Die Teuerung in der Euro-Zone zieht an. Ursache ist der Ölpreis, der dieses Jahr um 15 Prozent zugelegt hat. Im Gefolge haben sich Energie und Nahrungsmittel stark verteuert. Laut erster Schätzung von Eurostat betrug die Inflationsrate im März 2,6 Prozent. Sie lag damit so hoch wie zuletzt im Oktober 2008.
Dass die Rohstoffe schuld an der anziehenden Teuerung sind, zeigt die Entwicklung der Kerninflationsrate – also der Teuerung ohne Energie und Nahrungsmittel. Sie beträgt derzeit laut Commerzbank-Schätzung nur 1,1 Prozent.
Dennoch zeigt sich die Europäische Zentralbank (EZB) beunruhigt. Denn durch die teureren Rohstoffe steigen die Kosten der Produktion. Um ihre Gewinne nicht zu gefährden, planen die Unternehmen in Europa deutliche Preisanhebungen. Die EZB will nun verhindern, dass die Gewerkschaften die höheren Preise durch stärkere Lohnanhebungen ausgleichen und damit eine Lohn-Preis-Spirale in Gang setzen. Wie die EZB zu dieser Einschätzung kommt, ist nicht recht einzusehen. Denn von stark steigenden Löhnen ist in der Euro-Zone nichts zu sehen – kein Wunder bei der hohen Arbeitslosigkeit.
Dennoch wird die EZB nächste Woche die Zinsen erhöhen und so die Konjunktur dämpfen. Den deutschen Aufschwung dürfte dies kaum bremsen. Den Preis für die Übervorsicht der EZB zahlen die rezessionsgeplagten Länder Südeuropas – und dort vor allem die Arbeitslosen und die hoch verschuldeten Konsumenten.
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