Bert Rebhandl, Hans Helmut Prinzler und vor allem Dominik Graf, so heißen die Zugpferde der Ringvorlesung „Hinter den Kulissen“ an der Johannes Gutenberg-Universität in Mainz. Rebhandl, der Filmkritiker, Prinzler der Filmhistoriker und Graf der Regisseur, diese Hochkaräter sollen den Studenten Einblicke gewähren. Einblicke in das Berufsleben von Filmschaffenden, die einem Studenten ansonsten eher theoretisch bekannt sind. Auch ein Drehbuchautor und eine Produzentin werden vortragen.
Seit einigen Jahren schaffen es die Mainzer Organisatoren regelmäßig echte Stars an die Uni zu holen. So war schon der französische Regisseur Olivier Assayas im Rahmen einer anderen Vorlesungsreihe bei den Studenten. Diesmal sind es Norbert Grober, Professor für Filmwissenschaft und Leiter des Instituts für Mediendramaturgie an der Uni Mainz und Bernd Kiefer, Dozent für Filmwissenschaften, die die Ringvorlesung organisieren. Sie hoffen auf großen Zuspruch, auch Nichtstudenten sind willkommen. Dabei spielt Dominik Graf natürlich eine hervorgehobene Rolle, immerhin hat der Regisseur an nationalen Preisen schon alles gewonnen, was es so gibt.
Die Ringvorlesung „Hinter den Kulissen“ an der Uni Mainz, beginnt immer dienstags um 18 Uhr im Hörsaal im Medienhaus, Wallstraße 11:
2.11. Eric Fiedler, Special Effects
16.11. Jochen Brunow, Drehbuchautor
30.11. Iris Kiefer, Produzentin
7.12. Bert Rebhandl, FU Berlin, Kritiker
14.12. Hans H. Prinzler, Filmhistoriker
18.1. Dominik Graf, Regisseur
25.1. 2011 Bettina Buchler, Filmbewertungsstelle
8.2. 2011 Egon Bunne, Kunsthochschule für Medien
Der Media Monday in Darmstadt, ist montags, 17.45 Uhr, am Campus Dieburg, genauer Ort unter www.mediamonday.h-da.de
22.11. Michael Volkmer, Digitale Markenführung
7.12. (ausnahmsweise Dienstag) MMurray Schafer, Soundforscher
13.12. Vera Portz/Ralf Schipper, Werbefilm und Social Media
10.1. 2011 Klaus Walter, Radiomoderator
24.1. 2011 Nikolaus Huss, Politisches Campaigning
(moz)
Auf volle Säle setzt auch Professor Alexander Kehry, der in Darmstadt ein ähnliches Projekt verwirklicht. Die Hochschule Darmstadt (HDA) bildet Medien-Spezialisten wie Generalisten aus, Kameraleute, Regisseure und Experten für das Web oder Computerspiele. Im Medien-Fachbereich der Hochschule hat sich der sogenannte Media Monday etabliert, den Kehry seit mittlerweile sieben Semestern organisiert.
Stars sagen auch mal ab!
„Wir haben das Problem, dass wir echte Macher einladen, die dann auch mal kurzfristig absagen müssen“, sagt der Initiator der ebenfalls öffentlichen Veranstaltungsreihe. „Außerdem gibt es eben immer diese unbekannte Größe – wir wissen einfach nicht wie viele kommen“. Ein System hat er dahinter noch nicht entdecken können, vermutet aber, dass die Lage des Campus Dieburg eine Rolle spielt.
Kehry berichtet von einem enormen Aufwand, den er betreibt, um Profis an Land zu ziehen. Ende 2009 etwa sorgte der Schauspieler und Grimme-Preisträger Sebastian Koch für eine volle Aula. Dieses Mal ist etwa Klaus Walter, Frankfurter Radiomoderator und Journalist dabei. „Ein Halbstar“, meint Kehry.
Um dem Aufwand einer solchen Veranstaltung gerecht zu werden, hat der Professor ein Team um sich versammelt. Kehry leitet nämlich ein Seminar, in dem Studenten genau das lernen: Das Drumherum und die Organisation eines solchen Events. So werden die Vorlesungen aufgenommen und evaluiert, die Referenten müssen betreut werden. Im Vorfeld erstellen die Studenten einen kleinen Trailer zu jedem der Teilnehmer, auch bei facebook ist das Drumherum nachzulesen.
Nachher gibt es dann auch Noten für die Teilnehmer, etwa für die selbstgestaltete DVD, auf der die Vorträge dokumentiert sind.