Der 11. September hat nicht nur in den USA eine Geschichte: Bis 1973 erfreute sich die sozialistische Regierung Salvador Allendes in der linksliberalen Weltöffentlichkeit großer Sympathie. Der gewaltsame Sturz Allendes durch chilenische Militärs und die CIA rief Empörung und Bestürzung hervor. Mindestens 4000 Tote, 30.000 Verhaftungen und 6000 Flüchtlinge kostete der Putsch, dem die Schreckensherrschaft Augusto Pinochets folgte. Das FR-Magazin erinnert mit einer Sonderausgabe an das Geschehen.
Wie Maria, eine Allende-Anhängerin, den Tag des Putsches in Chile erlebte und danach die vielen Monate im Gefängnis
Maria verließ am 11.9.1973 mit sauberer Kleidung ihr Elternhaus, um ihren Verlobten zu heiraten. Doch dann veränderte der Militärputsch in Chile ihr ganzes Leben. Eine Reportage von Karin Ceballos Betancur. Weitere Beiträge zum Jahrestag finden Sie in unserem Dossier Militärputsch in Chile 1973Mehr
Das hat damals niemand erwartet, wie nachhaltig die Putschisten Chile umkrempeln würden. Das ahnten vor 30 Jahren hiesige Konservative nicht, die den Staatsstreich gegen die demokratisch gewählte Regierung in dem Andenstaat ohne jede Zurückhaltung... Mehr
Mit einer knappen Mehrheit von 36,4 Prozent der Stimmen gewann der Arzt Salvador Allende, Kandidat der Linkskoalition Unidad Popular, am 4. September 1970 die chilenischen Präsidentschaftswahlen. Zahlreiche Dokumente beweisen... Mehr
Minimale Löhne, winzige Renten, mürbe Moral - auch im Tarifrecht hat das Pinochet-Regime bleibende Spuren hinterlassen
FRANKFURT A. M., 8. September. Direkt nach seiner Ankunft in Frankfurt eilt Manuel Ahumada, Generalsekretär des Gewerkschaftsbunds Cotiach, zum Pressegespräch. In Jeans und Shirt, die langen schwarzen Haare nach hinten gebunden... Mehr
Erinnerungen von und an Manuel Medina, der im größten Fußballstadion Chiles die schönsten und die schrecklichsten Tage seines Lebens verbracht hat.
September 1973: Ich habe Angst. Von überall her dringt das Gebrüll von Männern in meine Ohren. Die Männer erteilen Befehle, und es macht diesen Moment so unwirklich, dass die Herumkommandierten keinen Laut von sich geben... Mehr
So groß war die Einigkeit selten. Am 12. September 1973 kannte die in Parteien, Organisationen, Gruppen und Fraktionen von Gruppen gespaltene deutsche Linke nur eines: Solidarität mit Chile.
Dort hatte das Militär am Vortag die demokratisch gewählte Regierung gestürzt. Es war nicht der erste Putsch in Lateinamerika und es sollte nicht der letzte sein. Aber in dem Andenstaat wurde der erste in freien demokratischen Wahlen an die Macht... Mehr
Die chilenische Schriftstellerin Isabel Allende über den 30. Jahrestag des Militärputsches in Chile, ihre Flucht aus der Diktatur und ihr Leben als Linke im Yankee Imperium
Señora Allende, nach dem 11. September 2001 begannen viele Interviews mit der Frage: "Wo waren Sie an diesem Tag, als Sie von dem Terroranschlag auf New York erfuhren?" Wissen Sie noch, wo Sie am 11. September 1973 waren, als Sie erfuhren... Mehr
Ihr Mann Charles Horman wurde 1973 von den chilenischen Militärs ermordet. Konstantin Costa-Gavras machte den Fall mit dem Film Missing berühmt. Im Magazin erzählt Joyce Horman ihre Geschichte.
Sie sind mir noch so nah, diese Tage, in denen die Militärs in Chile meinen Mann Charles ermordet haben. 30 Jahre, in denen ich dafür gekämpft habe, dass die Verantwortlichen, ob Pinochet, ob seine Schergen, ob die CIA oder eben Kissinger... Mehr
Wenn es nach dem Pinochet-Regime und seinen US-amerikanischen Helfern gegangen wäre, hätte Charles Horman zu den Abertausenden gehört, die nach dem September-Putsch spurlos verschwanden. Horman, ein idealistischer Harvard-Absolvent und anfangs wohl... Mehr
Jedes Land hat seine Stimme. In der sich der Protest und die Hoffnung, der Widerspruch und der Traum nach Gerechtigkeit artikulieren. Die Stimme Chiles gehörte Victor Jara. Sie war mächtig, obwohl sie nie forcierte, nie scharf, nie laut wurde... Mehr
Ausgerechnet beim Friseur durchfuhr Miguel Littín der wahrscheinlich größte Schreck seines Lebens. "Seltsam, Sie haben ja gezupfte Augenbrauen," hatte die Friseurin gemurmelt, und das war es, das Schrecklichste, das ihm widerfahren konnte... Mehr
Schon viele Menschen flohen in den Schutz der chilenischen Anden: vor den Folterknechten der Diktatur, vor der Kolonialmacht oder auch nur vor der unerbittlichen Hitze der Wüste Atacama.
Volcán Apagado, 5703 Meter. Diese Berge rufen nicht, sie schreien. Cerro de Tocorpurri, 5808 Meter. Wie eine große Verheißung erheben sich die Vulkane der Anden über dem Flirren der Salzseen, über Staub und Sand... Mehr
LOCAL HERO: NELSON ALVAREZ, GENANNT EL CANELA, ZU DEUTSCH: DER ZIMT.
Mit kraftvollen Worten bot er den Militärs die Stirn und wird dafür nicht nur in seiner Heimatstadt Concepcion bis heute vereehrt: El Canela, Straßenhändler, Anarchist und Dichter.
Die Konsumpaläste "Mall" sind mittlerweile für nicht wenige Chilenen das bevorzugte Ausflugsziel in freien Stunden oder an den Sonntagen. Zuweilen befällt einen die Sorge, diese Malls würden mehr und mehr zu Wallfahrtsstätten einer yankeesierten... Mehr
Das ist hier ja wie in der Schweiz, sollen die ersten Einwanderer ausgerufen haben, als sie die Gegend um die beiden Seen Villarrica und Llanquihue in Augenschein nahmen. Man schrieb das Jahr 1846, die Immigranten stammten aus Hessen, waren Bauern... Mehr