Campus
Campus-News: Studium und Studenten-Leben an den Hochschulen im Rhein-Main-Gebiet

24. Januar 2013

Goethe-Universität: Auf dem Campus Westend wird es eng

 Von Lukas Gedziorowski
Protest auf dem Campus Westend gegen den Umzug der Gesellschaftswissenschaften.  Foto: Ferdinand Heide

Etwa 100 Studenten kritisieren bei einem Rundgang den Umzug der Goethe-Uni. Auf dem Campus Westend fehlt es nach ihrer Ansicht an Räumen, nicht nur zum Lernen, sondern auch zum Aufenthalt.

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IGitt Farben“ steht auf dem weißen Transparent, das an der Campustrinkhalle hängt. Sechs Polizeiautos bewachen am anderen Ende des Parkplatzes die Versammlung der etwa 100 Studenten, die sich am Mittwochnachmittag am Rande des Campus Westend versammelt haben. Das studentische Protestplenum hat zu einem zweiten Rundgang durch die Uni-Gebäude eingeladen, um sich die Lage vor Ort anzusehen und auf die mit dem Umzug vom Campus Bockenheim verbundenen Missstände aufmerksam zu machen.

Beim ersten Rundgang im Dezember 2012 hat die Uni-Leitung Räume schließen und die Gebäude von Polizei und Sicherheitsleuten bewachen lassen. Diesmal bleiben die meisten Gebäude offen, die Polizei zieht schon früh ab, das Sicherheitspersonal ist kaum präsent.

Anfang Februar sollen nach dem Willen der Goethe-Universität die Fachbereiche 3 bis 5 vom Campus Bockenheim in die Neubauten ins Westend ziehen. Doch den Studenten zufolge fehlt es darin an Räumen: nicht nur zum Lernen, sondern auch zum Aufenthalt. Denn das PEG, kurz für Psychologie, Erziehungs- und Gesellschaftswissenschaften, ist zu klein. Ein zusätzliches Seminargebäude soll Abhilfe schaffen, doch das ist für das Sommersemester 2015 geplant. Bis dahin sollen Gebäude auf dem Campus Bockenheim und ab dem Wintersemester 2013/2014 ein Container-Pavillon Abhilfe schaffen.

Gerangel am House of Finance

Katharina Meyer, Fachschaftsmitglied des Fachbereichs 3, kritisiert, dass es im kommenden Sommersemester nicht genug Seminarräume geben werde. Außerdem fehlten ein Eltern-Kind-Raum, Fachschaftsräume sowie ein Ersatz für das studentisch-selbstverwaltete Café TuCa. „Wenn wir jetzt keine Räume einfordern, werden wir sie nie bekommen“, sagt sie. „Wir müssen jetzt Druck aufbauen.“

        

So soll das neue Studierendenhaus einmal aussehen.
So soll das neue Studierendenhaus einmal aussehen.
Foto: Ferdinand Heide

Studentin Franziska verurteilt die Uni-Leitung, die sich als „unantastbare Autorität“ gebärde: „Wirkungsvolle Mitbestimmungsmöglichkeiten für Studierende bleiben auf der Strecke.“ Ein weiteres studentisches Café steht ebenfalls vor dem möglichen Aus: Die Campustrinkhalle, die im Oktober von einer unabhängigen studentische Initiative eröffnet wurde, soll geschlossen werden. Das jedenfalls habe das Präsidium angedroht, falls weiterhin Getränke verkauft werden sollten. Zur Zeit gibt es die nur gegen Spende. Eine Petition zum Erhalt der Trinkhalle soll nach Angaben von Vertretern der Initiative von mehreren Hundert Studenten unterschrieben worden sein.

Der Rundgang führt vorbei am noch umzäunten PEG zum Hörsaalzentrum und dem Gebäude der Rechts- und Wirtschaftswissenschaften. Bis dahin bleibt es friedlich. Am House of Finance kommt es zu einem kurzen Gerangel zwischen einem Sicherheitsmann und Studenten, die sich an ihm vorbei ins Gebäude drängen. Doch nach wenigen Minuten Belagerung ziehen sie weiter zum ehemaligen IG-Farben-Gebäude.

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