Frankfurt. Der Einstieg des Staates bei der Commerzbank ist perfekt. Die Aktionäre stimmten am Samstag auf der Hauptversammlung der milliardenschweren Kapitalspritze des Bundes zu, durch die der Staat 25 Prozent plus eine Aktie erhält und zum größten Anteilseiger des Instituts aufsteigt.
Damit gehen künftig keine weitreichenden Entscheidungen des Commerzbank-Vorstands an der Bundesregierung mehr vorbei. 97,72 Prozent des bei der Hauptversammlung anwesenden Kapitals sprachen sich für die Kapitalerhöhung aus, wie die Commerzbank am Samstagabend mitteilte.
Mit dem Einstieg des Bundes erhält die Commerzbank auch neue Aufsichtsräte. Die Anteilseigner wählten Ex-Bundesbank-Vorstand Edgar Meister und Münchener-Rück-Chef Nikolaus von Bomhard als Vertreter des Staates in das Kontrollgremium. Zudem schickte die Allianz ihr Vorstandsmitglied Helmut Perlet hinein.
Viele Kleinaktionäre aktzeptierten den Staatseinstieg nur mit Widerwillen. "Der Preis, den wir dafür zu zahlen haben, ist hoch", monierte etwa Aktionärsvertreter Klaus Nieding von der Deutschen Schutzvereinigung für Wertpapierbesitz (DSW). "Binnen eines Jahres ist das strahlende Gelb unserer Commerzbank fahl geworden." Auf Kritik stieß vor allem die Übernahme der Dresdner Bank, wegen der die Commerzbank mit insgesamt 18,2 Milliarden Euro vom Staat gestützt werden musste.
Die Commerzbank-Aktie verlor seit dem fast fünf Milliarden Euro schweren Zukaufs Anfang des Jahres drastisch an Wert - heute ist das Papier gerade noch rund fünf Euro wert. Bankchef Martin Blessing verteidigte den Dresdner-Bank-Kauf und die Staatshilfen. "Wir halten dies für dringend erforderlich, um den nachhaltigen Erfolg abzusichern und die Commerzbank für alle Unwägbarkeiten wetterfest zu machen." (rtr)
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