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Campus
Campus-News: Studium und Studenten-Leben an den Hochschulen im Rhein-Main-Gebiet

24. Mai 2012

Frankfurt Campus: Asta fordert von Uni-Präsident Entschuldigung

 Von Astrid Ludwig
Die Studenten wollen, dass das Institut für vergleichende Irrelevanz bleibt.  Foto: Andreas Arnold

Im Netz kursiert ein Video mit dem Titel „Präsident rastet aus“. Es zeigt die Debatte zwischen dem Uni-Präsidenten und Demonstranten über den Verkauf des Instituts für vergleichende Irrelevanz.

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Im Netz kursiert ein Video mit dem Titel „Präsident rastet aus“. Es zeigt die Debatte zwischen dem Uni-Präsidenten und Demonstranten über den Verkauf des Instituts für vergleichende Irrelevanz.

Mittlerweile kursiert die Szene schon als mehrminütiges Video auf Youtube – unter dem Titel „Uni Frankfurt – Präsident rastet aus“. Zu sehen und zu hören ist die Debatte, die sich am Mittwoch in der Mensa auf dem Campus Bockenheim abspielte, als Demonstranten den Präsidenten der Goethe-Uni, Werner Müller-Esterl, wegen des Verkaufs des Instituts für vergleichende Irrelevanz (IVI) zur Rede stellen wollen.

Die Uni hat das von Studenten seit 2003 besetzte Haus an die Immobilienfirma Franconofurt verkauft.

Immer wieder sind auf dem Youtube-Video die lautstarken Nachfragen eines Demonstranten zu hören, der offenbar die Szene auch gefilmt hat. Die Stimmung ist aggressiv, laut. Im Halbkreis stehen Müller-Esterl und Vertreter des Präsidiums vor den Protestlern, bis es den Präsidenten offenbar nicht mehr am Platz hält, er ein paar Schritte auf den Fragesteller zugeht, jedoch von Demonstranten aufgehalten wird (ab 1.45 min).



Die Qualität des Videos sei nicht gut, sagt Asta-Vorsitzender David Malcharczyk am Donnerstag auf der Pressekonferenz, die die Studenten einberufen haben. Es sei aber deutlich zu erkennen, dass der Präsident den „gezielt gewählten Abstand“, so Malcharczyk, zwischen Präsidium und Demonstranten durchbreche und eine „Face-to-Face-Situation“ suche. Der Asta wertet das als klaren „Übergriff“, für den sich Müller-Esterl entschuldigen müsse.

Der Präsident selbst hatte der FR gesagt, er sei pausenlos beschimpft und sogar getreten worden. Er sei auf einen der Demonstranten zugegangen, habe ihn aber nicht berührt. Eine Entschuldigung lehnt Müller-Esterl ab. Unisprecher Olaf Kaltenborn kritisiert das Video. Es zeige einen kurzen Ausschnitt einer mehr als halbstündigen, lautstarken Beschimpfung des Präsidiums. Er spricht von einer „bedrohlichen Stimmung“ und einer „inszenierten und bewusst herbeigeführten Situation“, die auf Eskalation gezielt habe. Auch die Uni arbeite an einer Lösung für das IVI. Die Bereitschaft sinke aber nach Situationen wie diesen.

Erneut kritisiert der Asta den Verkauf des IVI und die Informationspolitik des Präsidiums. Das IVI sei ein Ort kritischer Wissenschaften. „Wir brauchen so einen Ort an der Uni“, sagt Malcharczyk. Laut Shirin Hagner vom Stadtschülerinnenrat besuchen auch viele Schüler das Institut. Der Asta fordert Ersatzräume an der Uni, sollte das IVI nicht erhalten werden können. Benjamin Walter vom IVI erklärt, dass Betreiber und Bewohner des Instituts so lange das Nutzungsrecht haben, bis der Besitzer vor Gericht einen Räumungstitel erwirke. Türen auszubauen, Strom und Wasser abzustellen oder Gegenstände aus dem Haus zu räumen, verstoße gegen geltendes Recht.

Nicht alle Studenten teilen die Kritik. Sebastian Bur von der Hochschulgruppe der Jungen Liberalen findet, dass der Asta „hier eine Skandalisierung betreibt und von der eigentlichen Faktenlage ablenkt“. Der einzige Rechtsbruch, der stattfinde, sei die Missachtung der Eigentumsrechte der Universität beziehungsweise der Franconofurt AG durch die Hausbesetzer.

Der Uni sei eher der Vorwurf zu machen, dass sie die Strom- und Wasserkosten für dieses Gebäude, das sie seit der Besetzung gar nicht mehr nutzen könne, weiterhin zahle. Die Forderungen der IVI-Besetzer auf Informationen und Mitbestimmung über die Zukunft des Gebäudes sowie die Forderung nach bedingungsloser weiterer Nutzung entbehre jeglicher Grundlage. Bur: „Das ist eine unverschämte Dreistigkeit, die sogar noch durch den Asta gestützt wird.“

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