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Neuer Bundespräsident: Gaucks politische Ansichten - und wer sich daran stören wird

Joachim Gauck ist der Konsenskandidat aller Parteien, außer den Linken. Aber ist den Politikern von Schwarz-Gelb-Rot-Grün wirklich klar, wen sie da zum Bundespräsidenten machen? Eine Zusammenschau von Gaucks Standpunkten - und wen er jeweils damit ärgert.

Wieder Freunde: Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Wieder Freunde: Joachim Gauck und Bundeskanzlerin Angela Merkel.
Foto: dapd
Berlin –  

Sie ist kurios, diese Präsidentenkür. SPD und Grüne setzen nun schon zum zweiten Mal auf Joachim Gauck, einen Kandidaten, der ihren politischen Überzeugungen keineswegs entspricht. Und Kanzlerin Angela Merkel wehrte sich bis zuletzt gegen Gauck als Bundespräsidenten, obwohl er politisch recht gut zu ihr passt. So etwas passiert, wenn Politiker nur noch in Kategorien von parteipolitischen Machtspielen denken.

Sauber steht nur die Linkspartei da, die Gauck aus einleuchtenden Gründen noch nie mochte. Wir listen auf, welche Überzeugungen Gauck hat, und wen der künftige Hausherr auf Schloss Bellevue damit besonders ärgern wird.

Protestbewegungen: Die letzte, echte, tatsächlich legitime Protestbewegung in Joachim Gaucks Weltsicht waren die Montagsdemonstrationen. Nein, nicht all die späteren Proteste, die sich diesen Namen zulegten, sondern das Original. Jene Bewegung von mutigen Ostdeutschen also, die 1989 zum Umsturz der DDR führte.

Joachim Gauck - der zweite Anlauf

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Als sich 2004 eine Protestbewegung gegen die Hartz-IV-Reform des damaligen Kanzlers Schröder bildete und in allen deutschen Städten zu "Montagsdemonstrationen" aufrief, war Gauck empört. Es sei "töricht und geschichtsvergessen, wenn der Protest gegen Sozialreformen unter dem Titel Montagsdemonstration stattfindet", sagte der einstige DDR-Bürgerrechtler damals der "Berliner Zeitung".

Zutiefst skeptisch gab sich Gauck auch gegenüber den Protesten gegen die Atomkraft oder den Bau des neuen unterirdischen Hauptbahnhofes Stuttgart 21.

Occupy Now: "Das wird schnell verebben", prophezeite Gauck im Oktober 2011, als Hunderttausende zu kapitalismus-kritischen Demonstrationen auf die Straße gingen. Die Finanzmarkt-Debatte sei "unsäglich albern", der Traum von einer Welt, in der man sich der Bindung von Märkten entledigen könne, eine romantische Vorstellung. Es sei zu bezweifeln, dass die Bankeinlagen sicherer wären, wenn die Politiker in der Finanzwirtschaft das Sagen hätten.

Politische Reaktionen zu Gaucks Kandidatur

„Das wäre ein Präsident der kalten Herzen und ist jetzt ein Kandidat der kalten Herzen.“ (Linken-Chefin Gesine Lötzsch)

Schon damals, als die "Zeit" diese Äußerungen veröffentlichte, brauste ein Empörungssturm durch die linke Öffentlichkeit. Für die Politiker von Rot-Grün, die durch offenes Sympathisieren mit der kapitalismuskritischen Szene neue Wähler gewinnen wollten, verträgt sich ein solcher Kandidat Gauck nur schwer.

Lesen Sie auf der nächsten Seite unsere Analyse von Gaucks Positionen zur Agenda 2010, zur Integration von Migranten, zum Afghanistan-Einsatz und zur Kommunismus-Kritik.

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Autor:  Bettina Vestring
Datum:  20 | 2 | 2012
Seiten:  1 2
Kommentare:  40
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