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17. Oktober 2012

Austauschjahr in den USA: Ein Königreich für Vollkornbrot

 Von Valea Ströher
Deutsche Schulschilder sind auch etwas kleiner und bescheidener. Valea an der Blanchester. Foto: Privat

Valea Ströher, Schülerin aus Schwalbach, ist für ein Jahr in Clinton County, Ohio. Sie schätzt inzwischen das US-Schulsystem, aber nicht das Essen. Man kann tatsächlich Chicken Wings auch mal über haben.

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Valea Ströher, Schülerin aus Schwalbach, ist für ein Jahr in Clinton County, Ohio. Sie schätzt inzwischen das US-Schulsystem, aber nicht das Essen. Man kann tatsächlich Chicken Wings auch mal über haben.

Ich kann kaum glauben, dass ich jetzt schon fast zwei Monate in Amerika bin. Anfangs fühlte ich mich oft einsam, aber mittlerweile habe ich Freunde gefunden. Ab und zu verabreden wir uns zum „Sleepover“. So nennen die hier das Übernachten bei Freunden.

Auch in der Schule habe ich mich eingelebt. Ich liebe das amerikanische Schulsystem. Es ist viel besser als das deutsche. Die Lehrer sind hier viel geduldiger und spielen ihre Macht nicht aus. Sie gehen auf dich ein und erklären dir die Aufgaben auch ein viertes oder fünftes Mal, wenn du es immer noch nicht begreifst. Außerdem wird hier viel mehr auf die Stärken, Schwächen und Vorlieben eines Schülers eingegangen.

Die erste Drei in Mathe

Schüleraustausch USA

Die Schülerin Valea Ströher aus Schwalbach verbringt ein Jahr in Clinton County, Ohio. Für die FR berichtet sie in regelmäßigen Abständen aus den USA. Hier geht's zur Themenseite.

Nicht alle müssen das Gleiche lernen, und alle werden sehr in ihren Stärken gefördert. Das entspannt das Verhältnis zwischen Lehrern und Schülern. Seinen Stundenplan kann man größtenteils selbst zusammenstellen. Dadurch hat man einfach mehr Spaß an der Schule. Warum soll ich schweres Mathe lernen, wenn ich es sowieso nicht begreife und mich dabei nur schlecht fühle und vor jeder Stunde Angst habe? Das war in Deutschland so. Da verliert man auch den Spaß an der Schule.

In Deutschland muss jeder alles können. Das heißt: viel Lernen für die Klausuren und dann wieder vergessen. Super System. In den USA ist das einfacher. Wenn Mathe wie bei mir nun mal nicht das Highlight ist, ist das hier kein Problem. Ich belege einen leichteren Mathe-Kurs, bei dem man alles beigebracht bekommt, was man später wirklich braucht. Wer Mathe liebt und später was in der Richtung machen will, kann die schweren Kurse belegen. Und deswegen stehe ich hier zum ersten Mal in meinem Leben auf einer drei in Mathe. Ach, ist das ein schönes Gefühl.

Burger und Pizza

Deutschland bekommt aber einen großen Pluspunkt für seine Esskultur. Ich kann mich mit dem amerikanischen Essen einfach nicht anfreunden. Das ganze Fast Food hängt mir jetzt schon zum Hals raus. Ich kann es echt nicht mehr sehen. Ich habe, seit ich hier bin, kein richtiges Brot mehr gegessen, und ich vermisse es so. Ein deutsches Vollkornbrot wäre ein Traum.

In der Highschool ist das Thema Essen noch um einiges schwieriger als bei meiner Gastfamilie, die ich sehr mag. Das Schulessen besteht fast nur aus fettem Zeug wie Burger, Chicken Wings und Pizza. Zum Glück gibt es immerhin aber Salat, von dem ich mich wohl die nächsten Monate ernähren werde. Auch bei den Getränken ist die Auswahl begrenzt. Es gibt nur Kakao und Milch.
Übrigens ist in der nächsten Woche an meiner Highschool „Homecoming“ (so heißt bei uns der Schulball), und ich freue mich schon so drauf. Ich war mit meinen Mädels für den Ball vorher ein schönes Kleid shoppen und glaube, dass das ein lustiger Abend wird.

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