Von einer Kapitallücke von fünf Milliarden Euro bei der Commerzbank ist die Rede. Um das Geld aufzutreiben hat Bankchef Martin Blessing ein Maßnahmenpaket vorgestellt, bei dem kaum etwas ausgeschlossen wurde – abgesehen von erneuten Staatshilfen. Als Teil dieses Pakets will die Bank nun für 600 Millionen Euro eigene Anleihen zurückkaufen. Dieser Rückkauf ist für die Commerzbank ein gutes Geschäft, denn die Anleihen haben seit ihrer Ausgabe deutlich an Wert verloren. Zuletzt notierten sie nur noch bei 35 bis 43 Prozent des einstigen Wertes.
Zahlt die Bank nun wie geplant 40 bis 52,5 Prozent des Ausgabewertes an die Eigentümer, kann sie mit 600 Millionen Euro Papiere im Nominalwert von 1,1 Milliarden aufkaufen und sich die Differenz zwischen gezahltem Preis und Nominalwert als Gewinn gutschreiben. Die Commerzbank beschrieb gestern ihr Vorhaben als „Maßnahme zur Stärkung der Kapitalstruktur“. Experten bezeichnen es allerdings eher als Tropfen auf den heißen Stein – eine Einschätzung, die Anleger offenbar teilen: Die Commerzbank-Aktie gab gestern zeitweise mehr als sieben Prozent ihres Wertes ab.
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