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Campus-News: Studium und Studenten-Leben an den Hochschulen im Rhein-Main-Gebiet

06. November 2012

Bockenheim: Alles anders beim Kulturcampus

 Von  und 
Kulturcampus: Noch liegt einiges im Dunkeln. Foto: Andreas Arnold

Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) krempelt die Landes-Pläne zum Kulturcampus um. Das Land solle verbindliche Aussagen zu Uni-Gelände machen. Doch so vieles ist noch offen und Cunitz hält den Ausgang der Gespräche in Wiesbaden für „ungewiss“.

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Die schwarz-grüne Stadtregierung setzt die schwarz-gelbe Landesregierung beim Kulturcampus unter Druck. „Noch in diesem Jahr“ will Bürgermeister Olaf Cunitz (Grüne) gemeinsam mit Kulturdezernent Felix Semmelroth (CDU) zu Gesprächen mit dem Land nach Wiesbaden fahren. „Ich hoffe auf ein Signal, auf verbindliche Aussagen, wie es weitergehen soll“, sagte der Bürgermeister. Dabei geht es insbesondere um die Frage, wann die Universitätsbibliothek (UB) von der Bockenheimer Warte in einen Neubau umziehen kann und wann dort eine neue Hochschule für Musik und Darstellende Kunst (HfMdK) errichtet wird.

Beides ist völlig offen. Vom Präsidium der Goethe-Uni gibt es bisher nur vage Andeutungen. Zuletzt nannte es einen Zeithorizont „nicht vor 2019 oder 2020“ – nachdem ursprünglich vorgesehen war, den gesamten Abzug der Uni inklusive Bibliothek aus Bockenheim bis zum Jubiläum 2014 gestemmt zu bekommen.

Cunitz hält den Ausgang der Gespräche in Wiesbaden für „ungewiss“. Der Bürgermeister überraschte mit einem Vorstoß zur künftigen Struktur des Kulturcampus: „Ich persönlich halte es für die beste Lösung, die Hochschule und alle anderen Kultureinrichtungen nördlich der Bockenheimer Landstraße anzusiedeln.“ Dort sei „die Fläche ausreichend“. Bisher sollten die der Stadt zugerechneten Kulturinstitute wie Ensemble Modern, das Ballett von William Forsythe oder Frankfurt Lab und Hindemith-Institut südlich in Richtung Messe untergebracht werden.

Cunitz machte deutlich, dass er der Forderung von HfMdK-Präsident Thomas Rietschel, ein Drittel der neuen Hochschule südlich der Bockenheimer Landstraße zu errichten, ablehnt. Rietschels „Vorstellungen werden durch den gnadenlosen Filter des hessischen Baumanagements gedreht“, so der Grüne. Mit dem Land sei „besprochen“, die Hochschule ausschließlich nördlich der Bockenheimer Landstraße zu bauen.

Beim Filtern in Wiesbaden dürfte allerdings auch das auffallen, was Rietschel am Montag im Gespräch mit der FR äußerte: Auf Anhieb nutzbar von der UB ist für ihn nur der Verwaltungstrakt. Den sogenannten Bibliotheksquader dahinter umzubauen, könnte extrem teuer werden. Dort befinden sich Magazine und Lesesäle, die mit ihrer Struktur in Stahl- und Betonbauweise ganz gezielt für eine Bibliotheksnutzung ausgelegt sind. Erschwerend kommt hinzu, dass die Bockenheimer Landstraße 134-138 als Gesamtkomplex zum Kulturdenkmal erklärt wurde.

Für die meisten Nutzungsänderungen müsste über den Denkmalschutz nachgedacht werden. Den Bau hatte die Uni 1965 eröffnet. Das Konzept stammte von Ferdinand Kramer, es war seinerzeit stilprägend für den Bau wissenschaftlicher Bibliotheken bundesweit.

Cunitz hob hervor, dass die Stadt „einen hohen Anteil an Wohnen“ südlich der Warte verwirklichen wolle. Die Stadt könne „nicht die Entwicklung des Gebietes für zwei bis drei Jahre einfrieren“. Der Bürgermeister ging davon aus, dass die Stadt die Bauten für die Frankfurt zugerechneten Kultureinrichtungen errichtet und finanziert: „Wir würden die Umzugs- und Baukosten tragen.“ Cunitz gab zu, dass dafür bisher in der Finanzplanung der Stadt kein Euro vorgesehen ist. Allerdings sei „die Konsequenz“ der Finanzierung durch die Kommune „allen Beteiligten klar“.

Der Bürgermeister regte an, einen Beirat zu gründen, der die weitere Entwicklung des Kulturcampus begleiten soll. Er machte sich für eine baldige Entscheidung über die Zukunft des denkmalgeschützten Philosophicums stark. Es brauche eine „fachliche Entscheidung“. Der Denkmalschutz dürfe „nicht politischer Spielball“ sein.

Veranstaltung der Stadt zum Rahmenplan Kulturcampus, 20.11., 18.30 Uhr, Casino des Planungsdezernates am Börneplatz, mit Bürgermeister Olaf Cunitz, Kulturdezernent Felix Semmelroth, Frank Junker, ABG Holding.

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