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Campus-News: Studium und Studenten-Leben an den Hochschulen im Rhein-Main-Gebiet

01. November 2012

TU Darmstadt Neubau: Symbol des rasanten Wachstums

 Von Astrid Ludwig
Offene Ebenen und viel Licht und Holz prägen das Bild.  

Die TU Darmstadt und das Land Hessen eröffnen den Neubau der Universitäts- und Landesbibliothek. Innen ziehen nicht Bücher, sondern auch die Architektur Besucher in ihren Bann.

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Die TU Darmstadt und das Land Hessen eröffnen den Neubau der Universitäts- und Landesbibliothek. Innen ziehen nicht Bücher, sondern auch die Architektur Besucher in ihren Bann.

Zahlen und fakten

Der Neubau der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) Darmstadt auf dem Innenstadt-Campus der Technischen Uni hat rund 74 Millionen Euro gekostet, finanziert aus dem Baubudget der Uni und dem Bauprogramm des Landes.

Gebaut wurde von Januar 2009 bis Oktober 2012. Das Pre-Opening war am Mittwoch, offizielle Inbetriebnahme ist Mitte November. Die autonome TU hat die Planung, Finanzierung und Bauausführung selbst übernommen.

Die ULB verfügt über 5,5 Millionen Medien, davon 2,45 Millionen Bücher. Es gibt 700 Lese- und Arbeitsplätze. In dem Neubau arbeiten 100 Mitarbeiter.

Manchmal“, sagt Hans-Georg Nolte-Fischer, „ist es besser, wenn man nicht so ganz genau weiß, was auf einen zukommt.“ Doch selbst wenn: Abgeschreckt hätte es den Direktor der Universitäts- und Landesbibliothek (ULB) wohl auch dann nicht. Der Neubau der Bibliothek auf dem Innenstadt-Campus der TU Darmstadt ist eine berufliche Herausforderung seltener Größenordnung. Wann zieht man schließlich schon mal mit 2,5 Millionen Büchern und Zeitschriften um. Nach rund zehn Jahren Planungs-, Vorbereitungs- und Bauzeit war es am Mittwoch so weit: TU und Land eröffneten den 74 Millionen Euro teuren Neubau der Bibliothek.

Wie eine Schnecke samt Gehäuse schiebt sich die neue ULB zwischen Mensa, Audimax und historische Uni-Bauten am Herrngarten. Plötzlich gibt es gleich mehrere Plätze und Innenhöfe auf dem Campus-Gelände – vor und auch innerhalb des neuen Bibliotheksgebäudes. Noch ein wenig unwirtlich zwar, aber bald sollen dort Bänke und Bäume stehen.

Beeindruckende Architektur

Innen ziehen nicht Bücher, sondern zunächst die Architektur Besucher in ihren Bann. Ein Atrium bis hoch in den vierten Stock, umlaufende, holzverkleidete Galerien und über allem scheint das Blau des Himmels durch ein rautenförmiges Glasdach. 700 Lese- und Arbeitsplätze bietet die Bibliothek. Die einzelnen Ebenen sind den Fachbereichen gewidmet. Die Rechtswissenschaften etwa liegen im ersten, die Bestände der Natur- und Ingenieurwissenschaften im vierten Stock.

Auf allen Etagen finden sich Tische, helle Stühle, lederne Sessel, einzeln oder zu Gruppen angeordnet. Lounge-Atmosphäre fast. Es gibt abschließbare Arbeitsräume, die Studenten mieten können, wenn Sie ganz für sich und in Stille arbeiten wollen. Vortragssäle sind im Untergeschoss angesiedelt, ebenso eine Cafeteria, die im Sommer hinausführt in einen begrünten Lesehof. Eine acht Stockwerke hohe Welt der Bücher und der modernen Medien.

„Das älteste Werk der Bibliothek“, so Nolte-Fischer, „ist über tausend Jahre alt.“ Die ULB verfügt über kostbare Handschriften, die größte Sammlung in Hessen an Literatur des 16. bis 18. Jahrhunderts und eben auch über E-Books oder E-Journals. Ein inhaltlicher Spagat und eine Herausforderung auch für das Gebäude. Rund 80 Kilometer Bücherregale füllen Neubau und Magazine. Die meisten sind am Mittwoch noch leer. Der Umzug ist in vollem Gang, in zwei Wochen können die Studenten die neue ULB nutzen. Nur: Bis dahin muss der Betrieb an allen Standorten aufrechterhalten bleiben. Einfach wegpacken und umziehen geht nicht.

Kostenplan eingehalten

Unipräsident Hans Jürgen Prömel spricht von einer „beeindruckenden Fleißarbeit angesichts der Größe des Gebäudes“. Die Mühe habe sich gelohnt. Der Neubau werde die Studienqualität spürbar verbessern. Er sei ein sichtbares Zeichen für die rasante Entwicklung der TU und ihrer Studentenzahl, die heute bei 25000 liegt. Und auch das ist einmalig: Die ULB wird ab 2013 rund um die Uhr geöffnet haben. „Wenn sie also nachts aufwachen und eine brennende Frage sie nicht schlafen lässt, kommen Sie vorbei“, scherzt Prömel.

Bei ihrem Neubau hat die TU den Zeit- und Kostenrahmen eingehalten. Was vor allem Wissenschaftsministerin Eva Kühne-Hörmann beeindruckt. „Das ist etwas Besonderes, was die TU da geschafft hat“, sieht sie all die Kritiker im Unrecht, die skeptisch waren, als das Land die Uni als erste Hochschule in die Autonomie entließ und ihr auch die Hoheit über Bautätigkeiten zusprach. Hier zeige sich: „Wir können den Unis diese Freiheit geben“, so Kühne-Hörmann. Und gebaut wurde auch noch energieeffizient. Das minimiere die Betriebskosten, lobt Finanz-Staatssekretärin Louise Hölscher. Zum Energie- und Nachhaltigkeitskonzept des Neubaus gehört ein Erdwärmekanal. Der senkt Heiz- und Kühlkosten um 15 Prozent. Die Fernwärme, die die ULB versorgt, produziert die TU übrigens auch selbst.

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