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Finanzbranche: Commerzbank mit roten Zahlen

Die mit Milliarden gestützte Commerzbank kommt nicht aus den roten Zahlen. Dennoch will die Bank schon bald auf einen Teil der Staatshilfe verzichten und Garantien vorzeitig zurückgeben. Von Bernd Salzmann

Die Eingliederung der Dresdner Bank in die Commerzbank hat bereits zu einem deutlichen Arbeitsplatz-Abbau geführt.
Die Eingliederung der Dresdner Bank in die Commerzbank hat bereits zu einem deutlichen Arbeitsplatz-Abbau geführt.
Foto: Foto: dpa

Die Commerzbank hat noch eine lange Durststrecke vor sich. Deutschlands zweitgrößte Bank, die für das zweite Quartal nach Steuern ein Minus von 763 Millionen Euro ausweisen musste, wird die Folgen der Rezession erst noch zu spüren bekommen.

Im Privatkundengeschäft rechnet sie in diesem Jahr angesichts zunehmender Unternehmensinsolvenzen und steigender Arbeitslosenzahlen mit einer weiter wachsenden Ausfallrate bei Konsumentenkrediten. Erste Anzeichen deuteten bereits auf eine "allmähliche Verschlechterung der Portfolioqualität hin", heißt es in dem am Donnerstag veröffentlichten Zwischenbericht des Instituts. Im kommenden Jahr dürfte dann eine größere Zahl von Kunden Immobilienkredite nicht mehr bedienen können, weshalb die Bank auch in diesem Geschäft mit einem deutlichen Anstieg der Risikovorsorge rechne.

Weitere Risiken lauern im Geschäft mit Mittelstandskunden. "Für die nächsten zwölf bis 18 Monate rechnen wir mit weiterem Restrukturierungsbedarf und einer zunehmenden Zahl an Insolvenzen", heißt es in dem Zwischenbericht. Dadurch würden die Risikokosten steigen und den Anspruch an die Bruttomarge erhöhen. Mit anderen Worten: Die Mittelstandskunden der Commerzbank müssen sich auf höhere Zinsen gefasst machen.

Vor diesem Hintergrund ist fraglich, ob es der teilverstaatlichten Bank gelingen wird, in diesem Jahr die vereinbarten Zinsen für die stille Einlage des Bundes in Höhe von 1,5 Milliarden Euro zu bezahlen. Finanzvorstand Eric Strutz wollte sich dazu in einer Telefonkonferenz mit Jounalisten zum jetzigen Zeitpunkt nicht äußern. Alles hänge davon ab, wie sich das zweite Halbjahr entwickle, sagte er. Die EU hat der Commerzbank die Vorgabe gemacht, die vereinbarten Zinszahlungen in diesem und im nächsten Jahr nicht aus den Reserven zu leisten.

Der Manager betonte, dass die Commerzbank den Mittelstand auch in einer schwierigen Zeit nicht im Stich lasse. Deutschen Unternehmen stünde das Rekordkreditvolumen von 134 Miliarden Euro zur Verfügung. Die Commerzbank führe damit das größte Unternehmenskreditbuch aller privaten Banken. 45 Milliarden Euro davon seien von den Unternehmen noch gar nicht abgerufen worden.

Unterm Strich sieht Strutz die Bank auf dem richtigen Weg. Das Institut schrieb im zweiten Quartal zwar immer noch einen operativen Verlust von 201 Millionen Euro nach 131 Millionen im Vorjahreszeitraum. Gegenüber dem ersten Quartal 2009 mit minus 591 Millionen sind die Fortschritte jedoch offenkundig. Von Reuters befragte Analysten hatten im Schnitt einen operativen Fehlbetrag von 351 Millionen erwartet.

Belastet wurde das Ergebnis der Bank durch eine höhere Risikovorsorge für faule Kredite von 993 Millionen Euro. Das sind rund 150 Millionen mehr als im ersten Quartal und gut doppelt so viel wie im Vorjahrszeitraum.

Da der Finanzbedarf der Commerzbank von 20 Milliarden Euro im ersten Halbjahr über den Kapitalmarkt gedeckt werden konnte, will das Institut fünf Milliarden Euro der vom Staat erhaltenen Garantien früher als geplant zurückgeben. Dadurch spart es Gebühren. Die Kernkapitalquote der Bank lag per Ende Juni bei 11,3 Prozent nach 10,2 Prozent zum Ende des ersten Quartals. (mit rtr)

Autor:  Bernd Salzmann
Datum:  6 | 8 | 2009
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