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Blockupy Frankfurt
Demonstration und Protest - in Frankfurt wächst der Protest gegen das Sparen in der Euro-Krise.

16. Mai 2012

Blockupy-Proteste: Frankfurt im Ausnahmezustand

 Von Claus-Jürgen Göpfert, Georg Leppert und Fabian Scheuermann
Sperrgitter prägen am Dienstag bereits das Bild der Stadt.  Foto: A.Kraus

Wer dieser Tage durch Frankfurt spaziert, erlebt eine Stadt im selbstverordneten Belagerungszustand. Viele Geschäfte sind dicht, Veranstaltungen werden abgesagt. Die Stadt wappnet sich für Blockupy.

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Die Angst vor gewalttätigen „Blockupy“-Protesten lähmt das öffentliche Leben in Teilen Frankfurts bis zum Wochenende. Geschäftsleute wollen ihre Läden schließen, die Müllabfuhr in der City ist für Freitag abgesagt, Straßen in der Innenstadt werden gesperrt. Der Einzelhandel rechnet, so Heinz Schmitz vom „City Forum Pro Frankfurt“ mit Umsatzeinbußen: „Viele, die sonst gerade am Wochenende in die Stadt kommen, werden wegbleiben.“

Kaufhaus plant für Evakuierung

demonstrationen

Das Blockupy-Bündnis hatte von heute bis Samstag viele verschiedene Aktionen, Kundgebungen und Demonstrationen angemeldet. Nach der Entscheidung des Frankfurter Verwaltungsgerichts sind von diesen Veranstaltungen aktuell nur drei erlaubt.
Heute Mittag beginnt um 14 Uhr eine Protestkundgebung an der Taunusanlage, in der Nähe der Europäischen Zentralbank. Um 19 Uhr startet dann die Tanz-Demonstration „Rave against the system“.
Am Samstag, 19. Mai, beginnt ab 12 Uhr die große Blockupy-Demonstration am Baseler Platz. Gegen die Verbote aller anderen Kundgebungen sind derzeit noch Klagen anhängig. (han.)

An einem normalen Samstag sind bis zu 500000 Menschen in der Innenstadt unterwegs, diesmal werden es deutlich weniger sein. Alle beweglichen Gegenstände werden aus den Fußgängerzonen entfernt, die großen Kaufhäuser an der Zeil haben ihr Sicherheitspersonal erheblich verstärkt und treffen laut Schmitz Vorbereitungen für eine rasche Evakuierung, wenn nötig.

Der Vorsitzende des Einzelhandelsverbandes Frankfurt, Joachim Stoll, rief die Ladenbesitzer zu Besonnenheit auf: „Ruhe bewahren!“ Jeder müsse selbst entscheiden, ob er sein Geschäft schließe. Die städtischen Marktbetriebe teilten am Nachmittag mit, dass zwei Drittel der Händler ihre Teilnahme am Wochenmarkt in der Schillerstraße am Freitag abgesagt haben. Auch der große Erzeugermarkt am Samstag auf der Konstablerwache bröckelt.

Schauspiel offen

Der Spielbetrieb der Städtischen Bühnen wird nicht abgesagt. Der Geschäftsführende Intendant Bernd Fülle teilt am Abend mit, Zuschauer von Oper und Schauspiel müssten an Polizeiabsperrungen am Willy-Brandt-Platz Eintrittskarten vorzeigen. Kurz darauf erklärt die Commerzbank, dass ihr Hochhaus am Kaiserplatz und der „Gallileo“ im Bahnhofsviertel von Donnerstag bis Sonntag geschlossen werden. Die Polizei rechnet mit „starken Einschränkungen in der Innenstadt“, wie Einsatzleiter Harald Schneider am Dienstag erklärte.

Neue Mainzer Straße, Taunustor und Gallusanlage werden im Bereich der Europäischen Zentralbank gesperrt. Zu größeren Beeinträchtigungen wird es zwischen Mittwoch und Sonntag bei S- und U-Bahnen kommen. So bleiben die Haltestellen Taunusanlage sowie Willy-Brandt-Platz geschlossen. Die Bahnen verkehren nach Plan, halten nur nicht an den betroffenen Stationen. Am Hauptbahnhof wird nicht mit Behinderungen gerechnet. Den planmäßigen Verkehr sicherzustellen, so der Sprecher weiter, sei „Sache der Sicherheitsbehörden“.

Derweil hat OB Petra Roth (CDU) eine geplante Reise nach Asien abgesagt. „In dieser schwierigen Lage werde ich die Stadt nicht verlassen“, sagte Roth.

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