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Campus
Campus-News: Studium und Studenten-Leben an den Hochschulen im Rhein-Main-Gebiet

06. März 2013

Oberfinanzdirektion Frankfurt: Viel Platz für die Frankfurt School

 Von Georg Leppert
Entwurf 1: So stellt sich der dänische Architekt Henning Larsen den Campus vor.  Foto: Andreas Arnold

Wenn die Frankfurt School in das Gebäude an der Adickesallee im Frankfurter Nordend zieht, wird von der alten Oberfinanzdirektion nicht viel übrig bleiben. Schließlich ist das gesamte Haus mit Schadstoffen belastet, eine Sanierung wäre teuer. Die Entscheidung wie der der Campus aussehen soll, steht nun kurz bevor.

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Die Frankfurt School of Finance and Management wächst. Die private Hochschule, die derzeit an der Sonnemannstraße beheimatet ist, verdoppelt mit dem Umzug ins frühere Gebäude der Oberfinanzdirektion an der Adickesallee ihre Fläche. Doch obwohl eine Jury über die Beiträge eines Architektenwettbewerbs befunden hat, steht noch nicht fest, wie der neue Campus im Nordend aussehen soll.

Der Architekt Till Schneider, der als Vorsitzender der Jury agiert hatte, sprach bei der Präsentation der Ergebnisse am Dienstag von „außerordentlichen Arbeiten“. Fünf international renommierte Büros hatten sich an dem Wettbewerb beteiligt. Einen klaren Sieger gab es nicht. Die Jury vergab zwei erste Plätze: an das Büro Dominique Perrault in Paris und an Henning Larsen Architects in Kopenhagen. Beide haben nun sechs Wochen Zeit, ihre Entwürfe zu präzisieren. Danach wird man an der Frankfurt School entscheiden, welche Pläne umgesetzt werden.

        

Entwurf 2: die Pläne des Franzosen Dominique Perrault.
Entwurf 2: die Pläne des Franzosen Dominique Perrault.

Klar ist: Von der alten Oberfinanzdirektion wird nicht viel übrig bleiben. Zwar steht das Gebäude unter Denkmalschutz. Doch bei den Verhandlungen mit dem Land, dem die Frankfurt School das Grundstück für zehn Millionen Euro abgekauft hatte, wurde deutlich, dass ein Abriss des riegelförmigen Hauses nicht nur möglich, sondern geradezu erwünscht ist. Schließlich ist das gesamte Gebäude mit Schadstoffen belastet, eine Sanierung wäre extrem teuer. Erhalten bleiben wird aber der sogenannte Präsidialbau, der vor dem Hochhaus steht. Ihn mussten die Architekten in ihren Konzepten berücksichtigen.

Werden die Pläne von Dominique Perrault umgesetzt, wird auch in Zukunft noch vieles an die alte Oberfinanzdirektion erinnern. Der Franzose möchte wieder einen Riegel schaffen, wenn gleich höher und 50 Meter länger als bisher. „Ein mutiges Konzept“, wie Angelika Werner, Sprecherin der Frankfurt School, sagte.

Henning Larsen hingegen will mehrere Gebäude errichten. Kleinere Quader, die links und rechts eines Weges stehen. Das Konzept des Dänen erinnert Angelika Werner an eine Stadt in einem kleinen Maßstab. Den Weg zwischen den Hochschulgebäuden nennt sie daher die „Zeil des Wissens“.

Wie auch immer der Wettbewerb ausgeht: Die Frankfurt School lässt sich ihren Umzug einiges kosten. Rund 100 Millionen Euro gibt die Hochschule für das Projekt aus. Kein öffentliches Geld, sondern „private Mittel, die wir selbst erwirtschaften“, wie Werner betont.

        

Trist: das brachliegende Gelände der Oberfinanzdirektion am Alleenring.
Trist: das brachliegende Gelände der Oberfinanzdirektion am Alleenring.

Voraussichtlich im Oktober soll der Abriss der Oberfinanzdirektion beginnen. Ende 2016 könnte dann der Umzug erfolgen. Wenig später sollen auf der Fläche westlich der Oberfinanzdirektion, die die Frankfurt School ebenfalls erworben hat, weitere Gebäude errichtet werden – etwa Unterkünfte für Studenten oder eine Kinderbetreuung.

Nötig ist der Umzug, da das derzeitige Domizil an der Sonnemannstraße viel zu klein geworden ist. Rund 40 Prozent ihrer benötigten Fläche muss die Frankfurt School zusätzlich anmieten. Grund dafür sind die deutlich gestiegenen Studierendenzahlen. An der Business School sind rund 1400 vorwiegend jüngere Menschen in Bachelor- und Masterstudiengängen eingeschrieben. Für Weiterbildungsangebote haben sich 4500 Studenten angemeldet. Die Frankfurt School will diesen Markt aber noch deutlich ausbauen. Hinzu kommen pro Jahr rund 20000 Teilnehmer an Seminaren in den Räumen der Hochschule.

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