Eine Steuerungsgruppe, in der Mitglieder der Forschungsanstalt, der Hochschule sowie Vertreter des Wissenschafts- und des Umweltministeriums sitzen, hat sich erstmals getroffen. Hans Reiner Schulz, Direktor der bisher eigenständigen Forschungseinrichtung, spricht von einer „inhaltlich und zeitlich großen Herausforderung“, denn aus der Forschungsanstalt Geisenheim und dem Fachbereich Geisenheim der Wiesbadener Hochschule RheinMain soll im Januar 2013 eine eigenständige Hochschule für den Wein- und Gartenbau werden.
Im Juni 2010 war das Land Rheinland-Pfalz überraschend aus dem Staatsvertrag mit Hessen ausgestiegen, der seit 1987 die Finanzierung der Forschungsanstalt regelte. Bis dahin übernahm Hessen rund 10, Rheinland-Pfalz knapp 1,3 Millionen Euro jährlich. 2011 und 2012 nun zahlt Wiesbaden rund 12 Millionen Euro alleine. Seither waren mehrere Varianten für die Zukunft durchgespielt worden – etwa als Fachbereich der Uni Gießen oder der Hochschule RheinMain. Für die Gründung einer eigenständigen Hochschule spricht laut Ingmar Jung, Staatssekretär im Wissenschaftsministerium, dass „eine solche Hochschule für ihre Sparte in Deutschland einmalig und damit auch im Wettbewerb mit Studiengängen und Forschungseinrichtungen andernorts deutlich besser aufgestellt ist“.
Vom Land geförderte Forschungseinrichtung
Geisenheim ist die drittgrößte vom Land geförderte außeruniversitäre Forschungseinrichtung in Hessen. 33 Wissenschaftler und 250 technische Mitarbeiter arbeiten dort. Die meisten Wissenschaftler lehren an der Hochschule RheinMain, ein Drittel sind zugleich Professoren an der Fachhochschule Wiesbaden und lehren auch an den Unis Gießen, Frankfurt und Bonn. Für die Umwandlung muss das hessische Hochschulgesetz geändert werden. Ab 2016 soll Geisenheim dann auch in den Hochschulpakt aufgenommen werden. (alu.)