Frankfurt. Die Börse feiert die bankenfreundliche Pläne der Bundesregierung in Sachen Auslagerung von Schrottpapieren. Die Aktien jener Kreditinstitute, die Interesse am Modell Bad Bank geäußert haben, schnellten am Mittwoch nach oben.
Die Aktien der zweitgrößten deutschen Bank, der Commerzbank, kletterten an der Börse um mehr als 15 Prozent auf bis zu 5,19 Euro und waren mit Abstand größter Dax-Gewinner.
Auch die Papiere der Postbank legten rund fünf Prozent auf 19 Euro zu. Beide Institute haben bereits erklärt, der Nutzung einer solchen Auffanglösung für toxische Wertpapiere grundsätzlich offen gegenüberzustehen. Noch sei aber keine Entscheidung gefallen, man wolle das endgültige Gesetz abwarten. Dieses soll an diesem Freitag vom Bundestag beschlossen werden.
Die Wahrscheinlichkeit sei gestiegen, dass die Institute das neue Modell des Bundes für die Auslagerung von risikoreichen Papieren doch noch nutzten, erklärten Analysten von Morgan Stanley in einer Kurzstudie. Das vorgesehene Konzept räume Banken Spielraum ein, bei bereits wertberichtigten Papieren von Wertsteigerungen zu profitieren. Damit werde das Kapital entlastet.
Die Commerzbank hat in eine interne Restrukturierungseinheit risikoreiche Wertpapiere mit einem Marktwert von 38 Milliarden Euro ausgelagert und lässt diese nun von einem Spezial-Team abwickeln. Das Institut ist von der Finanzkrise besonders stark getroffen worden, durch die Übernahme der Dresdner Bank von der Allianz kaufte sie sich zusätzliche Milliardenrisiken ein. Der Bund musste die Bank mit 18,2 Milliarden Euro Kapital stützen und ist künftig mit 25 Prozent plus einer Aktie deren größter Aktionär.
Zudem profitierten die Commerzbank-Aktien am Mittwoch Händlern zufolge von technischen Faktoren. Es gebe Nachholbedarf, nachdem die Titel im ersten Halbjahr mit einem Drittel Wertverlust der schwächste Wert im Dax gewesen seien.
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