Irgendwann werden Wissenschaftler einmal von den Neuen Asozialen schreiben, so wie sie vor Jahren einmal über die Neuen Armen geschrieben haben. Dann allerdings wird einer ganz anderen Klientel ihre Aufmerksamkeit gelten als den Hartz-IV-Empfängern.
Die Neuen Asozialen leben nicht in Obdachlosenasylen und Sozialwohnungen, sondern in Villen und Luxusappartements. Sie haben Unternehmen in den Sand gesetzt und trotzdem zig Millionen Abfindung kassiert, als ihnen längst Erfolglosigkeit attestiert wurde.
Sie lassen Charakter und Ehrgefühl vermissen. Sie sorgen dafür, dass die Marktwirtschaft endgültig in Misskredit gerät - und kleine Jungs doch lieber wieder Feuerwehrmann werden wollen als Investmentbanker.
Bundespräsident Horst Köhler hatte in seiner vielbeachteten Rede Anfang der Woche Entschuldigungen von jenen Bankern eingefordert, die für den Niedergang ihrer Branche verantwortlich sind. Wird er noch einmal seine Hand ausstrecken, wenn er über die Einkünfte des Vorstandes der Dresdner Bank liest?
Besser, er täte es nicht. Besser, die Politik würde reagieren statt tatenlos zuzuschauen. Die USA haben eine Strafsteuer auf den Weg gebracht, damit Boni- und Abfindungsjäger nicht auch noch in der Krise triumphieren können. Nach der Unverschämtheit der Dresdner-Banker ist es dafür auch in Deutschland höchste Zeit.
Denn die Banker beweisen, dass die Idee der Marktwirtschaft längst pervertiert ist. Es geht den Neuen Asozialen längst nicht mehr um die Anerkennung ihrer Leistung, sondern nur noch ums Abkassieren. Frei nach dem Motto: Wer es einmal nach oben geschafft hat, hat für sein Leben und das seiner Kindeskinder finanziell ausgesorgt.
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