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Hochschulmeisterschaft: Mit den Assen laufen

Die Hochschulmeisterschaft der Leichtathleten in Frankfurt bietet einen Mix aus Spitzen- und Breitensport. Spitzenkräfte nutzen die Titelkämpfe für einen Leistungstest.

        

Etwa 300 Studenten fanden den Weg zu den Titelkämpfen in Frankfurt-Kalbach.
Etwa 300 Studenten fanden den Weg zu den Titelkämpfen in Frankfurt-Kalbach.
Foto: Andreas arnold

Mitten in der Woche ist die Halle fürs Training gesperrt. Ein etwas ungewöhnlicher Tag für einen Wettkampf, doch in Frankfurt schon Gewohnheit. Bereits zum 14. Mal trafen sich studierende Leichtathleten aus ganz Deutschland und auch eine Handvoll aus Mexiko und Italien im Kalbacher Sportzentrum, um einander die Titel der nationalen und internationalen Hochschulmeister streitig zu machen. Gibt es sowieso nur wenige Orte in der Republik, die eine gleichermaßen für Sprints und Hochsprünge geeignete Halle vorweisen können, findet sich am Main zudem ein bestens präpariertes und äußerst motiviertes Organisationsteam.

Die Fäden hält dabei Günter Eisinger in der Hand, der Trainer des nach einem Achillessehnenriss gerade erst wieder ins Wettkampfgeschehen hineinschnuppernden Hochsprung-Asses Ariane Friedrich. Seit 30 Jahren gehört Sportlehrer Eisinger, der in Gerd Nagel schon damals einen Topspringer über die Latte schickte, zum festen Bestandteil der Delegationen, die alle zwei Jahre den Allgemeinen Deutschen Hochschulsportverband (adh) bei der Sommer-Universiade vertreten. Diese Nähe zu den Uni-Vertretern lässt ihn sich auch darüber hinaus gerne für die sportlichen Studenten engagieren.

Etwa 300 waren es, die diesmal den Weg nach Frankfurt gefunden hatten und für einen ganz besonderen Mix auf der Laufbahn sorgten. Denn einerseits kann an Hochschulmeisterschaften jeder Uni-Angehörige teilnehmen, ohne sich dafür besonders qualifizieren zu müssen; allein in den Sprungdisziplinen begrenzen festgesetzte Anfangshöhen das Starterfeld. Für viele bietet sich damit eine einmalige Chance, einen Wettkampf auf Bundesebene zu bestreiten.

Betreuer tragen große Namen

Andererseits nutzten einige Spitzenkräfte die Titelkämpfe zu einem Leistungstest auf dem Weg, der bei den Olympischen Spielen im Sommer in London enden soll. „Das ist ein gutes Training hier“, sagte Jan Felix Knobel, der Weltmeisterschafts-Achte im Zehnkampf, der unter anderem aus dem Training heraus und deshalb mit müden Beinen per Stab die Höhe von 4,80 Meter überwand und Zweiter wurde. Zudem, so der Architekturstudent, sei es schön, mal für die Hochschule Rhein-Main starten zu können, die ihre Topathleten bei ihrer dualen Karriere sehr unterstützt.

Auch unter den Betreuern tummelten sich viele namhafte, etwa der ehemalige Dreisprung-Weltmeister Charles Friedek oder diverse aktuelle Disziplintrainer des Deutschen Leichtathletik-Verbandes. Aus Letzterem allerdings zu schließen, zwischen Fachverband und adh herrsche vollendete Harmonie, wäre ein Irrglaube. Im Gegenteil: Die Uni-Sportfunktionäre mahnen einen Mangel an Anerkennung an. Das offenbart sich laut adh-Vorstandsmitglied Roland Joachim auch dann, wenn etwa Universiade und Europa- oder Weltmeisterschaften im gleichen Jahr anstehen. Dabei werde von den Nationalmannschaftsmitgliedern verlangt, auf die Studentenweltspiele zu verzichten, selbst wenn die Trainingsperiodisierung beides zulasse.

Dabei sei die Universiade das zweitgrößte Sportereignis weltweit und ein unvergessliches Erlebnis für die Athleten. Andere Nationen hätten das längst verinnerlicht und beschickten die Studentenspiele mit ihrer ersten Garde, ohne dass diese bei anderen Großereignissen dadurch weniger erfolgreich sei. Ein Vorfall aus dem Jahr 2007 erfüllt Joachim und seine Mitstreiter deshalb mit besonderer Genugtuung: Damals hatte ausgerechnet Vorspringerin Ariane Friedrich bei der Universiade Silber gewonnen und dafür die WM sausen lassen.

Autor:  Katja Sturm
Datum:  2 | 2 | 2012
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