Als "großen Schritt nach vorn" und "begrüßenswert" betrachten die seit Wochen gegen die so genannte Bologna-Reform protestierenden Studenten die jüngsten Zugeständnisse der Kultusministerkonferenz (KMK). So versprach die KMK, auf die Forderungen der Studenten einzugehen. Künftig solle es längere Regelstudienzeiten und weniger Prüfungsdruck für Bachelorstudenten geben - das klingt gut. Beenden wollen die Studenten ihren Protest dennoch vorerst nicht. Denn trotz allen Fortschritts, so die Studenten, seien die Politiker auf viele Forderungen nicht eingegangen. Tatsächlich scheint die KMK die Studenten nicht wirklich ernst zu nehmen. Eine der Forderungen war die Verlängerung der Regelstudienzeiten, um den Zeitdruck auf die Studenten zu verringern.
Die KMK beschloss, darauf einzugehen, indem sie die Regelstudienzeit der Bachelorstudiengänge von bisher sechs auf künftig acht Semester verlängerte. Gleichzeitig wurde jedoch darauf verzichtet, auch die Regelstudienzeit des Gesamtstudiums heraufzusetzen, die bislang zehn Semester beträgt.
Das bedeutet, dass Studenten, die den Bachelor in Zukunft in acht Semestern Regelstudienzeit absolvieren, dann nur noch zwei Semester Zeit hätten, um anschließend den Master zu machen. Der ist in zwei Semestern gar nicht zu schaffen. Das ist kein wirkliches Entgegenkommen. Vielmehr handelt es sich um den Versuch der KMK, den Protestierenden den Wind aus den Segeln zu nehmen und die Proteste zu beenden, indem sie öffentlichkeitswirksam ihre Kompromissbereitschaft demonstriert.
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