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Die russische Note im Schweizer Blut

Beim Goethe-Campus-Konzert gastiert am Sonntag Christoph Croisé – ein vielversprechender Nachwuchs-Cellist

        

Auf dem Sprung zur großen Karriere: Christoph Croisé.
Auf dem Sprung zur großen Karriere: Christoph Croisé.
Foto: privat

Seit Jahren zaubert die Musikindustrie mit schöner Regelmäßigkeit neue „Jahrhundert-Talente“ hervor. Am liebsten junge, gut bis bestens aussehende Geigerinnen. Oft genug, wenn sich die PR-Maschinerie ausgetobt hat, hört man dann nicht mehr ganz so viel von ihnen.

Anders könnte es mit Christoph Croisé sein. Der 18-jährige Schweizer spielt Cello, stammt aus Aarau und räumt seit 2006 zunächst nationale Preise, später auch internationale Auszeichnungen ab. In einem Porträt wird ihm trotz seiner Jugend „Persönlichkeit“ attestiert, seine Fähigkeiten „schlummern als Versprechen in seinen Händen“. Das sind reichlich Lorbeeren – und jetzt können die Frankfurter sich davon überzeugen, ob der Nordschweizer diesen Vorschuss einzulösen vermag. Gelegenheit ist am Sonntag beim 6. Goethe-Campus-Konzert des Skyline Symphony Kammerorchesters. Das gastiert unter Leitung von Michael Sanderling im Festsaal des Casinos auf dem Campus Westend.

Auf dem Programm stehen Anton Arenskys Tschaikowsky-Variationen (op. 35a) und seine Rokoko-Variationen für Violoncello und Orchester (op. 33) sowie Joseph Haydns Sinfonie Nr. 104. Es ist Croisés Vorliebe für schwere, tiefgründige russische Komponisten wie Schostakowitsch, Prokofieff oder Tschaikowsky, die ihm den Ruf eines bereits jung Gereiften einbrachten. Im Mai 2011 spielte er mit dem Symphonieorchester der Staatskapelle St. Petersburg beim Festival „Musical Olympus“ und im September beim „Festival der russischen Kultur in der Schweiz“ mit der Camerata Zürich. In seinem Spiel, heißt es, könne er geradezu existenziell sein, das merke man nicht nur seiner Technik und dem künstlerischen Ausdruck an.

Die Ausbildung genoss Croisé von 2007 an hauptsächlich bei Alexander Neustroev, Solo- Cellist des Tonhalle-Orchesters Zürich. Er besuchte Meisterkurse unter anderem bei David Geringas, Michael Sanderling, Wen-Sinn Yang, Yvan Chiffoleau und Thomas Demenga. Er ist Stipendiat der Fritz Gerber- und der Lyra-Stiftung.

Über Michael Sanderling, den musikalischen Leiter auf dem Campus Westend, ergibt sich auch eine spezielle Beziehung zu Schostakowitsch: Im Elternhaus des Dirigenten war der russische Künstler noch ein und aus gegangen. (ask.)

Konzert: Sonntag, 5. Februar, 17 Uhr, Festsaal der Goethe-Universität auf dem Campus Westend (Casino), Grüneburgplatz 1. Tickets im Vorverkauf unter Telefon 069-4076620 und im Campus Shop für 28 Euro, ermäßigt 23, Schüler und Studenten 9 Euro.

Datum:  3 | 2 | 2012
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