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05. November 2012

Austauschjahr in den USA: Schülerin im Romney-Land

 Von Valea Ströher
Sie fühlt sich von ihrem Gastland (nicht nur) angezogen.  Foto: Privat

Austauschschülerin Valea Ströher geht für ein Jahr in die USA. Derzeit erlebt die Schwalbacherin in Ohio den US-Wahlkampf. An ihrer Schule wird besonders an den Tagen nach den Fernsehduellen viel diskutiert. Und ziemlich viele sind dort für Romney.

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Austauschschülerin Valea Ströher geht für ein Jahr in die USA. Derzeit erlebt die Schwalbacherin in Ohio den US-Wahlkampf. An ihrer Schule wird besonders an den Tagen nach den Fernsehduellen viel diskutiert. Und ziemlich viele sind dort für Romney.

Wer wird es nun, Obama oder Romney? An meiner Schule diskutieren mittlerweile alle darüber, wer wohl der Bessere wäre, und es ist schon Wahnsinn mal hautnah mitzubekommen, wenn ein US-Präsident gewählt wird. Ziemlich viele an der Highschool sind für Romney, was ich überhaupt nicht nachvollziehen kann. Wenn man sie nach ihren Gründen fragt, sagen sie, dass Obama nichts für das Land getan habe.

Meiner Meinung nach hat Obama viel getan und noch mehr versucht, wurde aber durch die Republikaner an vielem gehindert. Zum Beispiel die Krankenversicherung für alle. Obama hat sie, gegen den erbitterten Widerstand der Republikaner, durchgesetzt. Eigentlich eine tolle Sache, aber viele finden, der Staat würde sich zu sehr in die Angelegenheiten der Bürger einmischen.

Die Schülerin Valea Ströher aus Schwalbach verbringt ein Jahr in Clinton County, Ohio. Für die FR berichtet sie hier in regelmäßigen Abständen aus den USA.

Gerade die Tage nach den Fernsehduellen sorgten für viel Diskussionsstoff in der Schule, und die Lehrer diskutieren dann auch mal gerne mit. War schon lustig zu beobachten, als Obama wohl das erste Duell verloren hatte. Alle machten sich Gedanken ob das Land noch zu retten sei, denn der Präsident sei wohl schlecht drauf. Viele freuten sich aber auch über den schlechten Auftritt von Obama, denn so konnte Romney viele Pluspunkte sammeln.

Von Deutschland war ich es gewohnt, dass an jeder Ecke ein Plakat von irgendeinem Kandidaten hängt. Hier ist das, zumindest auf dem platten Land, anders. Ich habe bisher nur Wahlfähnchen für Romney gesehen und noch keines für Obama. Ein wenig erschreckt mich, dass hier viele überhaupt nicht wählen gehen.

Ich persönlich kann mit Romney überhaupt nichts anfangen und finde ihn mehr als unsympathisch. Allein dass er die Hochzeit von Homosexuellen verbieten will, finde ich einfach total doof. Woher nimmt er sich das Recht zu entscheiden, wer heiraten darf und wer nicht? Leider finden genau das viele Amerikaner gut. Schade, dass es so viele intolerante Leute gibt.

Obama punktet mit „Sandy“

Vielleicht hat „Sandy“, der Wirbelsturm, von dem ich zwar nur die Ausläufer mitbekommen habe, ja noch die Wende für Obama gebracht. Viele in meiner Schule finden, dass er hier einen echt guten Job gemacht hat und somit viele Pluspunkte sammeln konnte. Auch viele Romney-Anhänger geben zu, dass Obama sich als ein Präsident gezeigt hat, der anpackt und so eine schlimme Situation meistern kann. Als mir das ein Lehrer, mit dem ich Tage vorher diskutierte hatte, sagte, musste ich lachen, denn ich habe es ja schon immer gewusst.

Naja, warten wir mal ab, diese Woche wissen wir mehr.

Die Schülerin Valea Ströher aus Schwalbach verbringt ein Jahr in Clinton County, Ohio. Für die FR berichtet sie in regelmäßigen Abständen aus den USA.

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