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Kommentar zur Commerzbank: Mutig

Die Commerzbank bemüht sich, ihre Schulden beim Steuerzahler zu begleichen. Das ist erfreulich. Fraglich bleibt nur, ob Vorstandschef Martin Blessing seine ehrgeizigen Zahlungsziele auch erreicht.

Anna Sleegers
Anna Sleegers

Wenn das kein Beispiel für gelungene Regulierung ist! Um zu verhindern, dass sich die Banken auf Subventionen ausruhen, hat der Gesetzgeber die Gehälter der Vorstände an die Rückzahlung der Staatshilfen geknüpft. Statt sich über die gierigen Banker zu mokieren, können sich die Steuerzahler daher freuen, dass sich die Banker (aus welchen Motiven auch immer) darum bemühen, ihre Schulden zu begleichen.

Im konkreten Falle der Commerzbank bleibt allerdings abzuwarten, ob Vorstandschef Martin Blessing seine ehrgeizigen Zahlungsziele auch erreicht. Es wäre nicht das erste Mal, dass die Commerzbank Hoffnungen sät, denen sie später nicht gerecht werden kann oder will.

Man erinnere sich nur daran, mit welcher Euphorie die ewige Nummer zwei der privaten Kreditwirtschaft die Dresdner Bank übernahm – mitten in der Finanzkrise. Zweieinhalb Jahre später ist von der damaligen Begeisterung wenig geblieben. Das Privatkundengeschäft, in dem das fusionierte Institut damals in völlig neue Höhen vorstoßen wollte, entwickelt sich schlecht. Die Kundenzahl stagniert trotz Wechselprämien für Neukunden. Und ohne die Direktbanktochter Comdirect hätte der Geschäftsbereich im vergangenen Jahr sogar Verluste geschrieben.

„Wir haben die Komplexität des Zusammenschlusses vielleicht unterschätzt“, sagte Blessing am Mittwoch. Man kann ihm dafür Ehrlichkeit zugutehalten. Man kann aber auch die Frage stellen, ob man nach Fehleinschätzungen wie dieser, die bei der Commerzbank ja leider schon eine gewisse Tradition haben, nicht auch Konsequenzen ziehen sollte.

Die Finanzkrise - wie alles begann

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Eine sinnvolle Konsequenz ist ein großer Risikopuffer, den die Commerzbank bereits aufgebaut hat – in Form einer hohen Kernkapitalquote. Dieser Risikopuffer kann vor den möglicherweise existenzbedrohenden Folgen derartiger Fehlentscheidungen oder einer neuen Krise schützen, weil damit im Ernstfall Verluste ausgeglichen werden können. Mit der Idee, das Kernkapital (aus welchen Motiven auch immer) auf ein marktübliches Niveau abzuschmelzen, bewiese die Commerzbank daher wahrscheinlich mehr Mut als gut für sie ist.

Autor:  Anna Sleegers
Datum:  23 | 2 | 2011
Kommentare:  2
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