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Campus
Campus-News: Studium und Studenten-Leben an den Hochschulen im Rhein-Main-Gebiet

08. Februar 2012

Darmstadt : Super Prof

 Von Moritz Zimmermann
Landete in seiner Kategorie als Erster unter den Top Drei: Bernd Jörs.  Foto: Andreas Arnold

Der Darmstädter Bernd Jörs hat es bei der Wahl um den Professor des Jahres wieder weit nach vorne geschafft. Jetzt landet er in der "Hall of Fame" - und nutzt die Bekanntheit, um die Zustände an Hochschulen zu kritisieren.

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Der Professor kommt aus der Provinz. Und er lehrt in der Provinz. Das sagt Bernd Jörs zumindest über sich selbst. Und doch bildet er die Studierenden derart aus, dass sie gute Chancen auf ein berufliches Weiterkommen in der weiten Welt haben.

Der 56-Jährige aus Rodgau ist seit 2002 Informationswissenschaftler am Mediencampus Dieburg der Hochschule Darmstadt. Bereits zum zweiten Mal nach 2006 landete Jörs bei der Wahl zum Professor des Jahres auf vorderen Plätzen. Das schaffen nur wenige – weshalb er nun auch in die „Professor des Jahres Hall of Fame“ aufgenommen wurde.

Bewertet wird nicht nur die Lehre

Er ist der erste Professor einer Fachhochschule, der in der Kategorie Geistes-, Gesellschafts- und Kulturwissenschaften einen Platz unter den Top 3 belegt.

Die Wahl wird jährlich von der Zeitschrift Unicum und der Unternehmensberatung KPMG veranstaltet. Studierende können hier ihre beliebtesten Professoren vorschlagen. Bewertet wird jedoch nicht nur die Lehre, sondern auch ihr Engagement über das Studium hinaus.

Da spielen Kontakte in die Wirtschaft und kreative Ideen eine Rolle. Ideen, die den Studierenden Qualifikationen bringen, die sie andernorts nicht erhalten hätten. „Chancen, die man eröffnet hat, wurden ergriffen“, sagt Jörs.

Der Professor, der seit 25 Jahren im Beruf ist und zuvor auch Betriebswirtschaftslehre in Frankfurt gelehrt hat, spricht in der dritten Person von sich, wenn er über sein Engagement für die Studierenden berichtet. Es gehe ihm nur um den Erfolg der Studierenden, sagt Jörs. Die Auszeichnung empfindet der Vater zweier Kinder als „Dankeschön“, gerade weil Studierende die Professoren nominieren können.

"Kontakte zu Unternehmen sind notwendig"

Jörs lehrt Informationswissenschaft mit Schwerpunkt Ökonomie an der Hochschule Darmstadt. Dabei geht es etwa um Suchmaschinen und deren Verbesserung oder um Vermarkten von Blogs. Wichtiger als der Inhalt der Lehre sei eine kritische Auseinandersetzung damit und der Erwerb von Zusatzqualifikationen.

Der Professor will, dass die Studierenden in der Branche jobben, in der sie später arbeiten wollen. Er fungiert dabei als Türenöffner: „Ich will jetzt nicht Mutter Theresa spielen, aber man muss sich kümmern.“ Die Studierenden müssten wissen, was sie besser können als andere Bewerber. Dafür sei die Rückmeldung aus der Wirtschaft notwendig. „Die kommen geheilt zurück“, beschreibt er Studierende, die sich überschätzen.

„Der Nutzer entscheidet“, sagt Jörs. Die Kontakte zu großen Unternehmen seien notwendig, um gegen inhaltlichen Stillstand ankämpfen zu können: „Für mein Fach, Internetökonomie, geht die Entwicklung außerhalb der Hochschule ab.“ Konkret macht Jörs Wettbewerbe mit den Studierenden. Als Belohnung bei Projekten, die mit Unternehmen zusammen durchgeführt werden, erhält der beste Teilnehmende eine Werkstudentenstelle in dem Betrieb.

„Die Studenten wollen das“, ist Jörs überzeugt. Dafür lässt er sich auch selbst ständig bewerten. Und zwar nicht mit allgemeinen Evaluationsbögen, sondern direkt mit mündlich vorgetragener Kritik.

Auch in den Semesterferien erreichbar

„Wir müssen viel mehr auf die Lehre achten“, sagt Jörs, „da muss man das Feuer legen.“ Der Professor wird geradezu ärgerlich, wenn er an Kollegen denkt, die da nicht so engagiert sind wie er selbst. Auch die Langsamkeit an Hochschulen stört den Professor: „Das ginge anders.“

Sein Appell an die Professoren sei, auf jegliche Art von Alibi-Engagement zu verzichten. Er wisse, dass die Unis voll seien, doch in den Monaten der vorlesungsfreien Zeit reiche die Verantwortung eines guten Professors so weit, dass er für die Studierenden erreichbar sein müsse.

Jörs will sich weiter an seine eigenen Maßstäbe halten und „daran arbeiten, was ich unbedingt will“. Immer mit dem Ziel, die ehemaligen Studierenden zufrieden in ihren neuen Berufen zu sehen.

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