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Frankfurt: Mehr qualifizierte Teilzeitarbeit

Eine Studie der FH Frankfurt offenbart die berufliche Diskriminierung von Müttern.

FH Frankfurt.
FH Frankfurt.
Foto: FR/Kumpfmüller

Müttern ist der Beruf wichtig. So simpel und so bedeutsam lässt sich die Befragung von 1801 Frauen zum Thema „Karriereperspektiven berufstätiger Mütter“ zusammenfassen. BWL-Professorin Regine Graml von der Fachhochschule Frankfurt und ihre Kollegin Yvonne Ziegler haben die Studie angestrengt.

Mehr als die Hälfte der Befragten findet die Vereinbarkeit von Beruf und Familie nach wie vor schwierig. Etwa drei Viertel der Frauen machten eine besonders bittere Erfahrung: Bei ihnen wurden eigentlich anstehende Karriereschritte während der Schwangerschaft auf Eis gelegt oder gleich ganz gestrichen. Die Gründe hierfür sehen die beiden Professorinnen in fehlendem „Zutrauen der Vorgesetzten in die Leistungsfähigkeit und -bereitschaft von Müttern“.

Befragt haben Graml und Ziegler überwiegend gut ausgebildete Frauen aus den alten Bundesländern. Im Durchschnitt hatten die Teilnehmerinnen 1,7 Kinder. Auch fragten die Forscherinnen, ob die Frauen gezielte Einschüchterungen im beruflichen Umfeld erfahren hatten. Zuvorderst gaben die Befragten an, dass sie es leid seien „wenn pauschal über ‚die Frauen‘ oder ,die Mütter‘ geurteilt“ werde. Auch Witze über Familienpflichten („Na, mal wieder Elternabend heute?“) könnten sich die Kollegen „getrost sparen“.

Organisieren und Öffentlichkeit

„Es ist vor allem wichtig, dass diese Frauen beruflich ernst genommen werden“, findet Graml. „Das Thema wird schon fast langweilig“, meint sie. Leider tue sich einfach immer noch zu wenig, um Müttern die Vereinbarung von Kind und Beruf zu erleichtern. Im Gegensatz zu vielen anderen Ländern gebe es in Deutschland diesbezüglich offenbar kein Bewusstsein einer gewissen Dringlichkeit.

Graml wünscht sich konkret „mehr qualifizierte Teilzeittätigkeiten“ für Frauen mit Kindern. Natürlich sei es auch „absolut hilfreich, wenn künftig mehr Frauen im Top-Management und in Aufsichtsräten vertreten“ seien.

Zur Frage, was Frauen tun können, wenn sie sich aufgrund ihrer Schwangerschaft oder ihrer Mutterschaft beruflich zurückgesetzt fühlen, rät Graml: „Was hilft, ist, sich zu organisieren, mit diesem Problem an die Öffentlichkeit zu gehen.“

Für Öffentlichkeit braucht es Gleichgesinnte – und viele davon. Die Studie liefert auch dafür eine Blaupause: Die Einzelergebnisse gleichen sich immer wieder, viele berufstätige Mütter erleben also Ähnliches. Zusammen könnten sie für einen Bewusstseinswandel einstehen. Damit Arbeit nicht länger als „netter Zeitvertreib“ gilt.

Autor:  Julia Frese
Datum:  22 | 4 | 2011
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