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Blockupy Frankfurt
Demonstration und Protest - in Frankfurt wächst der Protest gegen das Sparen in der Euro-Krise.

29. Mai 2013

Rückblick : Blockupy - Das war der Samstag

 Von  und 
Polizisten ziehen einen Demonstranten aus dem Kessel. Sie haben dabei keine Samthandschuhe an.  Foto: Sascha Rheker

Weil die Polizei einen Teil der Demonstranten einkesselt, wird die Stimmung aggressiver. Lesen Sie hier nach, was unsere Autoren am wichtigsten Blockupy-Tag beobachtet haben.

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00:05 Uhr. Der Demonstrationszug ist inzwischen laut Twitter-Berichten am Hauptbahnhof und löst sich dort langsam auf.

Auf Facebook veröffentlichen die "Filmpiraten" ein verwackeltes Video, das zeigt, wie ein Polizist das Mikrofon einer Videokamera abbricht. Das Ganze soll in einer ruhigen Minute auf der Demo passiert sein.

23:27 Uhr. "Wie wäre es mit ner Städtepartnerschaft, #Frankfurt und #Istanbul haben seit heute einiges gemeinsam", spottet Twitter-Nutzer "Blickwinkelkanone".

23:01 Uhr. Was von der Demo noch übrig ist, zieht zum Hauptbahnhof. "Stimmung ist super", twittert #Blockupy.

22:52 Uhr. #Blockupy erklärt die Kundgebung für beendet, aber die Demonstranten machen nicht schlapp.

22:25 Uhr. Nach neuneinhalb Stunden ist der Kessel komplett aufgelöst, die beiden Demonstrationszüge sind wieder vereinigt. Es sind noch 2000 bis 3000 Menschen auf der Straße.

21:56 Uhr. Über das Twitter-Konto verbeitet Blockupy eine Schätzung: Zeitweise seien bis zu 20.000 Demonstranten auf der Straße gewesen.

21:35 Uhr. Die Bühne für die Abschlusskundgebung wird bereits abgebaut, zeigen Bilder. Es rechnet wohl niemand mehr damit, dass die Kundgebung am geplanten Ort stattfindet.

21:23 Uhr. Polizeipräsident Achim Thiel meldet sich zu Wort. Per Pressemitteilung weist er die Kritik an der Polizei zurück. Die "vermummten und gegen Auflagen verstoßenden Demonstranten" hätten der Polizei heute keine andere Wahl gelassen, als die Demonstration aufzuhalten. Dem Versammlungsleiter wirft Thiel "unkooperatives Verhalten" vor. Mutmaßungen, die Polizei habe den Kessel von langer Hand geplant, seien "völlig aus der Luft gegriffen". Dass sich Thiel während eines laufenden Einsatzes äußert, ist absolut ungewöhnlich. Offensichtlich hat die Kritik der Polizeiführung stark zugesetzt.

21:04 Uhr. Blockupy-Aktivisten twittern eine Handynummer. Der Zweck: emotionale Hilfe "für alle, die heute schwer verdauliche Erfahrungen mit der Polizei machen mussten".

21:00 Uhr. Nach mehr als acht Stunden Kessel gibt es in Kürze eine Abschlusskundgebung. Dazu wird die Demospitze, die nicht gekesselt wurde, offenbar zum hinteren Teil der Demo durchgelassen - sobald der Kessel leer ist.

Bleibt nüchtern!

20:42 Uhr. "Bleibt nüchtern!": Der Gewerkschaftswagen ruft zur Disziplin auf. Die Teilnehmer sollen den Frust über den Verlauf der Demo nicht im Alkohol ertränken.

20:34 Uhr. Offenbar sind im Kessel doch mehr Menschen als gedacht: Ein Sprecher der Polizei teilte mit, man habe bisher von etwa 200 Demonstranten die Personalien aufgenommen. Etwa 150 Menschen befänden sich noch im Kessel.

20:24 Uhr. Durchsage vom Gewerkschaftswagen: Fast alle Demonstranten sind aus dem Kessel heraus, tönt es durch einen Lautsprecher. Man wolle nicht mehr wie geplant weiterziehen. Einige Teilnehmer sind von dieser Ansage enttäuscht, Buhrufe sind zu hören.

20:14 Uhr. Polizisten stürmen einen Lautsprecherwagen im Kessel und montieren die Musikboxen darauf ab. Rund 200 Uniformierte stehen inzwischen vor den nicht eingekesselten Demonstranten. Die Stimmung ist aggressiv, Demonstranten zeigen Polizisten den Mittelfinger.

20:07 Uhr. Im hinteren Teil der Demo warten immer noch Tausende auf das Ende des Kessels. Die Empörung über das Vorgehen der Polizei ist enorm. "Haut ab", rufen die Versammelten den Beamten immer wieder zu.

19.46 Uhr: Blockupy-Aktivisten dringen in die Oper ein. Aus einem Fenster des Treppenhauses entrollen sie unter Beifall der Zuschauer ein Plakat mit der Aufschrift "Solidarität".

19.14 Uhr: Vertreter der Gewerkschaft Verdi geben von ihrem Wagen, der an der Ecke Untermainanlage/Hofstraße steht, eine erste Bewertung der Ereignisse ab: "Das harte Durchgreifen der Polizei muss als ein Signal der Landesregierung an die Stadt Frankfurt verstanden werden, wer der Herr im Haus ist."

19.10 Uhr. Es gibt unter den Demonstranten offenbar Schwerverletzte, berichtet die "FAZ". Unter den Verletzten sollen auch Journalisten sein.

"Die Stimmung kippt"

18.45 Uhr: Resümee der Blockupy-Organisatoren: "Die öffentliche Stimmung kippt gegen die Polizei. Unsere Demo wurde gestoppt, aber der eigentliche Verlierer heute ist die Polizei", twittern sie.

18.02 Uhr: Es spielen sich erstaunliche Szenen ab. Ein Journalist beschwert sich, weil die Polizei ihn zur Seite drängt. Eine Polizistin herrscht ihn an. "Einfach mal die Klappe halten!"

18 Uhr: Nach ersten Schätzungen haben inzwischen mehr als die Hälfte der Demonstranten den Heimweg angetreten. Die Blockupy-Organisatoren geben per Lautsprecher durch, dass die Fernbusse in Städte wie Hamburg erst später fahren werden und deshalb die daher stammenden Aktivisten noch bleiben können.

17.48 Uhr: Polizisten bringen immer mehr Demonstranten aus dem Kessel. Einige der Abgeführten werden gezerrt, einige bluten. Viele werden im Polizeigriff abgeführt, mit verdrehten Armen. Die Zuschauer an der Seite quittieren das mit Pfiffen und Buh-Rufen.

17.46 Uhr: Das Blockupy-Bündnis bemüht sich, möglichst viele Demonstranten vor Ort zu halten. Doch immer mehr Menschen hinter dem Kessel wandern ab. Aus den Lautsprechern schallt der Blockupy-Gassenhauer "Griechische Pein".

17.43 Uhr: Mike Josef, Frankfurter SPD-Chef, steht seit fünfeinhalb Stunden hinter dem Polizeikessel. Er ist empört: "Frankfurt gibt in Sachen Versammlungsfreiheit ein ganz schwaches Bild ab. Man kriegt das Gefühl, das Urteil des Verwaltungsgerichtshof soll politisch unterlaufen werden."

17.42 Uhr: Die Polizei hat soeben die Linkspartei-Abgeordneten Katja Kipping und Janine Wissler aus dem Kessel abgeführt.

17.40 Uhr: "Solche Zustände hat es ja noch nicht einmal in der DDR gegeben", sagt eine Blockupy-Aktivistin. Sie und ihre Mitstreiter feiern den Erfolg der Demonstranten in der Türkei, die sich gegen den Ausbau des Taksim-Platzes in Istanbul wehren.

17.37 Uhr: Der Lautsprecherwagen im Kessel sagt durch, dass die Situation noch lange dauern werde. "Dass wir einfach unsere Personalien abgeben, das könnt ihr vergessen", ruft er der Polizei entgegen. Auf Twitter macht das Stichwort vom "Frankfurter Kessel" die Runde.

Polizei setzt massiv Pfefferspray ein

17.36 Uhr: Sanitäter gehen mittlerweile von mehreren hundert Verletzten durch Pfefferspray aus.

17.26 Uhr: Das Stadtmagazin "Journal Frankfurt" meldet per Twitter, dass auch einer seiner Reporter von Polizisten mit Pfefferspray besprüht worden ist.

17.18 Uhr: Die Lage im Kessel und dahinter ist immer noch statisch. Die Menschen, die an den Absperrungen stehen, reagieren spöttisch auf die Polizei. Wenn weitere Mannschaftswagen eintreffen, gibt es höhnischen Applaus.

17.08 Uhr: Journalisten, die Polizeiketten passieren wollen, müssen außer ihren Presse- auch ihren Personalausweis vorzeigen. Ein älterer Polizist an der Untermainbrücke behauptet, es sei "Kulanz", dass er den Berichterstatter der FR passieren lasse.

17.05 Uhr: Am hinteren Ende des Demonstrationszuges im Bereich Mainlust/Ecke Wilhelm-Leuschner-Straße verlassen jetzt einige Demonstranten enttäuscht die Demo, da sie beispielsweise ihre Kinder abholen müssen. Andere sind beharrlich. Sie wollen so lange bleiben, bis die Demonstration beendet ist. Sie haben allerdings ein Problem: Die Dixie-Klos befinden sich hinter der Polizeiabsperrung, nicht am Ende des Zuges.

17 Uhr: Am Jüdischen Museum müssen mehrere Demonstranten behandelt werden, die von Polizisten mit Pfefferspray besprüht worden sind. Nach Angaben der Blockupy-Organisatoren hätten innerhalb weniger Minuten bis zu 20 mit Pfefferspray Verletzte versorgt werden müssen.

16.45 Uhr: Eine Demonstrantin aus Bonn greift zum Mikrofon. Sie ruft den Polizisten zu: "Ihre Vorgesetzten bringen Sie in eine sehr gefährliche Situation." Keine hundert Meter entfernt von ihr stehen zwei Wasserwerfer

Dixie-Klos für Polizisten und Demonstranten

16.42 Uhr: Die Polizei führt jetzt die ersten Menschen aus dem Kessel ab. Sie werden jeweils von zwei Beamten begleitet. Den Menschen im Kessel wurden inzwischen zwei Dixi-Klos zur Verfügung gestellt. Die Menschen aus der Demospitze begrüßen die Abgeführten mit Applaus.

16.40 Uhr: Ein Bedürfnis eint Polizisten und Demontranten. Damit dies befriedigt werden kann, lässt die Polizei Dixie-Klos anliefern.

16.25 Uhr: Das Blockupy-Bündnis kündigt an, dass es seine für 17 Uhr angesetzte Pressekonferenz wegen der Ereignisse verschieben wird.

16.10 Uhr: Die Polizei kündigt per Lautsprecher an, dass sie die Personalien der Menschen feststellen will, die sich in dem Kessel befinden. Die Personen sollten schon mal ihre Papiere griffbereit halten. Die Kontrollen dürften einige Stunden dauern. So wie es im Moment aussieht, wird es heute keine Blockupy-Demo mehr durch Frankfurt geben.

15.56 Uhr: Die gekesselten Demonstranten versuchen, wieder bessere Stimmung zu machen. Sie zünden ein bengalisches Feuer und lassen roten Rauch los, dazu spielen sie laute Musik. Fahnen und Regenschirme werden geschwenkt.

Anwohner lassen Wassereimer hinunter

15.50 Uhr: Um die Menschen im Kessel mit Wasser zu versorgen, lassen Anwohner gefüllte Eimer hinunter.

15.38 Uhr: In der Neuen Mainzer Straße reißt Polizei ohne erkennbaren Grund zwei Männer zu Boden und verhaftet sie. Demonstranten schreien die Beamten an. Die Situation wird zunehmend explosiv. Viele Demonstranten fordern, die Anmelder sollten die Demo auflösen.

15.25 Uhr: Die Polizei spricht Platzverweise aus.

15.16 Uhr: An der Hofstraße / Ecke Neue Mainzer Straße drängen Polizeikräfte Demonstranten massiv zur Seite. Menschen werden von Beamten geschubst und umgeworfen. Die Stimmung wird zunehmend aggressiv.

15.12 Uhr: Die Polizei gibt durch, dass im gekesselten Teil der Demo "vermummte und passiv bewaffnete" Menschen seien. Diese würden jetzt "von der Versammlung ausgeschlossen". Was das praktisch heißt, ist noch schwer abzuschätzen. Die Situation bleibt unübersichtlich.

15.10 Uhr: Demonstranten, die sich zwischen dem Kessel und restlichen Demonstrationszug aufgehalten haben, sollen nach Angaben der Blockupy-Organisatoren von der Polizei mit Pfefferspray oder Schlagstöcken verletzt worden sein.

SPD-Chef steht auch im Demo-Zug

15 Uhr: Der Frankfurter SPD-Chef Mike Josef steht im hinteren Teil des Demonstrationszuges. Er sagt: "Die Wut unter den Menschen hier wird immer größer." Seiner Schilderung nach stehen die Leute dicht an dicht und kommen nicht weiter. Die Aggressionen nähmen zu. Josef hat Angst, dass die Situation eskaliert und es zu Gewalttätigkeiten kommt.

14.51 Uhr: Laut Demo-Anmelder Werner Rätz wird die Polizei die etwa 500 Eingekesselten jetzt einzeln durchsuchen - und alle Personalien feststellen. Die Demoleitung habe angeboten, dass die Menschen im Kessel alle Vermummungen ablegen könnten. Die oberste Einsatzleitung habe das aber abgelehnt.

14.30 Uhr: Die Polizei spricht davon, dass Anhänger des "Schwarzen Blocks" eingekesselt worden seien. Es soll sich um 200 bis 400 Vermummte handeln. Diese führten "Passivbewaffnung" wie Schilder mit sich und spannten Seile an den Rändern des Demonstrationszuges. Außerdem seien aus ihrem Kreis Feuerwerkskörper und Farbbeutel in Richtung Polizeibeamte gefolgen.

14.25 Uhr: Der Lautsprecherwagen des antikapitalistischen Blocks gibt durch, dass die Polizei ganz klar die Situation eskaliere, indem sie die Demonstranten weiter einkessele. In der Tat stellt sich langsam die Frage, welche Strategie die Polizei eigentlich verfolgt.

Demonstrationszug steht still

14.20 Uhr: Das Plenum der eingekesselten Demonstranten ist nach Twitter-Nachrichten der Blockupy-Organisatoren nicht bereit, auf die Forderungen der Polizei, den Demonstrationszug zu teilen, einzugehen. Die Polizei habe daraufhin angekündigt, die Personalien von Demonstranten zu kontrollieren.

13.54 Uhr: Die Demo steht jetzt seit einer Stunde, die Situation ist unverändert. Demoleitung und Polizeiführung verhandeln, wie es weitergehen kann.

13.44 Uhr: Die Polizei versucht nach Angaben der Blockupy-Organisatoren den Demonstrationszug zu spalten. Der antikapitalistische Block sei eingekesselt, twittern sie, der hintere Teil des Demonstrationszug solle am Main entlang geleitet werden. Der Kommentar der Organisatoren: "Wir lassen uns nicht spalten!"

13.26 Uhr: Die Polizei-Einsatzleitung diskutiert jetzt mit dem Anmelder der Demo. Vor einer Fortführung des Aufzuges will die Polizei offenbar, dass der antikapitalistische Block alle potenziell gefährlichen Gegenstände abgibt und alle Personen des Blocks durchsucht werden können. "Sie wissen, dass Sie uns damit in eine sehr schwierige Lage bringen", sagt Demo-Anmelder Werner Rätz. "Und dass Sie vor Gericht hinterher verlieren werden."

13.05 Uhr: Nach Twitter-Nachrichten der Blockupy-Organisatoren soll der Demonstrationszug stehen. Nach "einem bisschen Rauch" seien die ersten 1000 Demonstranten von er Polizei eingekesselt worden. Die Polizei habe erneut vereinzelt Pfefferspray eingesetzt.

13.01 Uhr: Die Polizei plant offenbar, die Demo zu spalten. Der linksradikale Block zu Beginn der Demo soll vom Rest des Aufzuges getrennt werden. Es habe "massive Straftaten" gegeben, sagt die Polizei. So seien Menschen vermummt und mit Schutzkleidung passiv bewaffnet.

12.54 Uhr: Der antikapitalistische Block ist jetzt komplett eingekesselt, die Demo stockt. Die Polizei sagt durch, dass Pyrotechnik auf Beamte geworfen worden sei. Außerdem seien viele Vermummte in der Demo.

Polizisten trennen Demo-Spitze ab

12.51Uhr: Noch vor der EZB eskaliert die Situation. Die Polizei stürmt massiv in die Demo und trennt die Demospitze ab. Der Hintergrund ist noch offen. Die Demonstranten schäumen vor Wut.

12.41Uhr: Die Demonstration kommt jetzt in der Hofstraße an. Die Polizei hat jetzt auch einen Hubschrauber im Einsatz - und die Sonne kommt raus.

12.31 Uhr: Am lautesten ist bisher der "antikapitalistische Block" mit der Parole "Staat, Nation, Kapital - Scheiße!"

12.20 Uhr: Die Polizei schätzt, dass etwa 2500 Menschen auf der Demo sind. Vor Ort sieht das nach einer sehr vorsichtigen Schätzung aus. In jedem Fall ist die Blockupy-Demo kleiner als im vergangenen Jahr - da waren rund 25.000 Menschen auf der Straße.

12.16 Uhr: Die Demo setzt sich in Bewegung. Das weiße Blockupy-Transparent an der Spitze.

12.15 Uhr: Die Blockupy-Organisatoren kündigen über Twitter an, dass sich der Demonstrationszug vom Baseler Platz bald in Richtung EZB in Bewegung setzen wird. Die Strecke verläuft über Wilhelm-Leuschner-Straße, Hofstraße, Willy-Brandt-Platz, Berliner, Schuhmacher, Konrad-Adenauer, Hochstraße sowie Taunusanlage, Gallusanlage und EZB.

12.12 Uhr: Vorne, im sogenannten antikapitalistischen Block, haben die Menschen große Bücher aus Styropor gebastelt. Das Kapital von Karl Marx ist ebenso dabei wie Harry Potter - und die "Dialektik der Aufklärung" von Horkheimer und Adorno.

12.06 Uhr: Mittlerweile dürften sich rund 5000 Menschen am Baseler Platz versammelt haben. Der Aufzug soll gleich beginnen - die Wilhelm-Leuschner-Straße runter in Richtung City.

"Care Mob": Frauen besonders belastet

12 Uhr: Zwei Rednerinnen vom feministischen Bündnis "Care Mob" weisen auf die besondere Belastung von Frauen in der Krise hin. "Nach der Arbeit wartet zu Hause oft eine zweite Schicht." Sorge- und Pflegearbeit werde ins Private verschoben, müsse aber insgesamt neu geregelt werden. "Unsere Care-Revolution beginnt hier!"

11.49 Uhr: Vom Lautsprecherwagen wird berichtet, dass es heute Demonstrationen in zwölf europäischen Ländern gebe. "Das ist eine neue Qualität", sagt die Rednerin. In ganz Europa habe man begriffen, dass man gemeinsam gegen Krise, Lohn- und Sozialabbau kämpfen müsse.

11.45 Uhr: Marika Frangakis von Attac Griechenland schildert die Lage in ihrer Heimat. Die Sparpolitik der Troika müsse beendet werden, fordert sie. Und die erstarkende griechische Rechte müsse bekämpft werden - die Faschisten von der "Goldenen Morgenröte" würden immer stärker.

11.28 Uhr: Jetzt spricht Katja Kipping von der Linken. Die Troika behaupte, es gäbe keine Krise, wenn die Länder Südeuropas besser gehaushaltet hätten. "Aber wir wissen: die Ursache für die Krise ist die Bankenspekulation, es ist der Kapitalismus."

11.19 Uhr: Die Auftaktkundgebung beginnt. Zu Beginn sprechen Vertreter der neuen Flüchtlingsbewegung. Die aktuelle Asylpolitik sei katastrophal, sagt ein Redner - und es sei ein Skandal, dass viele Flüchtlinge aus Berlin von der Polizei auf dem Weg nach Frankfurt gestoppt wurden. Er erntet viel Applaus.

Über Sonderzug kreist Hubschrauber

11.15 Uhr: Ein Sonderzug mit Blockupy-Demonstranten aus Stuttgart wird es wohl nicht pünktlich zum Demonstrationsbeginn schaffen. Er soll gerade in Bensheim Auerbach stehen, berichten die Blockupy-Oranisatoren über Twitter. Ein Hubschrauber soll über ihm kreisen. Angeblich, so die Veranstalter, gebe es einen Personenschaden.

1.04 Uhr: Es ist schwer abzuschätzen, wie viele Menschen sich bisher am Baseler Platz eingefunden haben. Ein paar Tausend dürften es schon sein. Der Platz ist jedenfalls schon gut gefüllt.

11 Uhr: Die Blockupy-Demo wird von einer Ganz Großen Koalition gebildet: Linkspartei und Fluglärmgegner, Attac und DKP, deutsche Autonome und iranische Kommunisten. Der Baseler Platz ist schon voll mit Bannern und Fahnen.

10.44 Uhr: Am Baseler Platz sammeln sich gerade die ersten Demonstranten. Die Stimmung ist gut, es sind Fahnen von Attac, Verdi und Linkspartei zu sehen. Die Lautsprecherwagen spielen Musik, die Stimmung ist entspannt. Auch das Wetter ist freundlicher als gestern: man sieht sogar etwas blauen Himmel.

10.10 Uhr: Die ersten Bewohner des Blockupy-Protest-Camps ziehen in Richtung Baseler Platz, wo die Demonstration um 11 Uhr beginnen soll.

Freitagabend: Immer mehr Menschen strömen trotz schlechten Wetters in das Blockupy-Protest-Camp am Rebstock, um rechtzeitig zur geplanten Massen-Demo in Frankfurt da zu sein.

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