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Cebit 2013
Smartphones, Tablets und PCs: Die Computermesse Cebit 2013 in Hannover zeigt die Trends in Sachen Technik und IT.

04. März 2013

Cebit 2013: Kapitalismus 2.0

 Von  und 
Per Smartphone Produkte bezahlen - die Telekom macht es vor. Foto: REUTERS

Gemeinsam nutzen, sparen, freuen: Die Shareconomy ist Leitthema der Computermesse Cebit. Die Telekom will mit mobilen Wlan-Punkten die Vernetzung weiter fördern. Neue Geschäftszweige sprießen, weil Teilen zunehmend wichtiger wird als Besitzen.

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Für die Cebit 2013 hat die Telekom eine perfekt zum Leitmotiv passende Neuerung vorgestellt. Wlan von allen für alle und überall: Die Telekom präsentierte auf der Cebit einen Plan, wie bis 2016 in Deutschland rund 2,5 Millionen neue Verbindungspunkte ins Internet entstehen könnten. Eine gewaltige Zahl, denn bis jetzt betreibt die Telekom nur 12000 Einwahlstellen für drahtlose lokale Netzwerke.

Die Idee: Mit dem Produkt „Wlan to Go“, das im Juni startet, teilen Nutzer ihren heimischen Anschluss mit allen, die in der Nähe vorbei kommen, und erhalten dafür im Gegenzug Zugang zu allen Wlan-Stationen der Telekom-Gemeinschaft.
Natürlich muss das sicher ablaufen: Fremder und eigener Datenstrom bei der heimischen Wlan-Station werden getrennt. Die Telekom kooperiert für das Projekt mit der Startup-Firma Fon. Eine ungewöhnliche Allianz. Noch vor Jahren zählte Fon zu den Feinden der Telekommunikationskonzerne, da durch den drahtlosen Zugang Datenverkehr der Kontrolle der Netzbetreiber entzogen wurde. Inzwischen gibt es Fon-Allianzen mit großen Konzernen auch in Großbritannien und Frankreich. Telekom-Chef René Obermann spricht von „Innovation durch Kooperation“.

Gemeinsam soll’s besser gehen – oder Neudeutsch auf der Cebit: Die Shareconomy hält Einzug. Nach einer gestern vom Hightech-Verband Bitkom veröffentlichten Studie teilen 83 Prozent aller Internetnutzer in Deutschland digitale Inhalt online. Vor allem selbst gemachte Fotos und Videos, die über soziale Netzwerke mit Freunden geteilt werden. Wichtigstes Motiv des Teilens ist, den Kontakt mit anderen Menschen zu halten. Doch aus diesen sozialen Impulsen wird zunehmend ein Geschäft gemacht.

Im Grunde bedeutet Shareconomy nichts anderes, als den Langfristtrend zur ökonomischen Vereinzelung abzuschwächen oder gar umzudrehen. Klar, dem Nachbarn kann man mal die Gartenschere leihen oder vielleicht sogar das Auto. Aber eine effiziente Ausnutzung der angehäuften Güter findet meist nicht statt. Statt mehrere hundert Stunden zu laufen (worauf sie ausgelegt sind) bringen es private Bohrmaschinen meist nur auf ein paar Betriebsstunden, bis sie entsorgt werden. Autos stehen 23 von 24 Stunden am Tag herum, kosten aber auch im Stillstand Geld.
Möglich wird die Shareconomy durch drei Entwicklungen der vergangenen Jahre, die sich nun gegenseitig befruchten und verstärken. Zu den fast allgegenwärtigen sozialen Netzwerken kommt, dass es nun fast überall Zugang zum Internet mittels mobiler Geräte gibt. Und drittens sind Ressourcenschonung und ethischer Konsum zumindest bei vielen jungen Menschen zu gesellschaftlichen Leitbildern geworden.

Dutzende Geschäftsmodelle beschäftigen sich inzwischen mit der Organisation des Teilens. Es gibt straff organisierte Konzepte, die ein Gut, das dem Unternehmen gehört, wechselnden Nutzern zur Verfügung stellen.
Laut Bitkom-Umfrage stehen denn auch 85 Prozent der Internetnutzer dem Teilen von Dingen grundsätzlich offen gegenüber. Gut die Hälfte ist der Meinung, dass dieser Trend in naher Zukunft wichtiger wird. Besonders beliebt ist das Teilen von Fahrrädern. Entsprechende Dienste haben neun Prozent der Internetnutzer bereits in Anspruch genommen. Das entspricht rund fünf Millionen Personen.

Das gute alte Carsharing ist durch den Einsatz von IT revolutioniert worden, denn nun kann das Auto überall in einem Stadtbereich abgestellt und auch jederzeit angemietet werden. Car2Go und Drive-Now sind die bekanntesten Modelle. Beim Carsharing machen laut Bitkom derzeit zwar nur drei Prozent der Internetnutzer mit. Das Autoteilen habe aber ein enormes Potenzial, so Bitkom-Präsident Dieter Kempf.

Die Telekom will jetzt beweisen, dass das auch für lokale Netzwerke gilt. Nächstes Jahr soll es auch in 255 ICE-Zügen Hotspots geben. Deutschland-Chef Niek Jan van Dammer will übers ganze Land „einen Wlan-Teppich ausrollen“. Für den Konkurrenten Vodafone kommt diese neue Form des Teilens allerdings noch zu früh. Deutschlandchef Jens Schulte-Bockum sagte, es sei noch offen, ob solche Wlan-Lösungen inzwischen tatsächlich massenmarkttauglich seien.

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Cebit 2013
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Die Cebit findet vom 5. bis 9. März 2013 auf dem Messegelände in Hannover statt.

Knapp 4100 Unternehmen aus 70 Ländern zeigen bei der weltgrößten Computermesse Cebit in Hannover ihre Neuheiten.

Das Motto der Cebit 2013 lautet "Shareconomy".

 

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