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Campus
Campus-News: Studium und Studenten-Leben an den Hochschulen im Rhein-Main-Gebiet

23. Mai 2012

Goethe-Universität: Ohne Tür, Strom und Wasser

 Von Laura Wagner
Unterstützer haben sich vor dem IVI versammelt. Am Donnerstag soll eine Demonstration auf die derzeitige Situation und die Wohnungspolitik aufmerksam machen.  Foto: Martin Weis

Das Institut für vergleichende Irrelevanz im Frankfurter Kettenhofweg soll weichen. Der Eigentümer des denkmalgeschützten Hauses im Westend erhöht den Druck auf die Hausbesetzer.

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Am Dienstagvormittag hat sich eine Menschentraube vor dem Institut für vergleichende Irrelevanz (IVI) im Frankfurter Kettenhofweg versammelt. „Das ist einfach unmöglich“, schimpft IVI-Aktivistin Christa F. und deutet auf die Eingangstür, besser gesagt, auf die Stelle, wo sie bis vor kurzem noch war. In den Angeln hängt nichts mehr. Das Gebäude, das Studenten seit 2003 besetzt halten, ist jetzt frei zugänglich.

Veranlasst hat das die Immobiliengesellschaft Franconofurt, die das denkmalgeschützte Haus im Januar von der Goethe-Universität gekauft hat. Acht Männer seien nach Aussage der IVI-Aktivisten gegen neun Uhr gekommen, um die Tür auszubauen. Strom und Wasser wurden abgestellt, im und vor dem Haus gefilmt. „Damit haben wir nicht gerechnet“, sagt Sarah Schneider vom IVI.

Im Haus herrscht Unruhe, Leute laufen die Treppen auf und ab. Etwa zwölf Leute wohnen in dem denkmalgeschützten Gebäude. „Das geht nicht ohne Tür, Strom und Wasser.“ Die von IVI-Aktivisten befürchtete Räumung bleibt am Dienstag aus, auch die Polizei kommt nicht.

„Wir hoffen, dass die Studenten das Gebäude friedlich räumen“, sagt ein Sprecher der Geschäftsführung von Franconofurt. Rund zwei Wochen wolle man den Studenten Zeit geben, dann werde man selbst räumen. Vom Innenleben des Baus mit 1200 Quadratmetern Nutzfläche konnte sich der neue Besitzer nach eigener Aussage noch kein Bild machen. Eine Sitzblockade hat das am Dienstag verhindert.

Spontan-Demo zum Roßmarkt

Was genau mit dem Kramer-Bau geschieht, ist noch offen. Möglich sei auch ein Studentenwohnheim, sagt der Unternehmenssprecher. Wasser und Strom habe man abgestellt, da es niemand zahlen wolle. Die Franconofurt ebenso wenig wie die Uni. Warum die Eingangstür entfernt wurde, dazu wolle man sich nicht äußern.

„Das ist doch ganz klar“, sagt Christa F., „die wollen uns kleinkriegen.“ Doch das werde nicht passieren. „Wir bleiben hier“, sagt auch Schneider. Um das zu unterstreichen, machen sich am Mittag rund 200 Leute vom Campus bei einer Spontan-Demo auf den Weg zum Sitz von Franconofurt am Roßmarkt.

Die IVI-Aktivisten sind verwundert. „Eigentlich hieß es, man werde sich mit uns wegen Mietverträgen in Verbindung setzen“, sagt Oliver Kalthof. Das sei bisher nicht geschehen. Franconofurt hat dafür eine ganz einfache Erklärung. „Wir haben keinen Ansprechpartner, niemand will seinen Namen nennen“, sagt der Sprecher. So könne man keinen Mietvertrag aufsetzen. „Wir wollen den Vertrag sehen, bevor jemand dort seinen Namen drunter setzt“, sagt dagegen Schneider.

Enttäuscht sind die IVI-Aktivisten nicht nur von Franconofurt, sondern auch von der Uni. Die hatte die Studierenden über den Verkauf erst im Nachhinein informiert. Dass das Gebäude bereits an die Franconofurt übergegangen ist, war den Studierenden ebenfalls nicht bekannt. „Uns ist vonseiten der Besetzer nie ein Ansprechpartner genannt worden“, sagt Dirk Frank, Referent der Goethe-Uni. Aus dem Streit will sich die Uni raushalten. „Es ist jetzt Sache der Franconofurt.“ Ob es im Studierendenhaus in Bockenheim Alternativ-Räume gibt, müsse noch mit dem Asta geklärt werden. Wie es jetzt weitergeht, darüber wollen die IVI-Aktivisten in den kommenden Tagen beraten.

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