Die Cebit beginnt, und pünktlich zur Eröffnung der Computermesse in Hannover kommt neue Software auf den Markt. Eine davon wird für Aufsehen sorgen: „White IT Edition“ soll Kinderpornografie im Internet aufspüren und löschen. Das Unternehmen itWatch hat sie entwickelt.
Dem Programm sollen Daten des Bundeskriminalamts einprogrammiert werden. Ob das rechtlich möglich ist, wird gerade geprüft. Das niedersächsische Innenministerium unter Uwe Schünemann (CDU) fördert die Entwicklung der Software.
Das Strafgesetzbuch, Paragraf 184, versteht darunter „pornografische Schriften, die sexuelle Handlungen von, an oder vor Kindern zum Gegenstand haben“. Dazu gehören unter anderem auch Ton- und Bildträger sowie andere Darstellungen.
Strafbar ist die Herstellung und Verbreitung, der Besitz und das Anbieten besagten Materials. Mit Kindern sind unter 14-Jährige gemeint.
Die Freiheitsstrafe liegt bei drei Monaten bis fünf Jahren. Handelt der Täter gewerbsmäßig oder als Mitglied einer Bande, droht ihm eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zehn Jahren.
Mit ihr können sich Nutzer vor dem unbeabsichtigten Zugriff auf kinderpornografische Seiten schützen. Die Software, der kriminelle Vergleichsdaten zugeführt werden sollen, prüft per Hash-Verfahren, ob eine Website kinderpornografische Dateien, Bilder und Videos enthält. Dann werden die Dateien auf der Seite gelöscht oder der Zugriff verweigert. Ganz im Sinne des Bundestags, der das Sperren von Websites aufgehoben hat - zugunsten der Löschung strafrechtlich relevanter Inhalte.
Fraglich bleibt, inwiefern die Software strafrechtlich relevante Inhalte wie Kinderpornografie, die auf fremden Servern liegt, löschen soll. Das gelingt nur in Zusammenarbeit mit den deutschen Behörden - und jenen, in denen die Server stehen. Doch nicht alle Staaten werden kooperieren, und so könnte das Ziel der Software bald verwässert werden.
Nicht nur das Innenministerium in Niedersachsen unterstützt das Anti-Kinderpornografie-Programm. Auch Opferschutzverbände, Sportverbände, alle Landeskriminalämter und Innenministerien der Länder machen sich dafür stark.
Noch läuft die Testphase. Von Mitte 2013 ab soll das Programm Privatleuten kostenlos zur Verfügung gestellt werden. Dann ist auch die Einbindung der Software in Betriebssysteme geplant.
Ob die Software im Kampf gegen Kinderpornografie hilft, wird sich dann zeigen. (fle)
Die Cebit findet vom 5. bis 9. März 2013 auf dem Messegelände in Hannover statt.
Knapp 4100 Unternehmen aus 70 Ländern zeigen bei der weltgrößten Computermesse Cebit in Hannover ihre Neuheiten.
Das Motto der Cebit 2013 lautet "Shareconomy".