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Campus
Campus-News: Studium und Studenten-Leben an den Hochschulen im Rhein-Main-Gebiet

08. November 2012

Studentenwohnheim: Mit Farbe gegen die Tristesse

 Von Astrid Ludwig
Bunte Fensterrahmen soll die Türme freundlicher aussehen lassen.  Foto: Martin Weis

Das Studentenwerk hat seine Wohntürme an der Ginnheimer Landstraße saniert - für zwölf Millionen Euro. Den Mangel an bezahlbarem Wohnraum für die Studierenden beseitigt das nicht.

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Eigentlich“, sagt Konrad Zündorf, Geschäftsführer des Frankfurter Studentenwerkes, „hätten wir die zwölf Millionen Euro lieber für den Bau neuer Studentenwohnungen eingesetzt, aber die Arbeiten waren dringend notwendig und lang schon aufgeschoben.“ Als sich Teile der Gebäudefassade zu lösen begannen und herabstürzten, gab es keinen weiteren Aufschub mehr. Die Wohntürme für Studenten an der Ginnheimer Landstraße in Frankfurt mussten saniert werden.

Heute, 18 Monate und besagte zwölf Millionen Euro später, sind die Renovierungsarbeiten an beiden Wohnheimen abgeschlossen – zumindest von außen. Für eine Renovierung auch innen war kein Geld mehr da. Das soll nun doch für Neubau-Projekte eingesetzt werden. „Wir haben daher innen nur ein paar Dinge glatt gezogen“, wie Zündorf das nennt. Gemeint sind ein bisschen Farbe im Flur und die Sicherheitstechnik. „Die ist jetzt auf dem neuesten Stand.“

Außen hingegen hat das Studentenwerk herausgeholt, was aus zwei 70er-Jahre-Hochhäusern optisch und energetisch herauszuholen war: eine neue Wärmedämmung, ein saniertes Dach, ein Blockheizkraftwerk im Keller, teils neue Fenster und rote und gelbe Fenster-Laibungen. Die Fassade ist nun weiß und anthrazitfarben. „Wir hätten es gerne poppiger gehabt“, sagt Eric Erdmann, Architekt und Leiter Wohnen beim Studentenwerk. Aber die Stadt verweigerte ihr Okay. Begründung: Hochhäuser aus den 70er Jahren sollen im Stadtbild nicht hervorgehoben werden.

"Anmutung wie in der Bronx"

„Die Tristesse ist aber dennoch weg“, findet Zündorf. „Das war ja vorher eine Anmutung wie in der Bronx.“ Jetzt sind auch die Außenanlagen aufgepeppt, und mit dem Café auf dem Sport-Campus gegenüber gibt es auch einen Treffpunkt in unmittelbarer Nähe.

Saniert wurde am „lebenden Objekt“. In den Türmen ist mit 730 Apartments fast die Hälfte des Wohnungsbestandes des Studentenwerkes untergebracht. Zündorf: „Wir konnten auf die Plätze nicht verzichten.“ Die Belastung durch Lärm und Dreck sei enorm gewesen, räumt er ein. Viele Monate, so Sprecherin Katrin Wenzel, sei jedoch eine Mietminderung von 50 Prozent gewährt worden oder Hilfe, wenn doch ein Umzug gewünscht wurde. Die Hochhäuser sind mit Mietpreisen von 208 bis 258 Euro im Monat eine der preisgünstigsten Adressen für Studenten in Frankfurt. Hier kommen zudem auch internationale Studenten unter, die auf dem Wohnungsmarkt sonst eher diskriminiert würden, betont Zündorf. „Das ist unserer Aufgabe.“

Der Geschäftsführer kritisiert mit scharfen Worten den Mangel an Wohnheimplätzen für Studenten in Frankfurt und im Rhein-Main-Gebiet. 1850 Plätze bietet das Studentenwerk, weitere etwas über 2000 kommen durch kirchliche oder private Träger hinzu. Das sind in Frankfurt für rund 60000 Studenten um die 4000 Plätze und damit eine Versorgung mit Wohnheimplätzen von sieben Prozent. Schlusslicht in der Republik. „Wir müssten mindestens 6000 Plätze in der Stadt haben“, sagt Zündorf

Neidvoll schaut er da nach Bayern, wo das Land jeden Platz mit 26000 Euro fördere. In Hessen gibt es seit 1998 vom Land nur Grundstücke in Erbpacht. Wie etwa an der Hansaallee, wo ab Frühjahr der Bau von 400 neuen Wohnheimplätzen beginnt. Zu wenig. „Wir wollen kurzfristig mindestens 1000 Plätze mehr schaffen“, sagt Zündorf. Was fehlt, ist jedoch das Geld.

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