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26. August 2013

Angriff auf AfD-Chef Lucke: AfD-Chef fordert Durchgreifen gegen Linksextreme

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Da sprach er noch unbehelligt: Bernd Lucke.  Foto: dpa

Eine Attacke von „Linksextremisten“ auf die AfD in Bremen sorgt für ungeahnten Trubel im Wahlkampf. Parteichef Lucke fordert ein hartes Vorgehen gegen Linksextremisten.

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Bremen/Berlin –  

In seiner Rede über die Euro-Krise ist Bernd Lucke gerade bei Zypern angekommen. Er wettert über die russischen Oligarchen, die dort ihr Schwarzgeld verstecken. Da schaut der Vorsitzende der Alternative für Deutschland (AfD) plötzlich verstört zur linken Seite der Waldbühne im Bremer Bürgerpark. Zwei vermummte Männer in dunklen Klamotten stürzen auf ihn zu und stoßen den 51-Jährigen vom Podium. Der Schrecken im Publikum ist groß. „Polizei!“, ruft jemand, „Schweine!“ ein anderer.

Der Überfall ereignete sich am Samstagnachmittag und man kann inzwischen die Störung ziemlich gut nachvollziehen, weil die AfD selbst ein Video darüber ins Netz gestellt hat. Zunächst hatte es von offizieller Seite geheißen, 25 Personen wären an dem Überfall im bekannten Biergarten Waldbühne im Bremer Bürgerpark beteiligt gewesen; acht von ihnen seien auf die Bühne gelangt. Das AfD-Video zeigt dagegen lediglich die zwei Vermummten beim Sturm aufs Freiluftpodest. Einer stößt Lucke hinunter, der andere scheint Pfefferspray zu versprühen. Dabei sind dann auch Rufe wie „Scheiß-Nazis!“ zu hören. Die anderen Störer hielten sich anscheinend zurück und flüchteten dann gemeinsam mit den Angreifern.

Am Tag nach dem Angriff fordert Lucke ein schärferes Vorgehen gegen linke Gewalt. Er sagte der „Neuen Osnabrücker Zeitung“ (Montag), es sei „an der Zeit, die Geduld mit linksextremen Gruppierungen aufzugeben und offensiver mit kriminellen Strukturen umzugehen“.

Hustend, aber lächelnd

Wieder zurück im Video: Dort sieht man, dass Lucke kurz nach dem Überfall hustend, aber lächelnd zum Getränkestand geht. Wenig später klettert er wieder auf die Bühne. „Das hat doch den Unterhaltungswert meiner Rede sehr erhöht“, ruft er ins Publikum: „Da haben wir richtig was erlebt.“ Und dann versichert der Wirtschaftsprofessor noch: „Es ist nichts passiert, wie Sie sehen.“

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Das muss etwas korrigiert werden: Laut Polizei litten insgesamt 16 Teilnehmer der Kundgebung – darunter auch Kinder – an Augen- und Atemwegsreizungen, die dann ambulant behandelt wurden. Ein Parteihelfer habe sich einen Schnitt am Finger zugezogen, als er bei der Verfolgung der Täter mit einem Messer angegriffen wurde und das abwehren wollte. Zwei Verfolger sollen Faustschläge abbekommen haben.

Nicht alle Flüchtigen kamen davon. Die Polizei schnappte drei mutmaßlich linksextreme „Antifaschisten“ zwischen 22 und 27 Jahren. Gegen sie wird jetzt ermittelt wegen schweren Landfriedensbruchs und gefährlicher Körperverletzung. Die drei Festgenommenen seien zum Teil bereits wegen ähnlicher Übergriffe polizeibekannt. Nach weiteren Beteiligten werde noch gefahndet. „Die Ermittlungen laufen auf Hochtouren. Wir nehmen das sehr ernst“, sagte eine Polizeisprecherin.

Rede unter Polizeischutz

Nach der Zwangspause jedenfalls setzte Lucke seine Rede unter größerem Polizeischutz als zuvor fort. Der Presse teilte er später dann mit, der Überfall sei eine „unerträgliche Störung des demokratischen Wettbewerbs“ und ereiferte sich, von „Schlägertruppen wie seinerzeit in der Weimarer Republik“ zu sprechen.

Laut Agenturberichten verurteilten auch Politiker anderer Parteien den Angriff auf Lucke. „Gerade angesichts deutscher Erfahrungen gilt es, den Anfängen mit allem Nachdruck zu wehren“, folgte der Vorsitzende des Auswärtigen Bundestags-Ausschusses, Ruprecht Polenz (CDU), der Vorlage des AfD-Chefs. FDP-Generalsekretär Patrick Döring sagte zu „Handelsblatt-Online“: „Das ist letztendlich ein Angriff auf die Demokratie.“ Der Parlamentarische Geschäftsführer der Grünen im Bundestag, Volker Beck, meinte, die „rechtspopulistischen Kandidaten der AfD, die Ressentiments bedienen“, müsse man „mit Argumenten klein halten, nicht mit Faustschlägen“.

Auch in anderen Städten hat es schon Übergriffe von „Antifaschisten“ auf AfD-Wahlkämpfer gegeben. „Das ist nicht das erste Mal, dass so etwas passiert“, bestätigt AfD-Pressesprecherin Dagmar Metzger. In Bayern sei an einem Stand ein Mitglied angegriffen worden. „Ihm wurde die Schulter ausgekugelt, am Boden liegend wurde ihm gegen den Kopf getreten.“ Zudem gebe es zahlreiche Aktionen, bei denen Wahlkampfplakate zerstört worden seien. Die Gegner werfen der AfD vor, sie duldeten Rechtsextremisten in ihren Reihen. Die Partei bestreitet dies. mit dpa Seite 11

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