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Blockupy Frankfurt
Demonstration und Protest - in Frankfurt wächst der Protest gegen das Sparen in der Euro-Krise.

18. März 2015

Blockupy-Ticker: Der Mittwoch im Rückblick

 Von  und 
Der Demonstrationszug durch die Innenstadt.  Foto: afp

+++ Die Nacht in Frankfurt bleibt weitestgehend ruhig +++ 26 Blockupy-Aktivisten werden festgenommen +++ Demonstration am Abend mit 17.000 bis 20.000 Teilnehmern weitgehend friedlich +++ Polizei veröffentlicht Video vom Angriff auf Revier +++ Demonstranten sollen Flüchtlingsheim attackiert haben +++ Blockupy distanziert sich von der Gewalt +++ 220 Verletzte auf beiden Seiten +++ Gewalt schwächt politisch berechtigen Protest +++

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Der aktuelle Stand nach den Protesten

- Bei den schweren Auseinandersetzungen zwischen Kapitalismuskritikern und der Polizei in Frankfurt werden mehr als 220 Menschen verletzt.
- Anlass für die Proteste der Blockupy-Bewegung ist die offizielle Eröffnung des Neubaus der Europäischen Zentralbank (EZB) im Frankfurter Ostend.
- Die EZB feiert in kleinem Kreis und verweigert dabei allen Frankfurter Zeitungen den Zugang.
- Der Protest gegen die europäische Geldpolitik ist richtig - Gründe dafür nennt FR-Leitartikler Stephan Hebel.
- Die Gewalt auf der Straße schwächt den politisch berechtigten Protest, sagt FR-Chefredakteurin Bascha Mika: Verbrannte Werte.
- Frankfurt muss sich heute aufmachen, die Schäden zu reparieren.

+++ Die Nacht bleibt weitgehend ruhig +++

Zu einigen Einsätzen kam es dennoch. In Bockenheim kommt es zu einer Brandstiftung an einem Pkw. Im Laufe des Abends und der Nacht werden im Innenstadtbereich und in Bockenheim vereinzelte Mülltonnenbrände und Sachbeschädigungen an Fensterscheiben gemeldet.

+++ Festnahme - Polizei: Angreifer von Bundespolizisten +++
1.56 Uhr: Mittlerweil ist die Zahl der festnahmen auf 26 angestiegen. Zu einem Mann äußert sich die Polizei: "Der Verdächtige zählt zu den Aktivisten von Blockupy.". Der Mann soll den Beamten der Bundespolizei körperlich angegriffen haben. Die Polizei hatte den Zusammenhang zu Blockupy auch in einem Twitter-Tweet signalisiert: "Eine männliche Person, die am #18m Beamte der Bundespolizei angegriffen haben soll, wurde soeben wiedererkannt und festgenommen. #blockupy". Es wurden Verfahren wegen Verstößen gegen das Versammlungsgesetz, Landfriedensbruch und Körperverletzung eingeleitet. Ein italienischer Staatsangehöriger, gegen den unter anderem wegen gefährlicher Körperverletzung nach Steinwurf zum Nachteil eines Polizisten ermittelt wird, wurde auf richterliche Anordnung wegen Fluchtgefahr in Haft genommen. Er soll heute einem Haftrichter vorgeführt werden. Alle anderen Personen wurden nach Durchführung der polizeilichen Maßnahmen wieder entlassen.

Mittwoch, 18. März

+++ Alle Polizisten aus dem Krankenhaus raus+++

23:20 Uhr: Alle Polizisten und Polizistinnen sind wieder aus dem Krankenhaus entlassen worden.

+++Sonderzug unterwegs+++

22:30 Uhr: Der Sonderzug ist befindet sich auf dem Rückweg.

+++Ausgelaugte Demonstranten+++

20:45 Uhr: Die S-Bahn nach Mainz ist voll mit müden linken Aktivisten, die sich am Frankfurter Hauptbahnhof noch schnell mit Essbarem versorgt haben. Sie sind teilweise seit 5 Uhr morgens auf den Beinen, regen sich über die Gewalt am Morgen auf und unterhalten sich während der Fahrt angeregt mit den Leuten, die sie im Laufe des Tages kennen gelernt haben. Da sind Studenten, Schüler, ältere Gewerkschafter mit und ohne Migrationshintergrund. Es ist eine wesentlich lebendigere Stimmung als sonst im Feierabendzug.

+++ Müde Demonstranten +++

20.15 Uhr: Ein paar Hundert Blockupy-Demonstranten erholen sich am Campus Bockenheim. Alles ist ruhig soweit. Am Café KOZ sind auch noch einige Hundert Leute. Auch hier ist alles ruhig. Alle sind müde.

+++ Stille ist nicht zu erwarten +++

19.45 Uhr: Eben hat eine Sprecherin vom Lautsprecherwagen angemerkt, in den Medien würde nur über die Militanz am heutigen Tag gesprochen. Nun, sie liest wohl FR online nicht. In jedem Fall hätten sie "jede Menge Spaß". Müssten jetzt aber langsam auch mal Schluss machen. Das wird dem Spaß keinen Abbruch tun. Stille ist trotzdem noch nicht zu erwarten. Auf dem Opernplatz gibt es mehrere Musikquellen. Und der Helikopter tut noch seines dazu.

 

+++ Jetzt beginnt die Party +++

19.30 Uhr: Ganz ist der Tag noch nicht vorbei. Es kommen immer noch Leute zur Alten Oper. Gerade kurvt ein Partywagen auf den Platz. Mit ultralautem Bassgedröhne. Junge Leute laufen tanzend hinter dem Wagen her. Einer fordert die Polizei auf, doch "mitzugrooven". Die Polizei weist die Demonstranten noch einmal darauf hin, wie sie zu ihren Bussen kommen. Was für ein Service. Immer wieder knallen Böller. Die Polizei fordert die Leute auf, keine Gegenstände zu schmeißen. Es ist aber alles noch im Rahmen.

+++ Opernplatz leert sich +++

19.10 Uhr: Der Opernplatz leert sich. Es ist dunkel geworden. Die Demo ist vorbei. Einige Demosntranten sind noch auf dem Platz. Überall ist noch Blaulicht zu sehen, vereinzelt sind Böller und Sirenen zu hören. Die Stimmung ist leicht angespannt. Unser Kollege vor Ort hat das Gefühl, dass die Nacht lang werden könnte.

+++ Polizei hat Lage im Griff +++

19 Uhr: Teilweise glichen Kundgebung und Demonstration einem Fest mit viel Folklore. Es waren extrem unterschiedliche Gruppen vor Ort, von Friedensbewegten über Parteienvertreter bis hin zu schwarzgekleideten jungen Leuten mit Kapuze und Sonnenbrille. Die Polizei hatte mit ihrem martialischen Aufgebot die Lage zu jeder Zeit im Griff. Selbst jetzt, nach Ende der Demonstration, hält sie sich vornehm zurück. So gesehen können die Veranstalter in der Tat von einer erfolgreichen Veranstaltung sprechen.

+++ Feuer brennt am Rand des Opernplatzes +++

18.56 Uhr: Auf der Oper findet noch eine Art Happening statt. HipHop dröhnt aus einem Lautsprecher. Es bleibt spannend, wie lange diese Böllerknallerei noch folgenlos ist. Die Hochstraße und die Goethestraße sind abgesperrt. Es riecht wie an Silvester. Am Rande des Opernplatzes brennt ein Feuer. Die Lage ist trotzdem ruhig. Die Abschlusskundgebung löst sich langsam auf.

+++ Böller werden am Opernplatz gezündet +++

18.50 Uhr: Auf dem Opernplatz werden jetzt Böller gezündet, die Polizei ist noch passiv. Aber die Stimmung ist angespannt. Ein Polizeihubschrauber kreist über dem Areal. Die Polizei twittert, dass ein Krankenwagen dringend auf die nördliche Seite des Opernplatzes gelangen müsse. Sie bittet die Demonstranten, Platz zu machen. Während die Demo-Leitung die Leute auffordert, friedlich abzuwandern und sich nicht provozieren zu lassen, knallt es hin und wieder ganz ordentlich. Doch auch die Polizei scheint sich nicht provozieren zu lassen. Nur keine Eskalation, ist wohl die Devise.

+++ Scheiben an Bank gehen zu Bruch +++

18.44 Uhr: Wie die Polizei über Twitter meldet, sollen bei einer Bankfiliale am Opernplatz die Scheiben mit Steinen eingeworfen worden sein.

+++ Demo-Leitung bedankt sich bei Teilnehmern +++

18.40 Uhr: "Genossinnen und Genossen, was für ein Tag". Die Demoleitung bedankt sich bei den zwischen 17.000 und 20.000 Teilnehmern. Die Demonstration ist damit offiziell beendet. Bisher sieht es so aus, als würde sich das Ganze friedlich auflösen. Die ersten Busse fahren bereits um 19 Uhr aus Frankfurt ab. Der Redner kündigt noch einmal an, so lange wiederzukommen, bis "die Banken mit ihrer Politik aufhören. Hiermit hören wir mit der Kundgebung auf. Hoch die internationalenSolidarität".

+++ Polizei formiert sich an der Alten Oper +++

18.25 Uhr: Am Rand des Platzes links von der Oper haben sich besonders viele Polizisten formiert. Der Grund: Demonstranten mit blauen Jacken singen "scheiße Polizei". Vermutlich handelt es sich um die italienische Gruppe, die am Vormittag bereits im Kessel in der Uhlandstraße waren. Der Lautsprecherwagen kämpft sich durch die Masse und fordert die Polizei auf, Platz zu machen. "Macht den Weg frei, ihr habt hier nix verloren". Die Abschlusskundgebung beginnt. Sie wird in Deutsch, Englisch und Italienisch gehalten. Man habe viele neue Freundschaften geschlossen, und "wenn demnächst wieder irgendein Scheiß eröffnet wird, dann kommen wir wieder." Jetzt läuft Ton Steine Scherben. Der Brunnen an der Oper ist in rotem Nebel getaucht.

+++ Steinwürfe in der Hochstraße +++

18.15 Uhr: Die Polizei berichtet über Twitter, dass Polizisten in der Hochstraße mit Steinen beworfen werden. Die Frankfurter Polizei zieht eine erste Zwischenbilanz: Bislang sollen über 90 Polizeibeamte zum Teil schwer verletzt worden sein. Ein Beamter sei durch Glasscherben an den Augen, ein weiterer Beamter durch einen Steinwurf am Kopf verletzt worden. Ein Polizist erlitt einen Bruch des Sprunggelenks ebenfalls nach einem Steinwurf.

+++ Bis zu 15.000 Menschen auf der Straße +++

18.10 Uhr: Nach Schätzungen der Polizei nehmen 17.000 Menschen an der Demonstration teil. Blockupy spricht von mehr als 20.000 Teilnehmern. Am lautesten sind im Demonstrationszug die Frauen: die radikalen Feministinnen. Die Stimmung an der Alten Oper ist gelöst. Scheint als wollten alle schnell in die Kneipe.

+++ Demo-Spitze erreicht Alte Oper +++

18 Uhr: Die Polizei meldet per Twitter: Die Demo-Spitze hat die Hochstraße erreicht. Inzwischen ist sie aber schon an die Alte Oper gelangt, dem Abschlusspunkt.

+++ Blockupy tanzt +++

17.49 Uhr: Ums Ganze liefert fette Bässe. Es wird getanzt. Gleich ist die Demo-Spitze am Eschenheimer Tor. Auch hier sind viele Polizisten und zwei Wasserwerfer. Die Anwohner der Hinterhöfe an der Bleichstraße werden sich nicht freuen. Was man trinkt, muss halt irgendwann wieder raus. "Brecht die Macht der Banken und Konzerne" - diese Parole war heute schon etwas öfter zu hören.

+++ Extrem langer Demonstrationszug +++

17.35 Uhr: Ein Kollege lässt den Demonstrationszug seit fast zwanzig Minuten an sich vorbeiziehen - und der Zug hat immer noch nicht das Ende erreicht. Es ist gänzlich unmöglich eine annähernd seriöse Schätzung zur Teilnehmerzahl abzugeben. Die Demo-Spitze ruft: "Gegen Staat und Kapital, Feminismus radikal" und "Siamo tutti antifascisti".

+++ Polizei gut aufgestellt +++

17.30 Uhr: Es scheint so als sei die Polizei gut aufgestellt. Sie begleitet die Demonstranten ohne Spalier. Räumpanzer und Wasserwerfer sind aber in der Nähe. Der blaue Wasserwerfer BY 2 tropft aus der Düse vor sich hin. Das ist ganz normal, erklärt ein Polizist. Jessica Purkhart, Stadtverordnete von den Grünen,  ist seit halb sechs auf den Beinen. Sie war heute morgen vor Ort im Ostend. Sichtlich geschockt erzählt sie, die Demonstranten hätten das Ostend regelrecht überrannt.  Die Polizei sei völlig überrumpelt worden.

+++ Stimmung sehr entspannt +++

17.25 Uhr: Am Rand der Demo steht immer mal wieder Polizei, insgesamt ist die Stimmung aber auf allen Seiten entspannt.Bchstäblich Tausende skandieren "Anticapitalista". Der Demonstrationszug ist gleich an der Konstablerwache. Dort wartet viel Polizei. Die Einsatzkräfte halten sich zurück. Die Polizei beweist zudem Humor. Über Twitter veröffentlicht sie ein Bild, das viele Vermummte zeigt. Der Kommentar: "Bei solchen Bildern braucht man keine Verpixelungssoftware."

+++ Polizei rügt Größe der Transparente +++

17.20 Uhr: Die Polizei rügt über Twitter das Tragen von großen Transparenten. Dieses sei laut Auflagenverfügung verboten. Der Versammlungsleiter Wilken sei aufgefordert worden, dafür zu sorgen, dass diese Verstöße eingestellt werden.

+++ Gemächlicher Demostart +++

17.10 Uhr: Bisher läuft alles eher gemächlich und etwas leise, zumindest an der Demospitze. Es gibt so viele Bezugsgruppen, dass man auch Fleischwurst schreien kann, und plötzlich stehen Leute nebem einem. Allein auf der Berliner Straße dürften 5000 Menschen unterwegs sein.

+++ Größte Demo seit langem in Frankfurt startet +++

17.03 Uhr: Es sind wirklich viele Tausend Menschen, die sich jetzt sammeln. Dies dürfte die größte Frankfurter Demo seit langem werden. Jetzt geht sie los. "Lasst uns diesen Tag würdig zu Ende bringen", heißt es vom Lautsprecher. "Er hat ja schon gut angefangen." Nicht nur die Polizei trägt übrigens Helm - auch Fotografen und Demonstranten.

+++ Aufbruchstimmung am Paulsplatz +++

16.50 Uhr: Aufbruchstimmung am Paulsplatz. "Wir sind die Schönheit des rebellischen Europa", sagt ein Redner.

+++ "EZB die wahren Randalierer" +++

16.48 Uhr: Klein sagt der Kampf gegen die Austerität und für ein stabiles Klima, seien ein und derselbe. An die EZB wendet sie sich mit markigen Worten: "Ihr seid die wahren Randalierer. Ihr verbrennt keine Autos, ihr verbrennt den ganzen Planeten.We will not let you do it!"

+++ Menschen sammeln sich für Demo +++

16.45 Uhr: Die Menschen auf dem Römerberg beginnen sich für die an die Kundgebung anschliießende Demonstration zu sammeln.

+++ Linksreaktionärer Mist +++

16.40 Uhr: "Ami go home", "Geld ist Sklaverei", Kraken-Symbolik... Auf Römer und Paulsplatz ist viel linksreaktionärer Mist zu sehen.

+++ Globalisierungskritikerin Naomi Klein spricht +++

16.35 Uhr: Jetzt spricht noch die kanadische Journalistin und Globalisierungskritikerin Naomi Klein: Sogenannte Experten hätten oft die falschen Antworten. Das Ersticken der Demokratie Europas sei auf den Straßen Frankfurts voller Tränengas spürbar geworden, sagt Klein. Die Politik der EZB und Austerität würden "Flammen des Neofaschismus" entfachen, sagt Klein. Die Politik der EZB würde den Planeten selbst destabilisieren, es drohe ein katastrophaler Klimawandel, so die Globalisierungsgegnerin. Seit Beginn der Krise habe Europa die Führungsrolle im Kampf gegen den Klimawandel aufgegeben. Die Privatisierung des Schienenverkehrs sei kompletter Wahnsinn, er müsste kostenlos werden, sagt Klein.

+++ "Intelligente Kompetenzgroßen der CDU" +++

16.30 Uhr: Priol spricht von den "intelligenten Kompetenzgroßen der CDU" in den Talk-Shows: sicheres Auftreten bei völliger Ahnungslosigkeit. "Volker Kauder, ein ganz sympathischer Mann". "Wir mögen es einfach. Alle Griechen sind faul, versaufen unsere Rente und sind sowieso verkappte Russen" - Priol zitiert frei die Bild.

+++ Kabarettist Urban Priol spricht +++

16.19 Uhr: Jetzt spricht der Kabarettist Urban Priol. Er wird nicht übersetzt: "Laugh when the Germans laugh", die Anweisung ans nicht deutschsprachige Publikum. Er spricht über die Diskussion um Yanis Varoufakis Stinkefinger, Schäubles Schwarzgeldkoffer und die "neue Achse des Bösen": Thüringen-Athen. Fast wird er vom Lärm der Polizei-Hubschrauber übertönt. Er spricht über den deutschen Diskurs nach dem Syriza-Wahlsieg. Seit fünf Jahren würde auf Kosten der Griechen verschleiert,  dass die Eurokrise eine Bankenkrise sei. Mit freundlicher Unterstützung der Springerpresse und des Spiegel, sagt Priol. Varoufakis sei auch noch ein Frauentyp: "Beim Kohl haben die Frauen nicht so verrückt gespielt." Und Junker habe aus Briefkästen ein ganzes Land geformt.

Menschen drängen sich bei der Blockupy-Kundgebung auf dem Römerberg.  Foto: Fredrik von Erichsen/dpa

+++ Alles friedlich am Hauptbahnhof +++

16.15 Uhr: Am Hauptbahnhof ist von Blockupy fast nichts zu spüren. Passanten, Betrieb und Hektik. Alles wie immer.

+++ Demonstranten sollen Flüchtlingsunterkunft angegriffen haben +++

16.10 Uhr: Das Kolpingwerk wirft Blockupy-Aktivisten vor, eine Unterkunft für minderjährige Flüchtlinge angegriffen zu haben.

+++ "Schande für Deutschland" +++

16.06 Uhr: Es sei eine Schande, so Sahra Wagenknecht in ihrer Rede, dass Repräsentanten des deutschen Staates auf Forderungen nach Reparationszahlungen an Griechenland so arrogant reagierten. Sie spricht über europäische Werte und Demokratie.  Das zentrale sei, das demokratisch gewählte Regierungen das Sagen haben. "Wir müssen noch mehr werden in unserem friedlichen Protest." Beispielhaft sei Griechenland.  

+++ Sahra Wagenknecht spricht +++

16 Uhr: Jetzt spricht Sahra Wagenknecht (Die Linke) auf dem Römerberg. Wieder geht es um das "Europa der Men schen". Bei kaum einer anderen Institution könnten sich Milliardäre mehr bedanken als bei EZB, sagt die Linke-Politikerin. Die EZB sei Teil der "kriminellen Troika". Das Europa der EZB, sei nicht " unser Europa". Die Grenze verlaufe zwischen oben und unten. D ass sich Schäuble darüber beschwere, dass die griechische Regierung ihr Volk belüge, hält Wagenknecht für heuchlerisch. Die Rede von Euro-Rettungspaketen sei Lüge gewesen. Diese hätten nur Banken gerettet, nicht die Bevölkerungen der betroffenen Länder.

+++ 10.000 Menschen auf dem Römerberg +++

15.50 Uhr: Auf dem Römerberg befinden sich nach Schätzungen der Polizei derzeit 10.000 Menschen.

+++ Falscher Alarm an der Zeil +++

15.30 Uhr: Kurz sah es so aus, als wollte die Polizei die Zeil absperren.  Jetzt hat sich aber alles wieder entspannt.

+++ Gegen ein Europa der Austerität +++

15.28 Uhr: Jetzt spricht eine Aktivistin aus Italien: Der Rainbowblock habe zeigen sollen, das Europa der Austerität, sei nicht das, was die Bewegung wolle. "Kapitalismus ist Krise in Permanenz", sagt die Rednerin weiter. Die Krise lasse sich weder sozialdemokratisch noch nationalistisch lösen.

+++ Polizeikontrollen an der Hauptwache +++

15.16 Uhr: An der Hauptwache stellt sich die Lage anders da. Alle Läden sind dicht.  Polizei kontrolliert die Passanten. Einer redet "vom Zeichen von Ivana Hoffmann. Im Herzen der Bestie". Hier spricht das revolutionäre Bündnis.  Und deshalb die ganze Aufregung?

+++ "EZB-Politik rettet nur Unternehmen"+++

15.08 Uhr: Jetzt spricht Miguel Urbanaus aus Spanien: "Syriza, Podemos, venceremos!", ruft er. Man kenne die EZB-Politik sehr gut, immer würden Unternehmen gerettet, aber nie die Menschen "von unten", sagt Urbanaus.

+++ Es qualmt auf dem Paulsplatz +++

15.05 Uhr: Auf dem Paulsplatz tanzen einige zu Technomusik vor einem Demowagen. Partystimmung. Es wird richtig viel geraucht.

+++ Bunte Vielfalt auf dem Römer +++

15 Uhr: Auf dem Römer ist alles vertreten.  Schwarzgekleidete ebenso wie Leute mit Russland- und Israelfahnen. Hammer und Sichel wehen neben Regenbogenfahnen. Einige Teilnehmer sind bunt kostümiert.  Viele haben Regenschirme aufgespannt.  Es macht momentan nicht den Eindruck, als würde erneut einer der 28 Wasserwerfer zum Einsatz kommen.

Bunte Vielfalt auf dem Römerberg während der Kundgebung.  Foto: AFP

+++ Rednerin von Attac spricht +++

14.56 Uhr: Jetzt spricht eine Rednerin aus Frankreich für attac. Blockupy sei ein wichtiges Signal im Kampf für "Europa von unten", sagt sie.

+++ Flüchtling aus Afghanistan spricht +++

14.50 Uhr: Jetzt spricht ein Flüchtling aus Afghanistan über die "Festung Europa" und die Situation von Refugees in Griechenland. Er fordert die sofortige Schließung der Lager.

+++ Kein Platz für Rassisten +++

14.47 Uhr: Von der Bühne heißt es, bei Blockupy sei kein Platz für Rassisten. Auch Nazis hatten vorab zu den Protesten gegen die EZB mobilisiert.

+++ Kaffee statt Bürgerkrieg +++

14.45 Uhr: Irgendwer wird bestimmt wieder von Bürgerkrieg sprechen. Das wäre der erste Bürgerkrieg, in dem man unbehelligt im Starbucks sitzen kann. Gerade wurde meiner Frau erzählt, eine U-Bahn sei in die Luft gesprengt worden...oh, Leute macht mal halblang.

+++ Syriza: Lage von Griechen verbessern +++

14.35 Uhr: Jetzt spricht Giorgos Chondros von Syriza. Die griechische Bevölkerung habe sich bei den Wahlen gegen die Austeritätspolitik ausgesprochen, dass sei auch wichtig für ganz Europa. Jetzt ginge es darum, die materielle Lage der Griechen zu verbessern, so Chondros weiter. Es sei bekannt, dass die Schulden nicht bezahlt werden könnten. Vor allem müssten in anderen Ländern die Syriza-Verbündeten Wahlen gewinnen, um die Kräfteverhältnisse europaweit zu ändern. Es sei kein Streit zwischen Griechenland und Deutschland, sondern zwischen oben und unten, zwischen arm und reich. Blockupy sei ein wichtiger Schritt hin zu "europäischer Hoffnung", sagt Chondros. Eliten würden alles tun, um Syriza zu stürzen. Der Syriza-Erfolg zeige, "in der Politik ist alles möglich", sagt Chondros. Es müsse weiter gegen Austeritätspolitik gekämpft werden.

+++ Stinkefinger für EU-Politik +++

14.34 Uhr: Bevor Giorgos Chondros von Syriza spricht, zeigen die Leute kollektiv der EU-Politik den Stinkefinger. Parallel wird Geld gesammelt: "Nicht für Pleitebanken, sondern für den Widerstand. Der kostet Geld."

+++ Römerberg brechend voll +++

14.32 Uhr: Auf dem Paulsplatz liegen viele in der Sonne.  Einige schlafen. Insgesamt ist es unglaublich laut. Der Römer ist brechend voll. Die Polizei schätzt die Zahl der Teilnehmer auf rund 8000.

Mehr dazu

+++ Wenig Polizei im den Römer +++

14.30 Uhr: Rund um den Römer ist erstaunlich wenig Polizei. Auf der Braubachstrasse ist nicht ein Mannschaftswagen. Allerdings stehen Beamte Spalier vor der Galerie von Miller.

+++ Blockupy will keine Ausschreitungen +++

14.26: Ein Blockupy-Sprecher sagt, man wolle heute Nachmittag keine Ausschreitungen mehr.

+++ DGB-Zug trifft am Römer ein +++

14.20 Uhr: Die DGB-Demonstration ist nach Angaben der Polizei am Römer eingetroffen.

+++ Hubschrauberlärm über dem Römer +++

14.15 Uhr: Volksfeststimmung auf dem Römer.  Die Leute sitzen auf dem Boden und hören sich die Reden an.  Nichts deutet auf die Ausschreitungen vom Vormittag hin. Fast alle Läden sind dicht,  einzig das Eiscafe hat den Straßenverkauf geöffnet.  Allerdings versteht man vor lauter Hubschraubern kaum dir Redner.

+++ Kampf für ein soziales Europa +++

14.10 Uhr: Jetzt spricht eine Metall-Gewerkschafterin aus Italien: "Fight for social Europe is our common struggle."

+++ GEW-Chef: Umverteilung von oben nach unten +++

14.05 Uhr: Jochen Nagel, hessischer Vorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), sagt auf dem Römerberg: "Wir kämpfen gegen eine Umverteilung von unten nach oben." Es sei beschämend, wie in Deutschland über Griechenland geredet werde. Europa brauche "keine deutschen Führer". Die griechische Regierung verdiene Solidarität, aber auch hier sei stärkere Bewegung nötig. "Wir freuen uns auf ein Europa der Vielfalt und von unten", sagt Nagel zum Schluss.

+++ Blockupy-Kundgebung auf dem Römerberg beginnt +++

13.58 Uhr: Auf dem Römerberg beginnt die Blockupy-Kundgebung. Zwei Minuten zu früh. Es soll bunt bleiben, sagt eine Rednerin.

+++ Neuer Einsatz für die Polizei +++

13.50 Uhr: Die Straßen Richtung Römer sind gähnend leer. Vor dem alten EZB-Gebäude sitzen die Polizisten entspannt beim Snack in der Sonne. Nichts fährt,  es hat was vom autofreien Sonntag. Doch nicht lange, dann ruft jemand: "Aufsitzen". Ein Großteil der Polizisten springt darauf in ihre Einsatzwagen und fährt mit Blaulicht ab.

+++ Kritik an "Gewalt" von Polizei +++

13.45 Uhr: Christoph Kleine von der Blockupy-Regionalgruppe "NoTroika Rhein-Main", sagt, dass bei den Ereignissen des Morgens "Dinge gewesen sind, die wir uns anders vorgestellt haben". Gleichzeitig kritisiert er die Gewalt von Seiten der Polizei, die viele Menschen geschockt hätte.

 Foto: dpa

+++ Ulrich Wilken (Die Linke) über Gewalt "entsetzt" +++

13.39 Uhr: Auf der Blockupy-Pressekonferenz sagt Ulrich Wilken (Die Linke), er sei über die Bilder vom Morgen "entsetzt". "Das ist nicht das, was wir als Blockupy geplant haben." Gleichzeitig äußert er Verständnis für die "Wut und Empörung" über die Politik der Troika.

+++ B-Ebene am Hauptbahnhof weitgehend gesperrt +++

13.37 Uhr: Die B-Ebene vom Hauptbahnhof ist weitgehend abgesperrt.  Im Kaisersack gibt es einen Blockupy-Infostand.  Gerade läuft ein kleiner Demonstrationszug vorbei: Darmstadt goes Blockupy.  Von der Polizei ist nichts zu sehen.  

+++ Gewerkschaftsdemo wird verlegt +++

13.30 Uhr: Die DGB-Demonstration muss verlegt werden. Die Demonstranten warten am Eisernen Steg und bekommen eine neue Route zugewiesen.

+++ Polizei veröffentlicht Video von Angriff +++

13.20 Uhr: Die Frankfurter Polizei veröffentlicht ein Video von dem Angriff auf das 1. Polizeirevier.

+++ Kessel an Uhlandstraße aufgelöst +++

13.14 Uhr: Die Leute von der Hanauer ziehen jetzt zur Naxos-Halle. Der Kessel Uhlandstraße ist wohl fast vollständig aufgelöst.

+++ Andrang bei Blockupy-Pressekonferenz +++

13.05 Uhr: Das Medieninteresse bei der Blockupy-Pressekonferenz ist riesig.

Am Morgen brennen vor dem 1. Revier in der Zeil Polizeiautos.  Foto: privat

+++ Stimmung an Hanauer entspannt +++

12.55 Uhr: Durchsage von einem Wagen an der Hanauer: Wollen Leute aus dem Kessel abholen, dann zusammen zur Naxos-Halle. Die Stimmung ist eher entspannt.

+++ DGB-Demo zieht Demonstranten an +++

12.51 Uhr: Der DGB-Demozug ist deutlich angewachsen. Es könnten bis zu 3000 Teilnehmer sein, wahrscheinlich eher mehr.

+++ An der Uhlandstraße wird es ruhiger +++

12.45 Uhr: An der Uhlandstraße ist es ruhiger geworden. Zwischen den Kundgebungen tippen Journalisten Texte oder checken Fotos, Anwohner diskutieren.

+++ Innenstadt gespenstisch leer +++

12.40 Uhr: Die Innenstadt von Frankfurt, mittags an einem Werktag.

+++ 100 Leute noch im Kessel +++

12.32 Uhr: Am Kessel in der Uhlandstraße werden Leute nach Kontrolle und Durchsuchung Richtung Obermainanlage herausgelassen, erklärt ein Polizeibeamter. 100 Personen sind aber noch im Kessel. Wie die Polizei twittert, will sie diese Personen noch kontrollieren.

+++ DGB-Demo zieht los +++

12.30 Uhr: Der Demonstrationszug vor dem DGB-Haus setzt sich in Bewegung. Ob die Gewerkschafts-Demo es zum Arnsberg-Platz schafft, ist aber unklar. Harald Fiedler ruft zu friedlichem Protest auf. Anmerkung: DGB-Demos wären bestimmt besser besucht, wenn nicht seit Jahrzehnten diesselbe Musik gespielt werden würde.

+++ Kessel an Uhlandstraße wird kleiner +++

12.15 Uhr: Der Kessel an der Uhlandstraße/Weiherstraße wird kleiner. Die Demonstranten sitzen nicht mehr, sondern stehen. Gesungen wird weiter. Ob die Gewerkschafts-Demo es zum Arnsberg-Platz schafft, ist aber unklar. Harald Fiedler ruft zu friedlichem Protest auf.

Inzwischen wurde die ausgebrannten Wagen weggeräumt.  Foto: Hanning Voigts

+++ Der offizielle Festakt +++

12.15 Uhr: Die EZB feiert ihren Festakt. Die Frankfurter Rundschau darf - wie alle Frankfurter Zeitungen - nicht dabei sein. Deshalb können wir darüber leider nur aus Zweier Hand berichten. Nachfolgend dokumentieren wir eine Meldung der Nachrichtenagentur dpa.

Begleitet von gewalttätigen Protesten hat EZB-Präsident Mario Draghi am Mittwoch den Neubau der Europäischen Zentralbank in Frankfurt feierlich eröffnet. Während Demonstranten vor den weiträumig abgesperrten EZB-Glastürmen Mülltonnen und Autos in Brand setzten und mit Steinen warfen, feierte die Notenbank in kleinem Rahmen mit gut 100 geladenen Gästen.
In seiner vorab verbreiteten Eröffnungsrede geht Draghi auch auf die Demonstranten und die vielen unzufriedenen Menschen im Euroraum ein, die in den vergangenen Krisenjahren Einkommen und Wohlstand verloren hätten. Als eine Institution der Europäischen Union, die eine zentrale Rolle in der Krise gespielt hat, sei die EZB in den Fokus der Frustrierten geraten, sagt Draghi laut Redetext. «Möglicherweise ist dieser Vorwurf nicht fair. Denn unser Handeln zielt genau darauf ab, die wirtschaftlichen Schocks abzufedern.»

+++ Warte auf die DGB-Demo +++

12.10 Uhr: Vor dem DGB-Haus stehen etwa 1500 Menschen und warten darauf, dass die Gewerkschaftsdemo losgeht.

+++ Lage wird insgesamt ruhiger +++

12.02 Uhr: Insgesamt scheint die Lage in der Stadt sich beruhigt zu haben. Die Stimmung auf der Hanauer Landstraße ist gut.

Aber es sind immer noch Leute in dem Kessel Uhlandstraße. Die Polizei stürmt kurz in die Menge, sprüht Pfefferspray. Der Grund ist unklar. Es fliegen Flaschen.

+++ Kritik an den Ausschreitungen auf Twitter +++

12.00 Uhr: Auf Twitter äußern viele Nutzer Kritik an den Protesten in Frankfurt. Zahlreiche Bilder brennender Autos kursieren. Dass die Feuerwehr von Demonstranten angegriffen wird, macht die Twitterer besonders wütend. Ein Überblick.

+++ Mittagspause im Frankfurter Osten +++

+++ Zur Verkehrslage +++

11.45 Uhr: Die Blockupy-Proteste zur EZB-Eröffnung legen den Verkehr in weiten Teilen Frankfurts lahm. Rund um das hermetisch abgeriegelte Gelände der Europäischen Zentralbank im Osten der Stadt sind zahlreiche Straßen gesperrt. Auch die Autobahn 661 im Osten der Stadt ist zwischen dem Offenbacher Kreuz und dem Preungesheimer Dreieck gesperrt. Der Straßenbahnbetrieb, eine U-Bahnlinie und mehrere Buslinien in der Innenstadt sind eingestellt. Der S-Bahnverkehr ist kaum betroffen, vorübergehend konnte die Haltestelle Ostendstraße in der Nähe der EZB nicht angefahren werden. Der Bahnverkehr läuft nach Angaben der Bundespolizei ohne Störungen durch die Sicherheitszone. Eine versuchte Gleisblockade am Morgen sei verhindert worden, sagt ein Sprecher. Die Bundespolizei sicherte mit einem großen Aufgebot die Strecke, auf der täglich rund 280 Züge des Fern-, Regional- und Güterverkehrs unterwegs sind.

Trotz alledem: Wir haben zusammengetragen, wie Sie heute durch die Stadt kommen.

+++ Geschlossene Läden +++

11.35 Uhr: Florian Textor steht ratlos vor dem Globetrotter an der Hanauer. Ein Zettel mit "Vorerst geschlossen" hängt an der Tür. "Im Internet stand, sie hätten heute geöffnet", sagt er. Aus Mainz ist er angereist, um ein paar Kletterschuhe zu kaufen. Jetzt greift er zum Handy und ruft im Laden an. Doch es bleibt bei der Aussage, bis auf weiteres blieben die Türen zu. "Naja, eigentlich hätte ich mir auch denken können, dass vielleicht zu ist", sagt er. "Dann gehe ich wohl mal einen Kaffee trinken."

Die "Apotheke am Zoo" an der Hanauer hat die Gitter vor den Schaufenstern heruntergelassen. "Das können wir zur Not auch noch bei der Tür machen", sagt Mitarbeiterin Bettina Feuerbach. Schließen können sie die Apotheke nicht. "Wir sind zur ordnungsgemäßen Belieferung der Menschen verpflichtet", sagt sie. Aber viele Leute "trauen sich gar nicht her, es sind viel, viel weniger Kunden als sonst." Demonstranten waren aber schon da. "Für eine junge Frau mit gebrochener Nase hat jemand ein Kühl-Pack gekauft", erzählt Feuerbach. Wer allerdings mit einem Rezept für ein Medikament kommt, das die Apotheke nicht vorrätig hat, der hat heute Pech. "Der Pharmazeutische Großhandel hat gerade gefaxt, dass sie uns heute nicht beliefern." Der Kunde müsse es in einer anderen Apotheke versuchen. "Ich weiß aber nicht, ob davon nicht vielleicht ganz Frankfurt betroffen ist." Dass es auf den Straßen so schlimm werden würde, damit hat Feuerbach nicht gerechnet. Und noch schlimmer: "Gerade waren Leute da, die eine Zweitklässlerin aus der Uhlandschule suchen", sagt sie. "Sie ist verschwunden, hoffentlich ist sie nur mit einer Freundin mitgegangen."

+++ Uhlandstraße: Polizei trägt Eingekesselte weg +++

11.32 Uhr: Das wird dauern: Eingekesselte werden einzeln weggetragen, dürfen dann wohl gehen. Rest skandiert: "Liberi tutti, liberi subito." Trotz allem scheint Stimmung im Kessel gut zu sein. Leute johlen, wenn es Beamte nicht auf Anhieb schaffen, Leute wegzutragen.

+++ Blockupy distanziert sich von der Gewalt +++

11.30 Uhr: "Von uns geht keine Gewalt aus", sagt Frederic Wester, ein Sprecher der Blockupy-Bewegung. Die Ausschreitungen zeigten aber, wie "groß die Wut mittlerweile auch in Deutschland ist". Der Großteil der Demonstranten sei am Vormittag aber friedlich geblieben. Wester wirft der Polizei vor, die Krawalle durch ihr Auftreten mit geschürt zu haben.

+++ Reaktionen auf die Proteste +++

+++ Kessel in der Uhlandstraße +++

11.15 Uhr Der Fokus liegt aktuell auf dem Kessel in der Uhlandstraße, in dem 200 Leute, vorwiegend aus Italien, festsitzen. Die Polizei informiert auf Englisch und Italienisch, dass alle kontrolliert werden sollen. Ein Demonstrant sagt, Ärger habe es erst gegeben als Polizei der Gruppe den Weg zur EZB abschnitt. Die Polizei wirft den Menschen vor, dass aus ihren Reihen Straftaten begangen wurden.

Auf der nahe gelegenen Hanauer Landstraße fordern Hunderte Leute, die Aktivisten im Kessel Uhlandstraße freizulassen. Konfetti fliegt, Schokoriegel wandern durch die Absperrungen. Anwohnerinnen lassen Eingekesselte und Polizisten bei sich aufs Klo. Sonst tut sich wenig. Die Polizei hält den Abstand zu anderen Demonstranten groß. Aktivisten fordern die Polizei über Lautsprecher auf, nicht zu eskalieren. Jetzt singen Leute "Bella Ciao".

+++ Große Schäden in der Stadt +++

+++ Mindestens vier Schulen ohne Unterricht +++

11.08 Uhr: An mindestens vier Schulen im Frankfurter Osten fällt der Unterricht aus. Zwei Schulen hatten ohnehin nicht öffnen sollen, bei zwei weiteren wurden die Schüler am Vormittag wieder nach Hause geschickt, wie das Frankfurter Schulamt mitteilt. Die Behörde steht außerdem nach eigenen Angaben in Kontakt mit den Leitern weiterer Schulen. Die Entscheidung, ob die Kinder auf den Nachhauseweg geschickt werden, träfen die Schulleiter. Sie müssten vor einer solchen Entscheidung sicherstellen, dass die Kinder auf ihrem Nachhauseweg nicht gefährdet seien.

+++ Offizieller Festakt +++

11.00 Uhr: Jetzt will die EZB ihre neue Zentrale, in der seit mehreren Monaten gearbeitet wird, mit einem kleinen Festakt offiziell eröffnen.

+++ Verletzte auf beiden Seiten +++

10.59 Uhr: Die Polizei berichtet jetzt von mindestens 88 verletzten Polizisten. Acht Beamte seien durch Steinwürfe verletzt worden, weitere 80 durch eine ätzende Flüssigkeit oder durch Reizgas, sagte eine Sprecherin. Ein Blockupy-Sprecher berichtete, beim Einsatz von Wasserwerfern, Tränengas und Schlagstöcken durch die Polizei seien auch viele Demonstranten verletzt worden.

+++ Spontane Demonstration auf der Hanauer angestrebt +++

10.55 Uhr: Die Leute auf der Hanauer Landstraße formieren sich als Demonstration. Polizei lässt sie nicht losgehen, Lage brenzlig.

+++ Lage an der Uhlandstraße spitzt sich zu +++

10.41 Uhr: An der Hanauer Landstraße / Uhlandstraße sammeln sich Hunderte Aktivisten und skandieren. Die Polizei hat zwei Wasserwerfer vor Ort. Jetzt fliegen regenbogenfarbene Sturmhauben aus dem Kessel Uhlandstraße in den Baum eines Vorgartens. Aktivisten beraten sich.

+++ Polizei stellt Personalien von etwa 200 Demonstranten aus Italien fest +++

10.40 Uhr: In der Uhlandstr/Schwanenstr sind weiter etwa 200 Demonstranten eingekesselt - der "blaue Finger" mit Protestierenden aus Italien. Die Polizei spricht von Angriffen auf Polizeibeamten aus der Gruppe. Deshalb werde nun die Identität der Beteiligten festgestellt, heißt es in Durchsagen auf Italienisch. Die Leute in den blauen Regenjacken singen Lieder, ebenfalls auf Italienisch. Am Himmel kreisen Hubschrauber.

+++ Festnahme +++

10.31 Uhr: An der Langen Straße / Ecke Zeil nimmt eine Beweissicherungs- und Festnahmeeinheit der Polizei einen Mann fest. Ruppig, aber professionell.

+++ Stromtankstelle stirbt +++
Am Zoo knöpfen sich Vermummte gerade die RWE-Stromtankstelle vor. Hier das Ergebnis.

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+++ FR-Kommentar: Der Protest muss sein! +++

10.30 Uhr: Kurzer Zwischenruf aus der FR-Redaktion: Die Ausschreitungen versperren vielleicht ein wenig den Blick auf einen wichtigen Punkt: nämlich dass es absolut richtig und wichtig ist, den Nein zur Erpressungsspirale aus immer neuen Schulden und immer neuen Einsparungen im Süden Europas vor den Frankfurter EZB-Turm zu tragen. Drei Gründe.

+++ Flößerbrücke +++

10.07 Uhr: Die Polizei fordert die wenigen verbliebenen Demonstranten auf, die Kreuzung frei zu machen.

+++ Kaum Protest an der Westseite der EZB +++

10.00 Uhr: Das hatte sich die Polizei anders vorgestellt. An der Westseite der EZB demonstrieren derzeit noch nicht mal 30 Leute. Ein paar Straßen weiter tobt dafür immer noch das Chaos. Barrikaden brennen, Schaufensterscheiben und Tramhaltestellen sind völlig zerstört. Die Taktik der Polizei scheint zu sein, größere Zusammenballungen zu verhindern oder aufzulösen. Das immerhin gelingt ihr. Nach den letzten schweren Krawallen in Frankfurt am 31. März 2012 schätzte die Polizei den Schaden auf eine Million Euro. Diese Zahl dürfte heute übertroffen werden.

+++ Fahrräder brennen +++

9.58 Uhr: An der Obermainanlage an der Ecke zur Ostendstraße werden zwei Deutsche-Bahn-Fahrräder und Sperrmüll abgefackelt. An der Konstablerwache kommt ein Demozug an. Fronttranspi: "Ja watt denn". Polizei stoppt sie.

+++ Der offizielle Teil +++

9.56 Uhr: Die Eröffnung der EZB soll trotz der Krawalle wie geplant stattfinden. Oberbürgermeister Peter Feldmann ist am Gebäude angekommen.

+++ Polizei räumt ausgebrannte Wagen vor dem 1. Revier weg +++

 Foto: REUTERS
Auf der Obermainanlage brennt es.  Foto: Hanning Voigts

+++ Keine Zeitungen vor dem Kiosk, keine Verhandlungen im Gericht +++

9.49 Uhr: Ram Tschand steht in seinem Kiosk an der Rückertstraße und blickt durch die Scheibe. Die Tür öffnet er nur für die Nachbarschaft. Zeitungsständer hat er nicht wie sonst rausgeräumt. "Ich hab Angst, sie werden in die Scheiben geworfen." Heute Morgen ist er mit dem Auto über die Hanauer gefahren. "Da wurden Steine geworfen, ich bin dann schnell in einen Hof gefahren und habe gewartet." Er findet das alles schlimm, "das ist doch keine zivilisierte Welt hier". Im Frankfurter Landgericht fallen Verhandlungen aus, weil die Angeklagten nicht zum Gerichtsgebäude gebracht werden können.

+++ Polizei spricht von 350 Festnahmen +++

8.40 Uhr Die Polizei beziffert in Twitter die Zahl der festgenommenen Demonstranten etwa 350. Sie hätten "zuvor in Frankfurt randaliert und Straftaten verübt."

+++ Durcheinander bei der Post +++

9.39 Uhr: Der Briefträger in der Uhlandstraße stöhnt. "In der Post herrscht Chaos." Die Post des Bezirks in der Sicherheitszone müsse liegenbleiben. Aber nicht nur dort. "Schon gestern haben wir nicht im ganzen Ostend die Post austragen können, weil überall abgesperrt war." Nun würden sich die Briefe in der Post stapeln. "Alles ist ein Durcheinander."

+++ Der letzte Schrei +++

9.31 Uhr: Der aktuell letzte Schrei in Frankfurt: brennende-Barrikaden-Selfies.

+++ Lage an der Konstablerwache +++

9. 28 Uhr: Rund um die Konstablerwache hat die Polizei es schwer. Wann immer sie einschreitet, öffnet sie in Ihrem Rücken Räume.

+++ Festnahmen +++

9.22 Uhr: Die Polizei berichtet in Twitter von ersten Festnahmen.

+++ VGF stellt Straßenbahnverkehr ein +++

Blockupy-Aktivisten, die in der Nacht mit dem Sonderzug in Frankfurt eingetroffen sind, stärken sich für den Protest.  Foto: dpa

+++ Busse und Bahnen weichen +++

9.20 Uhr: "Aufgrund eines Polizeieinsatzes im Bereich 'Frankfurt Ost' kommt es zu Verspätungen, Umleitungen und Ausfällen", informiert der Rhein-Main-Verkehrsverbund recht nüchtern. Einige Züge in Fahrtrichtung Frankfurt enden in "Mainkur Bahnhof" oder werden über eine andere Strecke umgeleitet. Zur Weiterfahrt ab "Mainkur Bahnhof" in Fahrtrichtung "Frankfurt" werden Ersatzbusse bereitgestellt, die bis nach "Offenbach Marktplatz" verkehren. Ab hier ist die Weiterfahrt per S-Bahn möglich.

+++ Kessel in der Uhlandstraße +++

9.15 Uhr: Der Italienische Blaue Block zieht jetzt über die Hanauer Landstraße in Richtung EZB. Kurz danach sind gut 200 Italiener in der Uhlandstraße faktisch eingekesselt. Direkt an der EZB ist alles ruhig. Einige wenige Demonstranten, unter anderem von Occupy Frankfurt. Sehr gelassene Polizisten.

+++ Szenen von der Uhlandschule +++

9.08 Uhr: Alina Riitano rennt zur Uhlandschule. Sie will ihre Tochter abholen. Eigentlich wollte sie zur  Arbeit, hat aber andere Eltern getroffen, die ihr erzählten, dass die Kinder abgeholt werden sollen. "Es heißt, es herrsche Gefahr für die Sicherheit der Kinder", sagt sie. Sie hat auch ihre elfjährige Tochter dabei. Alishia geht aufs Gagern, das Gymnasium hat heute geschlossen. Sie hat Angst. "Ich hab von brennenden Autos im Radio gehört", sagt sie.

Als Riitano mit Tochter Sharlin aus der Schule kommt, ziehen gerade wieder Demonstranten vorbei. Bengalos werden gezündet, Rauch nebelt die Familie ein. "Macht die Tücher vor den Mund", ruft die Mutter ihren Töchtern zu. Sie drängen sich an den Demonstranten vorbei, wollen nur schnell nach Hause. Sharlin zeigt noch schnell ein Bild, das sie gerade in der Schule gemalt hat: EZB ist gut, steht darauf.

+++ Schule schickt Kinder wieder nach Hause +++

8.53 Uhr: Die Uhlandschule schickt ihre Kinder nun nach Hause. Zu gefährlich sei die Lage, sagt der Schulhausverwalter. Das habe Ihnen das Stadtschulamt und die Polizei gerade mitgeteilt. Die Eltern werden angerufen, sie sollen ihre Kinder abholen. Der achtjährige Moritz kommt gerade mit seinen Eltern an. Er darf nicht mehr rein und ist enttäuscht: "Wir wollten heute einen Film gucken."

+++ Polizei scheucht Demonstranten +++

8.43 Uhr: Die Polizei scheucht nun Hunderte Demonstranten durch den Anlagenring. Konkreter Anlass nicht erkennbar.

+++ Polizei setzt Wasserwerfer ein +++

8.41 Uhr: An vielen Stellen um die EZB brennen Barrikaden, es hängt Rauch in der Luft. An der Hanauer Landstraße und auf der Flößerbrücke sind Blockaden. Die Polizei ist mit Wasserwerfern unterwegs. Die Lage bleibt unübersichtlich.

Ein Blockupy-Aktivist hält bei einer Pressekonferenz eine "Bild"-Zeitung hoch. Blockupy ist empört über einen Bericht der Zeitung, die der antikapitalistischen Bewegung vorwirft, gewalttätige Aktionen zu planen.  Foto: Peter Jülich

+++ Schule schickt Kinder wieder nach Hause +++

8.39 Uhr: Wieder ziehen Demonstranten vor der Uhlandschule vorbei. Der Schulhausverwalter stürmt aus dem Gebäude, über den Hof zum Schultor. Er schließt ab. Er schüttelt nur den Kopf. "Das haben wir alles so nicht erwartet", sagt er. " Nicht diesen ganzen Vandalismus." An der Schule sei noch alles heil, "aber auf der Hanauer ist es schlimm." Gerade sei eine Mitteilung vom Stadtschulamt gekommen. "Wenn jetzt noch Eltern mit Kindern kommen, sollen sie nach Möglichkeit wieder gehen", sagt der Schulhausverwalter. "Dann müssen die Eltern ja vielleicht nicht zur Arbeit und haben Zeit."

+++ Feuer auf Obermainanlage +++

8.29 Uhr: Auf der Obermainanlage brennt es. Dafür sind die Feuer an der Flößerbrücke nun gelöscht. Polizei und Demonstranten stehen sich angespannt gegenüber.

+++ Szenen von der Uhlandschule +++

8.22 Uhr: Vor der Uhlandschule an der Ostendstraße ist es ruhig - so ruhig wie es eben an einem solchen Tag im Ostend überhaupt sein kann. Acht Uhr, es blinkt zum Unterrichtsbeginn.  Doch der fällt heute flach. Die Schulleitung hat den Eltern freigestellt, ob sie ihre Kinder heute zur Schule schicken. Rund ein Drittel ist erschienen, erzählt der Schulhausverwalter. 60 bis 70 Kinder seien im Gebäude. "Die Eltern hatten keine andere Möglichkeit, ihre Kinder unterzubringen." Der Verwalter läuft immer wieder vor den Toren der Grundschule auf und ab, hält nach ankommenden Kindern Ausschau. Heute nimmt er sie einzeln in Empfang. "Vorhin sind  150 Demonstranten hier vorbeigezogen, als gerade Kinder zur Schule kamen", sagt er. Auf dem Schulweg habe er auch beschädigte Autos gesehen, überall sei Chaos. "Die Kinder haben Angst, deswegen begleite ich sie in die Schule hinein."

+++ Polizei räumt Kreuzung an der Flößerbrücke +++

8.14 Uhr: Die Polizei hat die Kreuzung an der Flößerbrücke mit Knüppeln und Wasserwerfern geräumt, um Brände zu löschen. Demonstranten reagieren mit Steinwürfen und Pyrotechnik. Nach zwei Minuten beruhigt sich die Situation wieder.

+++ Flößerbrücke dicht +++

Gut 1000 Menschen blockieren die Flößerbrücke. Eine Mülltonne brennt. Die Polizei warnt vor Rauchvergiftung.

+++ Hubschrauber kreisen +++

Am Himmel über Frankfurt kreisen Hubschrauber. An der Wittelsbacher Allee steht eine Gruppe aufgeregter Schüler, die Lehrer demonstrieren Gelassenheit.

+++ Musik und Reden am Danziger Platz +++

Am Danziger Platz steht der blaue "Blockadefinger", alles friedlich mit Musik und Reden. Die Polizei überwacht die Lage.

+++ Polizeirevier auf der Zeil im Visier +++

Laut Polizei wurde das 1. Polizeirevier in der Zeil angegriffen:

+++ Brennende Mülltonnen an Konstablerwache +++

Rund um die Konstablerwache brennen in den Seitenstraßen Mülltonnen, werden Barrikaden errichtet. Die Polizei ist passiv. Der Anlagenring ist voller Kleingruppen.

+++ Trommeln schlagen statt Polizisten +++

Von friedlichem Trommelschlag bis zu Rauchwolken: Ein kurzes Twitter-Video zeigt die Bandbreite des Protests auf Frankfurts Straßen.

+++ Demonstranten berichten von Tränengas +++
Demonstranten berichteten von einem Tränengaseinsatz der Polizei. Von Angriffen auf Beamte wisse man nichts, sagte eine Blockupy-Sprecherin. Nahe der EZB steht ein Polizeiwagen in Flammen.

+++ Polizeiketten durchbrochen +++

Ein "Blockadefinger" hat Polizeiketten durchbrochen und ist jetzt an der EZB-Sperrzone. Wasserwerfer steht bereit.

+++ Überall Blaulicht +++

Sirenengeheul auf den Straßen und Hubschrauber am Himmel: Wer jetzt noch nicht wach ist in Frankfurt, muss einen gesegneten Schlaf haben.

+++ Glasscherben am Opernplatz +++

Am Opernplatz gehen gegen 6 Uhr erste Schaufensterscheiben zu Bruch. Die Polizei meldet Steinwürfe und einen verletzten Kollegen an der Alten Oper.

+++ Blockade an der Obermainanlage +++

Eine erste Gruppe von Aktivisten sei auf der Nordseite der Flößerbrücke angekommen, meldet Blockupy. Die Obermainanlage wird blockiert, dann die Flößerbrücke.

+++ Erste Aktivisten sind unterwegs +++

Die Aktivisten sind früh auf den Beinen. Um Viertel vor fünf ziehen sie los. Mehrere Hundert überwiegend junge Menschen haben sich vor dem Studierendenhaus in Bockenheim versammelt, in großen Zügen starten sie in Richtung Innenstadt. Einer brennt im Kettenhofweg ein bengalisches Feuer ab, wird aber sofort ermahnt. "Wir wollen unseren Treffpunkt friedlich erreichen", sagt ein Aktivist durch sein Megafon.

+++ Brennende Mülltonnen +++

Im Kettenhofweg brennen Mülltonnen - laut Polizei "durch Demonstranten" angezündet. "Das ist eine Straftat. Lasst das!", twittert die Polizei.

+++ Krähenfüße ausgelegt: Polizei vermutet Blockupy-Hintergrund +++
Unbekannte haben in der Nacht zum Mittwoch 30 Krähenfüße ausgelegt. Auch hier vermutet die Polizei einen Zusammenhang mit Blockupy. "Da auch Scheiben einer Immobilienfirma eingeschlagen wurden und vermummte Personen gesehen wurden, gehen wir davon aus, dass diese Verbindung besteht", sagte ein Polizei-Sprecher am frühen Mittwochmorgen. Die Krähenfüße seien nach Einschätzung der Polizei auf der Straße verteilt worden, um Einsatzkräfte zu behindern. Sie lagen in dem Bereich, in dem ebenfalls in der Nacht zum Mittwoch die vier Autos angezündet worden waren.

+++ Sonderzug erreicht Frankfurt +++

Mit 100 Minuten Verspätung ist der Zug aus Berlin mit rund 900 Aktivisten in der Nacht am Südbahnhof in Frankfurt angekommen. Die Ankunft verlief friedlich, die Polizei hielt Abstand. "Keine Aufregung und keine scharfen Kontrollen", sagte Blockupy-Sprecher Sebastian Drewlo. "Die Situation ist sehr entspannt", bestätigte ein Sprecher der Bundespolizei. Die Angereisten wurden von Verbündeten mit einem Buffet empfangen und zur Weiterfahrt in ihre Unterkünfte geleitet.

+++ Autos im Westend angezündet +++

Vier Autos sind in der Nacht zu Mittwoch im Frankfurter Westend angezündet worden. Bei drei weiteren Autos wurden der Polizei zufolge Scheiben eingeschlagen. Die Beamten gehen von Brandstiftung aus. "Die Vermutung, dass ein Zusammenhang mit Blockupy besteht, liegt nahe", sagte ein Sprecher der Polizei in Frankfurt. Ob es diesen Zusammenhang tatsächlich gibt, ist aber unklar: Es müsse erst ermittelt werden, so die Polizei. Auf Twitter zeigen Nutzer sich empört, dass die Polizei durch Verwenden des Hashtag #18M die Verbindung zu Blockupy herstellt.

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