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22. November 2012

Frankfurter Goethe-Universität: Container für Turmstudenten

 Von Lukas Gedziorowski
Im Frühjahr soll der Schlagbaum am AfE-Turm heruntergehen. Foto: Oeser

Studenten kritisieren die Studienbedingungen in den Fachbereichen Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften. Auch dem Umzug auf den Campus Westend sehen sie nicht mit Freunde entgegen. Die Gebäude dort seien zu klein geplant worden, klagen sie.

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Studenten kritisieren die Studienbedingungen in den Fachbereichen Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften. Auch dem Umzug auf den Campus Westend sehen sie nicht mit Freunde entgegen. Die Gebäude dort seien zu klein geplant worden, klagen sie.

Im Foyer des AfE-Turms sei es so voll wie in jedem Seminar, stellte Student Maximilian Pichl fest. Und tatsächlich war die „Turm-Vollversammlung“ der Studenten aus den Fachbereichen Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften am gestrigen Mittwochmittag gut besucht. Dazu hatte der Asta der Frankfurter Goethe-Universität zusammen mit den Fachschaften, dem L-Netz, der GEW-Hochschulgruppe und dem studentischen Turmcafé „TuCa im Exil“ aufgerufen.

Mit der Anspielung auf die Belegungsdichte in Seminarräumen war einer der Anlässe für die Versammlung benannt: Die Fachbereiche, die den AfE-Turm belegen, seien unterfinanziert, die Lehre litte unter den schlechten Bedingungen sowie unter der Bürokratie und die Infrastruktur des Turms, wie die Aufzüge, seien im schlechten Zustand. So jedenfalls stellte Markus Balzereit, wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fachbereichs 4, die Situation dar.

Er kritisierte das uni-interne Mittelverteilungsmodell für die Fachbereiche. Nur wer die meisten Drittmittel akquiriere, bekomme auch am meisten Geld. „Ein System, das konkurrenzbasiert ist, muss Verlierer hervorbringen“, so Balzereit. Auch die Verteilung des Budgets, das die Fachbereiche pro Student bekommen, findet er ungerecht. Einige Fachbereiche bekämen mehr von dem Geld zu sehen als andere. Balzereit appellierte an die Studierenden, sich von den Studienbedingungen ein Bild zu machen und darüber nachzudenken, wie man sie auf eine „neue, vernünftige Basis“ stellen könne.

Neuer Campus ein „Alptraum“

Maximilian Pichl, Student von Politik und Jura, sprach über den geplanten Umzug der Fachbereiche vom AfE-Turm auf den Campus Westend im nächsten Februar oder März. Er nannte den neuen Campus einen „Alptraum“: Abgesehen von der „Herrschaftsarchitektur“ verkomme der Umzug „immer mehr zur Farce“, empörte sich Pichl. Mehrmals sei er angekündigt und wieder verschoben worden. Grund dafür sind Verhandlungen der Uni mit dem Land über die Ausstattung des Neubaus.

Die Gebäude seien zu klein geplant worden, so Pichl, weshalb Container aufgestellt werden müssten bis das neue Seminargebäude auf dem Campus Westend fertig sei. Diese seien aber erst fürs Wintersemester 2013/2014 versprochen worden. Außerdem fehle eine Mensa. Daher forderte der Student, dass der AfE-Turm weiter genutzt werden solle, solange es keine Ersatzräume gebe. „Es gibt kein richtiges Leben auf dem falschen Campus – schaffen wir uns selbst eins!“

Zur Sprache kam auch das selbstverwaltete Studentencafé TuCa, das seit 1988 im AfE-Turm besteht. Studentin Franziska sagte, die Einrichtung sei in ihrer Existenz bedroht. Statt des kommerziellen Cafés „Sturm und Drang“ im Hörsaalzentrum könne der Raum studentischen Initiativen zur Verfügung gestellt werden. Dies sei aber nicht vom Präsidium gewollt. „Es gibt eine fehlende Kooperationsbereitschaft“, sagte die Studentin. Sie appellierte an das Präsidium, die Studenten nicht länger nur als Leistungsempfänger zu betrachten, sondern ernst zu nehmen.

Nach den drei Rednern beschäftigten sich die Studenten in „Workshops“ mit verschiedenen Themen, wie der Geschichte des Turms, der Universität, den Studienbedingungen und dem Umzug auf den Campus Westend. Am Abend gab es ein Programm mit Film, Konzert und Vortrag.

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