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Campus-News: Studium und Studenten-Leben an den Hochschulen im Rhein-Main-Gebiet

23. November 2012

Hessische Filmemacher: Schnoddriger Humor

 Von Jana Kinne
Der Regisseur Stefan Müller (links) und seine Kollegin Baoying Bilgeri bei der Verleihung des Hessischen Film- und Kinopreises im Oktober. Beide erhielten ihn in der Kategorie Kurzfilm. Foto: dpa

Der Regisseur Stefan Müller, Absolvent der Wiesbadener Hochschule Rhein-Main, räumt Filmpreise ab, zuletzt den Hessischen Film- und Kinopreis in der Kategorie Kurzfilm. Nun legt er eine neue Arbeit vor. Fünf Jahre hat er an dem kleinen Meisterwerk gearbeitet.

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Skurril und aberwitzig sind die Geschichten, die Stefan Müller in seinen Animationsfilmen erzählt. Von unsterblich verliebten Kühen, besoffenen Ärzten und liebenswerten Pechvögeln handeln sie. „Man muss das Leben mit Humor nehmen“, sagt der 38-Jährige, der an der Wiesbadener Hochschule Rhein Main sein Diplom gemacht hat. Sein schnoddriger Humor, den er in fulminanten Kurzfilmen umsetzt, kommt an: Müllers Diplomfilm, den er als Abschluss seines Studiums drehte, landete in Cannes beim Nachwuchswettbewerb des Festivals auf dem zweiten Platz. Insgesamt räumte der fünfminütige Streifen 30 Preise bei internationalen Festivals ab.

Nun hat der Filmemacher aus Leidenschaft mit dem Kurzfilm „Der Notfall“ nachgelegt. Fünf Jahre lang, von morgens früh bis nachts um zwölf, arbeitete Müller an dem kleinen Meisterwerk, das er bei rund 250 Festivals in Rennen schicken will.

Erster Film gewinnt in Cannes

„Der Erfolg beim ersten Film kam völlig unerwartet“, erinnert sich Müller. Mit dem Diplomfilm gleich in Cannes gewinnen, das ist ein Traum für jeden Nachwuchsfilmer. Dass auch sein zweiter Film so erfolgreich sein wird, darauf hofft er. Schließlich hat er viel investiert: „Fünf Jahre für fünfzehn Minuten Film, dafür braucht man sehr viel Geduld und Spaß bei der Arbeit“, sagt Müller.

Dass die Arbeit an seinem zweiten Film so lange dauern würde, hätte er nie gedacht, „aber es gab immer wieder Details, an denen ich arbeiten musste“, sagt er. Filmmusik, Ton, Animation – fast alles hat der Diplom-Absolvent alleine gemacht.

Müller setzt seine Filme mit einfachsten Mitteln um. Die Hintergründe im neuen Werk sind handgemacht. Der eigene Bad-Teppich wurde zum Heuballen geformt, Müller stöberte tagelang auf Flohmärkten nach Material. Die Figuren im Film sind am Computer entstanden und mittels 3D-Technik animiert – anders als im ersten Film als Müller noch handgezeichnete Figuren animierte.

Streifen entstehen am Computer

Der 38-Jährige ist Perfektionist, seine Filme sind detailverliebt. Dabei wirkt der Nachwuchsfilmer so, als würde er das Leben locker nehmen, spricht mit hessischen Akzent, trägt verwaschene Jeans und T-Shirt. Doch der erste Eindruck täuscht, Stefan Müller arbeitet hart und lebt beinahe asketisch, um seine Projekte realisieren zu können.

Beide Werke entstanden nicht in einem professionellen Studio, sondern einzig und allein in der Elf-Quadratmeter-Bude des Filmemachers, am eigenen Computer. Durch Preisgelder und Mittel aus der Filmförderung hält sich der Kommunikationsdesigner über Wasser, „aber jetzt muss ich mich nach einem Brot-Job umschauen“, sagt er. Er könne sich auch vorstellen, in einer Agentur zu arbeiten, gesteht er.

Am liebsten würde der Wiesbadener Diplom-Absolvent jedoch weiter Filme machen. „Für den edukativen Bereich“, sagt er. Also für die Bildung. Ein klein bisschen was bewegen, zum Nachdenken anregen mit seiner Kunst – das wäre auch in Zukunft der Traum von Stefan Müller

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