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Studierendenhaus: Schönes neues Heim

Das alte Studierendenhaus in Bockenheim bleibt, aber die Studenten werden ab 2014 ins neue Domizil auf dem Campus Westend ziehen. Das muss allerdings noch gebaut werden. Immerhin sind sich Asta und Präsidium einig.

Das Studierendenhaus in Bockenheim bleibt erhalten - nur die Studenten werden ausziehen.
Das Studierendenhaus in Bockenheim bleibt erhalten - nur die Studenten werden ausziehen.

Ein Jahr haben der Asta und das Präsidium der Goethe-Uni verhandelt. Jetzt sind die Verträge unterschriftsreif und sollen in den nächsten Tagen unterzeichnet werden. Dann kann es losgehen mit Ausschreibung und Bau des neuen Studierendenhauses auf dem Campus Westend.

Der Bauplatz nahe des Studentenwohnheims der Kirchen im Norden des neuen Uni-Campus ist bereits bestimmt. Peter Rost, Bevollmächtigter für die Standorterneuerung auf den Campi der Goethe-Uni, würde gerne noch im März oder April einen internationalen Architektenwettbewerb für das Haus starten. Im Oktober dann könnte der Entwurf in Auftrag gegeben werden, 2013 die Bauarbeiten starten. Auf rund 1,5 Jahre schätzt Rost die Bauzeit.

Das Studierendenparlament hat bereits Ende Dezember seine Zustimmung zu den Verträgen gegeben, berichtet Student Johannes Göpel. „Die Vereinbarung zwischen Uni und Präsidium muss aber noch unterzeichnet werden und das bald“, drängt Rost. Asta-Vorsitzende Claudia Tinaui habe angekündigt, ihre Unterschrift zu geben. Tinaui war am Dienstag für eine Stellungnahme nicht zu erreichen. Neuwahlen des Parlamentes sind für Ende Januar angesetzt. Der Vertragsabschluss ist eine der letzten Amtshandlungen.

Bis zuletzt gab es Verhandlungen über die Finanzierung. Elf Millionen Euro hat das Land zugesichert, die Summe steht im Etat und kann abgerufen werden, sagt Peter Rost. Wiesbaden wird ein Raumprogramm von der Größe des jetzigen Studierendengebäudes auf dem alten Campus Bockenheim bezahlen. Das heutige Haus für die Studenten, in dem der Asta, das Cafe KoZ und auch die Aula untergebracht sind, umfasst rund 3800 Quadratmeter Fläche – ohne angrenzende Kita und Wohnheim.

Multimedia-Raum, Studentenkino, Fahrrad-Werkstatt

Die Studenten steuern 1,8 Millionen Euro für das neue Domizil bei. Geld, das sie über einen Zwei-Euro-Sonderbeitrag pro Semester in den vergangenen Jahren selbst angespart haben. Diese 1,8 Millionen sollen für eine Erweiterung des Raumprogramms ausgegeben werden. Asta und Studierendenparlament haben beschlossen, davon einen zusätzlichen Multimedia-Raum schaffen zu wollen. Der soll unter anderem für das Studentenkino „Pupille“ genutzt werden oder als flexibler Veranstaltungsraum. Außerdem wollen die Studenten zusätzlich eine Fahrrad-Werkstatt anbieten, und auch ökologisch soll das Haus auf einem neuen Stand sein. Ein Büro aus Darmstadt, sagt Rost, sei bereits eingeschaltet, um etwa bei der Auswahl der Dämmmaterialien Vorschläge zu machen.

Doch wer übernimmt mögliche Mehrkosten beim Bau dieser zusätzlichen Angebote? Eine Frage, die strittig war, bei der sich Asta und Präsidium der Uni nun aber in dem Finanzierungsvertrag geeinigt haben. Mehrkosten werden danach für die Studenten auf maximal 200.000 Euro gedeckelt, ansonsten steht die Uni dafür ein. Rost schließt aber weitestgehend aus, „dass Mehrkosten überhaupt entstehen werden“. Falls dies sich abzeichnen könne, lasse sich frühzeitig gegensteuern, sagt er.

Ein weiterer Knackpunkt in den Verhandlungen war das Nutzungsrecht. Die Studenten haben darauf gedrängt, dass es einen separaten Finanzierungs- und einen Nutzungsvertrag gibt. Der Asta forderte eine Garantie für das Haus. Die Uni solle das Haus nicht anderweitig nutzen können, wenn es vom Platz und den Studentenzahlen her eng wird auf dem Campus. Auch beim Hausrecht hakten Asta und Studentenparlament nach. Das Gebäude gehört der Uni, sie übernimmt auch die Betriebskosten.

Das Hausrecht liegt beim Präsidenten, „aber die Eigenverantwortlichkeit des Asta für das Haus ist vertraglich festgehalten“, so Rost. „Wir schreiben fort, was sich in Bockenheim bewährt hat. Da gab es auch keine Probleme mit der Nutzung“, sagt der Uni-Beauftragte.

Rost ist sicher, dass „alle zufrieden sein können. Die Studierenden bekommen ein schönes neues Haus.“ Auch wenn sie den alten Campus Bockenheim mit einem weinenden Auge verlassen würden.

Autor:  Astrid Ludwig
Datum:  11 | 1 | 2012
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