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Commerzbank: Mercedes-Manager wird neuer Finanzchef

Die Commerzbank hat einen neuen Finanzchef gefunden. Eine seiner vorrangigen Aufgaben ist es, die erwartete Kapitallücke in Milliardenhöhe zu schließen.

Stephan Engels wird im April seine neue Funktion als Finanzvorstand der Commerzbank antreten.
Stephan Engels wird im April seine neue Funktion als Finanzvorstand der Commerzbank antreten.
Foto: dpa
Frankfurt –  

Die Commerzbank hat eine wichtige Personalie geklärt: Mercedes-Manager Stephan Engels wird als neuer Finanzmanager zu einem der wichtigsten Rädchen im stockenden Getriebe der Commerzbank. Am Freitag stellte das zweitgrößte deutsche Geldhaus Engels als Nachfolger von Finanzvorstand Eric Strutz vor. Zu Engels vorrangigen Aufgaben wird es gehören, die Kapitallücke der Bank zu schließen und sie so vor weiteren Staatshilfen zu bewahren.

Der 49-jährige Engels ist seit 2007 Leiter für Finanzen und Controlling bei Mercedes-Benz und zugleich Leiter Group Controlling und Reporting der Daimler AG. „Er wird seine langjährige Erfahrung als Finanzchef eines weltweit führenden Automobilunternehmens in die Commerzbank einbringen“, sagte Commerzbank-Aufsichtsratschef Klaus-Peter Müller.

Engels hat wie sein Vorgänger Strutz Wirtschaftswissenschaften in St. Gallen studiert. Bereits im August war bekannt geworden, dass der bisherige Commerzbank-Finanzchef das Unternehmen aus privaten Gründen verlassen will. „Ich bin recht jung in diese Position gekommen und hatte nie Zeit, mich so um meine Familie zu kümmern, wie ich es gern getan hätte“, hatte er damals gesagt. Der 46-Jährige ist verheiratet und hat zwei Kinder. 2003 war der promovierte Betriebswirt mit 38 Jahren zum Finanzchef der Commerzbank ernannt worden und 2004 auch in den Vorstand aufgerückt.

Strutz hatte die Commerzbank zunächst erfolgreich durch die Finanzkrise geführt. 2008 geriet die Bank dann allerdings nach der Übernahme der Dresdner Bank ins Trudeln und wurde im darauf folgenden Jahr teilverstaatlicht. Derzeit hat die Commerzbank mit einer Finanzlücke im Milliardenbereich zu kämpfen. Sollte eine neue Kapitalerhöhung nötig werden, wäre es die zentrale Aufgabe des neuen Finanzchefs, am Markt um Investoren zu werben.

Aufsichtsrat berät über Kapitallücke

Medienberichten zufolge sollte es im Commerzbank-Aufsichtsrat am Freitag eben darum gehen: Vorstandschef Martin Blessing wollte dem Gremium nach „Welt“-Informationen ein vorläufiges Maßnahmenpaket vorlegen, um keine zusätzlichen Staatshilfen in Anspruch nehmen zu müssen. Mit dem Abbau von risikogewichteten Aktiva in Höhe von rund 30 Milliarden Euro wolle die Bank ihr Kernkapital um drei Milliarden Euro erhöhen.

Weitere fünf bis sechs Milliarden Euro könnten laut Bericht aus der Umwandlung von sogenanntem Hybridkapital kommen. Dazu solle bis Mitte des kommenden Jahres rund eine Milliarde Euro Gewinn einbehalten werden. Die Commerzbank wollte den Bericht nicht kommentieren. (dpa)

Datum:  2 | 12 | 2011
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