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Hochschulmesse Hobit: Kompass zum Studium

Die Darmstädter Hochschulmesse Hobit zieht wieder tausende Besucher aus der Region an. Die Besucher nutzen die Vorträge und Informationen, um sich über ihre Berufs- und Studienwünsche klar zu werden.

Die Hochschulmesse hobit informiert im Darmstadtium über Ausbildung und Studium.
Die Hochschulmesse hobit informiert im Darmstadtium über Ausbildung und Studium.
Foto: Andreas Arnold

Eigentlich weiß Julia Emmerich schon, was sie studieren will: Medizin. Diesen Berufswunsch hegt die 18-jährige Schülerin bereits seit Jahren. Ihr Vater ist auch Arzt. In der Darmstädter Edith-Stein-Schule, die sie besucht, hat Julia Mathe und Chemie als Leistungskurse gewählt, „aber Bio interessiert mich auch“, sagt sie.

Mit diesen ganz konkreten Vorstellungen im Kopf ist sie zur Hobit – zu den Hochschul- und Berufsinformationstagen – gekommen. Sie will Vorträge über Chemie, Biotechnologie, Humanmedizin und Wirtschaftswissenschaften besuchen, hat Besuche am Messestand der Frankfurter Goethe-Uni, der Uni Mainz und Greifswald eingeplant. „Wer weiß, vielleicht sind die Wirtschaftswissenschaften so spannend, dass ich meinen Berufswunsch doch ändere“, lacht sie. Sehr wahrscheinlich ist das nicht.

hobit-Termine

Die Hobit – die Hochschul- und Berufsinformationstage - im Darmstädter Messe- und Kongresszentrum Darmstadtium dauern bis 26. Januar. Die Messe ist täglich von 8 bis 17 Uhr geöffnet. Erwartet werden rund 15.000 Besucher aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet.

Veranstalter sind die TU, die Hochschule, die Evangelische Hochschule Darmstadt, die Stadt Darmstadt, die Arbeitsagentur sowie die Vereinigung der hessischen Unternehmerverbände.

An 96 Ständen und in 206 Vorträgen stellen sich Hochschulen aus Darmstadt und der Region sowie Wirtschaftsunternehmen und Organisationen vor. Es ist die größte nicht kommerzielle Hochschulmesse in Hessen, www.hobit.de

Dichtes Gedränge im Darmstadtium

Die Eröffnung ist zwei Stunden her, und noch immer schieben sich Menschenströme am Schlossgraben in Richtung Messe- und Kongresszentrum. Im Eingangsbereich des „Darmstadtiums“ und auf den verschiedenen Ebenen des Hauses herrscht dichtes Gedränge. Hunderte Schüler sind aus dem ganzen Rhein-Main-Gebiet zur Hobit gekommen, um sich über Studiengänge und Ausbildungsberufe zu informieren. Insgesamt 15000 Besucher erwartet Professor Bernhard Meyer, Leiter des Hobit-Organisationsteams, bis zum morgigen Donnerstag.

Es ist wieder voll und eng – wie jedes Jahr. Und das, obwohl beliebte Vorträge doppelt und dreifach angeboten werden und auch zeitlich versetzt, „um den Andrang zu entzerren“, sagt der ehemalige Sprecher der Evangelischen Hochschule. Neu ist in diesem Jahr eine Art virtueller Warenkorb, berichtet Simon Colin von der Hochschule Darmstadt. Im Internet konnten Interessenten unter „Myhobit“ sich vorab Vorträge und Messestände anschauen und ein individuelles Besuchsprogramm auswählen. Mehr als 15300 Zugriffe gab es auf das neue Angebot, sagt Meyer. „Da haben wir etwas Praktikables entwickelt“, hofft er. 2013 soll es durch kleine Videofilme der Vorträge ergänzt werden.

Studiengänge ausschließen

Der 18-jährige Nikolas Klein hat sich so sein Programm zusammengestellt. In der Schule hat er Englisch- und Informatik-Leistungskurse belegt, doch bei der Hobit interessiert er sich vorwiegend für Design-Themen. Der Studiengang „Computoral Engineering“, über den er sich zuvor informiert hat, erwies sich als zu schwer. „Das ist aber okay. Auf diese Weise kann ich auch Studiengänge ausschließen“, sagt er.

Klären, ausschließen und damit auch die Zahl der Studienabbrecher reduzieren, sagt Professor Meyer, ist neben der generellen Information auch eines der Ziele der Hobit. „Die Schüler sollten Studiengänge ohne Illusion beginnen.“ Die Messe sei dafür der frühstmögliche Zeitpunkt.

Die Groß-Gerauerin Julia Voigt ist zur Hobit gekommen, obwohl sie schon eine Lehrstelle als Bankkauffrau in der Tasche hat. Sie besucht die Messe schon zum zweiten Mal und ist begeistert: „Alles ist so zentral hier, und es finden sich viele Angebote, von denen man vorher gar nicht vermutet hätte, dass einen das interessieren könnte.“

Neu auf der Hochschulmesse sind in diesem Jahr zahlreiche Organisationen, die nach dem Wegfall von Wehr- und Zivildienst für ein freiwilliges soziales Jahr werben – in Deutschland oder im Ausland. Nikolas Klein hat sich vor einem Studium dafür entschieden: Er wird für ein Jahr ins afrikanische Kamerun gehen, um bei einem Kinder- und Jugendprogramm mitzuhelfen, erzählt er.

Autor:  Astrid Ludwig
Datum:  25 | 1 | 2012
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