Aktuell: Zuwanderung Rhein-Main | Fotostrecken | Polizeimeldungen
Möchten Sie zur mobilen Ansicht wechseln?
Ja Nein

Campus
Campus-News: Studium und Studenten-Leben an den Hochschulen im Rhein-Main-Gebiet

06. März 2012

Evolutionärer Vorteil: Wer mobil ist, überlebt

 Von Astrid Ludwig
Der Vierfleck, eine Großlibelle, liebt Teiche – gut für ihn.  Foto: BiK-F

Libelle ist nicht gleich Libelle. Frankfurter Forscher haben nachgewiesen, dass bestimmte Arten den Klimawandel besser verkraften als andere. Das Geheimnis ihres Erfolges liegt in ihrem Lebensraum.

Drucken per Mail

Im Sommer schwirren die bunt schillernden Körper mit schnellem Flügelschlag über das Wasser. Wer die Flugkünstler etwa am heimischen Gartentümpel beobachtet, hat es mit Libellenarten zu tun, die dem Klimawandel besser trotzen als Artgenossen, die an Bächen oder Flüssen leben. Das haben Wissenschaftler des Biodiversität und Klima Forschungszentrums (BiK-F) herausgefunden. Für die Studie haben die Frankfurter mit Forschern aus Marburg, Kopenhagen und Madrid zusammengearbeitet.

Sie haben herausgefunden, dass Libellenarten, deren Larven in Tümpeln und Teichen leben, sich besser an Klimaveränderungen anpassen können als solche, die in Bächen und Flüssen heimisch sind. Die Wissenschaftler haben dafür das tatsächliche und potenzielle Vorkommen von 88 europäischen Libellenarten im Jahr 2006 mit dem Jahr 1988 verglichen. Sie sind der Fragestellung nachgegangen, ob der Lebensraum einen Einfluss darauf hat, wie schnell die jeweilige Libellenart in klimatisch geeignetere Lebensräume ausweichen kann, wenn sich die Bedingungen am bisherigen Standort ändern, berichtet Christian Hof vom BiK-F.

Not macht erfinderisch

Der Vergleich ergab, dass Stillgewässer-Libellen ihre potenziellen Lebensräume – also solche, die klimatisch geeignet wären – besser ausnutzen als Fließgewässer-Artgenossen. Das unterschiedliche Ausbreitungsverhalten der Arten erklären die Forscher damit, dass Stillgewässer langfristig ein instabiler Lebensraum für die Insekten sind – denn Teiche und Tümpel verschwinden schneller als Bäche oder Flüsse. Not erfordere Lösungen. Stillgewässer-Libellen könnten dieses Risiko durch höhere Ausbreitungsfähigkeit kompensieren, so die Studie. Die in der Evolution herausgebildete Fähigkeit komme ihnen bei Klimaveränderungen zugute. „Denn wer mobiler ist, kann leichter seinen Standort wechseln.“

Libellen sind bis zu 40 Kilometer pro Stunde schnell und können in wenigen Tagen bis zu 1000 Kilometer weit fliegen. Deshalb wurde bisher angenommen, dass die Insekten wahrscheinlich auch drastische Klimaveränderungen durch Abwanderung überleben können. Eine Annahme, die die Studie nun revidiert hat. Libelle ist eben nicht gleich Libelle.

Zur Homepage

Anzeige

comments powered by Disqus

Anzeige

Übersicht

Wir informieren Sie aus der ganzen Region. Nachrichten aus Ihrer Stadt können Sie als Newsfeed abonnieren - klicken Sie bitte auf das orange Symbol.

Regionale Startseite

Frankfurt

Rhein-Main

Bad Homburg, Hochtaunus

Bad Vilbel, Wetterau

Darmstadt

Kreis Groß Gerau

Hanau, Main-Kinzig

Main-Taunus

Offenbach

Kreis Offenbach

Wiesbaden

Twitter

Anzeige

Mountainbike-Touren im Video
ANZEIGE
- Partner