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Blockupy Frankfurt
Demonstration und Protest - in Frankfurt wächst der Protest gegen das Sparen in der Euro-Krise.

23. November 2014

Blockupy und die Polizei: Mit kühlem Kopf

 Von 
Die ersten Demonstranten klettern über die Absperrungen vor der EZB.  Foto: Rolf Oeser

Das Blockupy-Wochenende in Frankfurt zeigt: Die Polizei setzt auf eine kluge Einsatztaktik und hält sich zurück. Ein paar Farbbeutel sind leichter zu verkraften als die Verletzungen und die Wut, die der Kessel 2013 ausgelöst hat. Unser Leitartikel.

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Die Frankfurter Polizei hat Wort gehalten. Seit dem heiß diskutierten Kessel vor eineinhalb Jahren hieß es im Polizeipräsidium wieder und wieder: Wir ändern unsere Taktik. Wir wollen deeskalieren, mehr reden, weniger draufhauen. Und genauso ist es am Samstag geschehen. An der Demonstration selbst war die Polizei betont zurückhaltend, bei Konflikten wurde auf Verständigung gesetzt, bei einer im Aufzug gezündeten Leuchtfackel haben die Beamten verwarnt, aber einen kühlen Kopf bewahrt.

Die Ergebnisse dieses Wochenendes zeigen, wie klug diese neue Einsatztaktik war. Es war abzusehen, dass die radikaleren Blockupy-Aktivisten versuchen würden, vor die EZB zu gelangen und dort ihre Farbeier zu werfen. Und es ist richtig, dass die Polizei sie nicht unter Einsatz aller zur Verfügung stehenden Gewalt daran gehindert hat. Man muss solche Sachbeschädigungen mit Farbe keinesfalls gutheißen. Aber eines ist klar: Sie sind allemal leichter zu verkraften als die ganzen Verletzungen und die Wut, die der Kessel 2013 ausgelöst hat.

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Unter Beobachtern des Geschehens wird nun bereits spekuliert, ob die Polizei die Farbeiwerfer absichtlich gewähren ließ, um Argumente für eine weitläufige Absperrung bei der Eröffnung der EZB im kommenden März zu haben. Doch so oder so steht Frankfurt dann ein völlig anderes Szenario ins Haus: Es dürften mehr Protestierer kommen, Linke aus ganz Europa, darunter auch solche, die sich mit Farbeiern kaum begnügen werden. Und es wird ein Teil der europäischen Politprominenz anreisen.

Deshalb ist davon auszugehen, dass das Ostend im März weitläufig abgeriegelt wird. Und die Polizei wird gut beraten sein, auf jegliche Provokationen wieder mit kühlem Kopf zu reagieren.

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