Der Steuerzahler sollte auf eine Hausse der Bankaktien hoffen. Denn damit der Bund sich ohne Verluste aus seinem Engagement bei der Commerzbank verabschieden kann, muss der Aktienkurs noch kräftig zulegen.
Nachdem am vergangenen Donnerstag die letzte Minitranche von knapp fünf Millionen Euro an den Bankenrettungsfonds geflossen ist, kann sich Commerzbank-Chef Martin Blessing damit brüsten, dass er die Rückzahlung der Staatshilfen überraschend schnell vorantreibt. Dank einer gigantischen Kapitalerhöhung konnte er dem Bund in den vergangenen Wochen rund 11,55 Milliarden Euro überweisen.
Doch der Bund bleibt mit 25 Prozent plus einer Aktie größter Einzelaktionär des Instituts. Dafür hat der Bund die Kapitalerhöhung im großen Stile mitgetragen, er wandelte einen Teil der Stillen Einlage, die er in der Krise eingegangen war, in Aktien um und hält nun statt 295 Millionen knapp 1,3 Milliarden Papiere. Jede einzelne Aktie hat ihn im Schnitt 3,71 Euro gekostet. Das macht 4,73 Milliarden Euro. Der Bund ist also noch mit rund 6,6 Milliarden Euro bei der Commerzbank engagiert, über die Stille Einlage und in Form von Aktien. Das war schon einmal deutlich mehr: Anfang 2009 hatte der Steuerzahler über den Bankenrettungsfonds 18,2 Milliarden Euro in die Commerzbank gesteckt.
Und dieses Geld war nicht vom Himmel gefallen. Der Staat musste sich den Betrag am Kapitalmarkt leihen, wo er als untadeliger Schuldner aber sehr günstige Konditionen erhält. Geht man davon aus, dass der Staat sich das Geld zu einem durchschnittlichen Zinssatz von 2,5 Prozent pro Jahr leihen konnte, entstanden dem Bund in den zweieinhalb Jahren seit dem Einstieg eine Zinsbelastung von 1,1 Milliarden Euro.
Hoffnung auf die Zukunft
Das derzeitige Engagement und die Zinskosten addieren sich auf 7,7 Milliarden Euro. Davon muss man noch eine Abschlagszahlung von gut einer Milliarde abziehen, die Commerzbank und Bund bei den Verhandlungen über den Teilausstieg vereinbarten. Unterm Strich hat die Rettung der beiden nun vereinten privaten Großbanken den Steuerzahler bis heute also etwa 6,7 Milliarden Euro gekostet.
Zum Teil sind die Kosten durch Werte gedeckt. Einmal durch die verbleibende Stille Einlage von 1,9 Milliarden Euro, die das Institut bis Ende 2014 zurückzahlen will. Und durch das Aktienpaket, dessen Wert mit jeder Zuspitzung der Schuldenkrise sinkt. Aktuell ist es bei einem Aktienkurs von 3,08 Euro rund 3,9 Milliarden Euro wert. Summa summarum beläuft sich das Engagement des Bundes bei der Commerzbank damit auf 5,8 Milliarden Euro.
So gerechnet hat der Steuerzahler bislang einen Verlust von 900 Millionen Euro gemacht. Es bleibt nur die Hoffnung auf die Zukunft: Ende des Jahres läuft die Haltefrist für die Aktien im Bundesbesitz ab. Kann der Bund mit dem Verkauf 4,8 Milliarden Euro erlösen, käme der Steuerzahler ohne Verluste aus der Geschichte heraus. Dafür wäre allerdings ein kleines Kursfeuerwerk nötig. Die 1,3 Milliarden Papiere müssten durchschnittlich 3,69 Euro erlösen. Auf der Basis des aktuellen Kurses ist das ein Plus von beinahe 20 Prozent.
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