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Campus-News: Studium und Studenten-Leben an den Hochschulen im Rhein-Main-Gebiet

06. November 2012

Kulturcampus Bockenheim: „Wir wollen uns vernetzen“

Blick vom Juridicum auf AFE Hochhaus und Campus Richtung Messe. Foto: Andreas Arnold

Sie wollen Anstifter für ein „Zentrum zeitgenössischer Kultur und Wissenschaft“ sein. Der Rechtsanwalt Stefan Mumme spricht im Interview über das „Forum Kulturcampus“ als eine Idee der Zukunft.

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Zur Person
Stefan Mumme, Rechtsanwalt

Rechtsanwalt Stefan Mumme ist Vorsitzender des „Forums Kulturcampus“.

In dem Verein sind „Frankfurt LAB“, Forsythe Company, Ensemble Modern, Hessische Theaterakademie, Hindemith-Institut, Junge Deutsche Philharmonie, Institut für Sozialforschung, Senckenberg-Institut und Hochschule für Musik und Darstellende Kunst zusammengeschlossen.

Herr Mumme, existiert der Verein „Forum Kulturcampus“ noch, den die neun Institutionen aus Kunst und Wissenschaft im März vorgestellt haben? Sie wollten ja Anstifter für ein „Zentrum zeitgenössischer Kultur und Wissenschaft“ sein.

Ja natürlich. Wir führen viele Gespräche und stoßen auf breite Zustimmung. Dabei führen die Institutionen und Ensembles die inhaltliche Kooperation schon längst durch. Auf dem gemeinsamen Campus werden wir das verstärken, indem wir zueinander ziehen, endlich auch Gebäude gemeinsam nutzen. Der Kulturcampus, das ist die Idee der Zukunft. Wir haben zuletzt abgewartet, dass sich unser Konzept in einer städtebaulichen Struktur widerspiegelt. Jetzt wurde der städtische Rahmenplan vorgelegt, es beginnt die spannende Phase. Wir werden also demnächst eine Geschäftsstelle in Frankfurt einrichten, die sich um die Realisierung kümmert.

Die Römer-SPD hat in der wieder aufgeflammten Diskussion die Frage gestellt, wer das gewünschte „Forum Kulturcampus“ denn bauen und finanzieren soll.

Da sind wir dran, es gibt erste Vorgespräche, die können jetzt konkret werden.

Mit wem? Stadt? Stiftungen?

Es ist eine Mischung.

Und die Hochschule für Musik gehört dazu?

Ja, und zwar in direkter Nachbarschaft die Abteilung Darstellende Kunst. Die Idee ist bestechend. Es geht um „Artistic research“, also den Dialog zwischen Wissenschaft und Kunst. Diese Fragestellungen greifen immer weiter um sich.

Welche Rolle spielt die Senckenberg-Gesellschaft dabei?

Eine sehr große. Das Institut steuert den ganzen Bereich der Natur- und Klimaforschung bei: Wie verhält sich der Mensch auf der Erde? Das Thema Kultur ist das zentrale Thema in der Evolution des Menschen. Das trifft sich wieder mit der Arbeit des Instituts für Sozialforschung, das über die Ästhetik und Kultur im Kontext zur gesellschaftlichen Entwicklung nachdenkt. Die Fragen tauchen gerade überall auf. Und Frankfurt hat das Plus, dass die Initiativpartner alle schon da sind. Auf dem Kulturcampus können sie sich vernetzen. Auch Fachbereiche der Goethe-Uni arbeiten an diesem Thema und sind an einer Zusammenarbeit interessiert.

Jetzt hat Olaf Cunitz die Idee geäußert, die Musikhochschule und die Institutionen des „Forum“ jenseits der Bockenheimer Warte, also getrennt vom Senckenberg-Forschungsinstitut, anzusiedeln.

Erst mal freuen wir uns, dass sich Olaf Cunitz unserer Idee positiv angenommen hat. Natürlich wäre eine Trennung von Senckenberg nicht ideal. Nach meiner Kenntnis passt allenfalls die neue Musikhochschule da oben hin. Die Idee ist kühn. Grundsätzlich wollen wir nicht hier einen Block, da einen Block. Wir wollen das Gebiet beleben, Kultur, Wohnen und Arbeiten verknüpfen – mit offenen Proberäumen und einem offenen Foyer, auch für die Bürger. Mit Mensa, Markthalle und Café. Auch für die Senckenberger und das Institut für Sozialforschung. Wissenschaft, Kunst und Bürger sollen voneinander erfahren: Was produzieren die eigentlich?

Also gehören alle Institutionen mitten ins Gebiet, Tür an Tür mit dem ausgebauten Senckenberg.

Wir sind keine Politiker oder Planer. Wir machen ein Angebot für einen Ausblick in das Morgen. Der Kulturcampus soll ein Ort werden, wo wir das Morgen untersuchen. Dieses Areal bietet dafür im inneren Bereich der Stadt die letzte Chance. Die Gelegenheit kommt nicht wieder.

Das Interview führte Claudia Michels

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