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Campus-News: Studium und Studenten-Leben an den Hochschulen im Rhein-Main-Gebiet

21. August 2012

Erstsemester : Die Verteilung des Ansturms

 Von Lukas Gedziorowski
Vier Bewerbungsrunden gibt es für NC-Studienplätze.  Foto: dpa

Die Frankfurter Goethe-Uni rechnet zum Wintersemester mit 42.500 Studenten - ein Drittel mehr als noch vor fünf Jahren. Wer einen zulassungsbeschränkten Platz ergattert, darüber entscheidet die Goethe-Uni in einem speziellen Bewerbungsverfahren.

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Die Frankfurter Goethe-Uni rechnet zum Wintersemester mit 42.500 Studenten - ein Drittel mehr als noch vor fünf Jahren. Wer einen zulassungsbeschränkten Platz ergattert, darüber entscheidet die Goethe-Uni in einem speziellen Bewerbungsverfahren.

Ein Sturm zieht auf, heißt eine beliebte Redewendung in amerikanischen Spielfilmen, wenn sich Unheil anbahnt. In Deutschland findet das Unwetter seit Jahren in der Hochschullandschaft statt: der vielbeschworene wachsende Ansturm der Erstsemester. Die Hochschulen müssen immer mehr Erstsemester aufnehmen: Die Frankfurter Goethe-Universität hatte im vergangenen Wintersemester rund 41.000 Studenten, im kommenden rechnet sie mit mehr als 42.500. Das wäre ein Drittel mehr als noch im Wintersemester 2007/2008. Grund dafür ist vor allem die Zunahme von Bachelor- und Master-Studenten, deren Zahl schneller steigt als die Zahl der Diplom- und Magister-Studenten abnimmt.

Pilotbetrieb ohne Frankfurt

Mit den zahlreichen Bewerbern ist auch die Frage nach der Zulassung verbunden. Doch sprach man einst noch vom Chaos um die Vergabe von zulassungsbeschränkten Studienplätzen, scheinen die Universitäten mit der Verteilung des Ansturms gut klarzukommen – auch wenn es noch keine zentrale Stelle gibt, die die Vergabe koordiniert. Olaf Kaltenborn, Sprecher der Goethe-Uni, spricht von einer „Punktlandung“: „Wir haben unsere Kapazität an Studienplätzen weitgehend erreicht“, sagt er. „Das ist nicht leicht hinzubekommen. Es bedarf realistischer Einschätzungen.“ Vier Wellen von Bewerbungsrunden seien nötig, bis die Studienplätze weitgehend besetzt sind.

Vorhersagen trifft die Uni aufgrund der Erfahrungen aus den Vorsemestern. So sei etwa das Annahmeverhalten in Psychologie gut, sagt Marco Blasczyk, Leiter der zentralen Studienberatung – in Fächern wie Geografie, Philosophie und Germanistik ist es schon schwieriger, die Plätze vollzukriegen, da sie häufig nur die zweitliebste Wahl für Studenten seien. „Wenn es für diese Fächer einen Numerus clausus gibt, dann werden sie nicht ganz voll, aber wenn es keinen gibt, dann sind sie überlaufen“, so Blasczyk.

Für die Studienplatzvergabe nutzt die Goethe-Uni die Standard-Software der Hochschul Informations System GmbH (HIS). Mit dieser können sich Studieninteressierte online bewerben und überprüfen, ob sie für eines ihrer Wunschfächer zugelassen worden sind. Wenn die Universität einen Platz anbietet, wird der Bewerber informiert und hat zehn Tage Zeit zuzusagen. Tut er dies nicht, wird der Platz anderweitig vergeben. Da sich viele an mehreren Universitäten gleichzeitig bewerben, kommt es zu Wartezeiten und Nachrückverfahren.

Nun ist im Mai für das kommende Wintersemester ein zentrales Bewerbungsportal gestartet, das die Zulassungsverfahren der Hochschulen für Studiengänge mit örtlicher Zulassungsbeschränkung vereinfachen und beschleunigen soll: das Dialogorientierte Serviceverfahren (DoSV) auf der Internetseite hochschulstart.de. Betreut wird sie von der Stiftung für Hochschulzulassung, ehemals Zentralstelle für die Vergabe von Studienplätzen (ZVS).

Eigentlich sollte das DoSV schon vor drei Jahren starten, doch weil die HIS es nicht schaffte, die von der Telekom-Tochter T-Systems entwickelte Plattform an die eigene Software anzubinden, wurde der Termin verschoben. 15 Millionen Euro soll das Projekt die Bundesregierung gekostet haben.

In diesem Jahr nehmen nur 17 von 300 Hochschulen an dem Pilotbetrieb teil – was nicht gerade den Anspruch der Plattform erfüllt, bundesweit flächendeckend zu sein. Auch die Goethe-Uni ist nicht darunter: „Wir können es uns nicht leisten, in ein Auto ohne Räder zu steigen“, sagt Kaltenborn – zumal die Teilnahme die Unis zusätzlich Geld kostet.

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