden seien, bedauere er sehr, sagte Bereswill.

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