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08. August 2012

Afrikanische Savanne verwaldet: Erbarmen - die Bäume kommen

 Von Thomas Stillbauer
Könnte ein Verlierer werden, wenn künftig lauter Bäume in der Savanne stehen: Hochgeschwindigkeitsjäger Gepard.  Foto: Getty Images

Frankfurter Wissenschaftler erforschen die afrikanische Savanne und finden heraus: Die Savanne könnte zu Wald werden - und zwar schon recht bald. Eine gute Sache? Nicht für Giraffen, Elefanten und Zebras.

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Wenn irgendwo auf der Welt neue Bäume wachsen, in großer Zahl und sogar ganz von selbst, dann sollte das normalerweise ein Grund zur Freude sein. Schließlich liest man Tag für Tag, wie viele Bäume dem Planeten durch Rodung und Gewinnstreben verloren gehen. Wenn der Wuchs jedoch auf Kosten einer einzigartigen Natur ausbricht, und wenn er gar Elefanten, Giraffen und Zebras bedroht, dann sieht die Sache schon wieder ganz anders aus.

Genau das aber haben Frankfurter Forscher jetzt nachgewiesen: dass weite Teile der afrikanischen Savanne zu Wäldern werden könnten – und zwar schon recht bald, bis zum Jahr 2100. „In Afrika ist eine Verbuschung zu beobachten, eine Verholzung, eine Entwicklung hin zu viel mehr Bäumen“, sagt Simon Scheiter vom Forschungszentrum für Biodiversität und Klima (Bik-F) an der Frankfurter Goethe-Universität. Herausgefunden hat er das in Zusammenarbeit mit seinem Geografen-Kollegen Steven Higgins. Draußen in der Steppe, zwischen den vorbeiziehenden Gnu-Herden, unter dem scheuen Interesse der Antilopen? Nicht ganz.

„Das ist eine Modellierungsstudie“, sagt Scheiter, „das geschieht überwiegend am Computer.“ Die Forscher hatten jede Menge Feld- und Satellitendaten, etwa vom Krüger-Nationalpark in Südafrika: Zeitreihen über mehrere Jahre, die eine Entwicklung aufzeigen. 2004 begann die Arbeit am Modell, voriges Jahr die Simulation, jetzt sind Scheiter und Higgins so weit, dass sie sagen können: Savanne wird zu Wald werden, wenn der CO2-Gehalt in der Atmosphäre sich weiterhin entwickelt wie bisher. Die Kohlendioxid-Schwelle, bei der dieser Effekt eintritt, ist aber nicht überall gleich hoch. Daher wird der Wandel auch nicht überall gleichzeitig geschehen, was, so Scheiter, „das Risiko einer Erschütterung des gesamten Erdsystems verringert“. Das Problem: Wachsende Wälder speichern erfreulicherweise viel CO2, das dient dem Klimaschutz – aber mit der schwindenden Savanne verlieren zahlreiche Pflanzenarten und die großen Tiere Afrikas ihren Lebensraum: „Giraffen, Elefanten, Zebras, was man so aus dem Tierpark kennt“, sagt Scheiter.

        

Auch Elefanten sind auf die Steppe als Lebensraum angewiesen.
Auch Elefanten sind auf die Steppe als Lebensraum angewiesen.
 Foto: dapd

Gras und Gehölz liegen in der Savanne im permanenten Wettstreit um die freien Flächen. Noch hat die Landschaft viele Gesichter; Faktoren wie Temperaturschwankungen und Feuersbrünste bestimmen, welcher Bewuchs sich durchsetzt. Je mehr CO2, desto mehr Bäume. „Mit dem aktuellen CO2-Anstieg geht das Wachstum der Savannenbäume erst richtig los“, sagt Higgins, der Leitautor der Studie, die in der Fachzeitschrift Nature veröffentlicht wurde.

Aus Sicht der Wissenschaftler geht der Wandel enorm schnell. „Wer das bestehende Ökosystem schützen will, der kann mit der Veränderung nicht zufrieden sein“, sagt Scheiter. Die Veränderung betrifft auch Gegenden, die ohnehin schon stark beansprucht sind durch Ackerbau, Überweidung und Plantagenwirtschaft.

Um diese Entwicklung zu stoppen oder wenigstens zu mildern, gibt es ein Rezept. Es heißt wie so oft: weniger Kohlendioxid-Ausstoß. Aber selbst die globale Bedrohung durch den Klimawandel hat bislang nicht dazu beigetragen, die CO2-Belastung wirksam zu reduzieren. Mal sehen, ob die Sorge um Zebra, Giraffe und Elefant nun mehr bewirken kann.

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