Nach einem Magazinbericht über eine mögliche Verstaatlichung sind die Aktien der Commerzbank am Montag strak gesunken. Sie fielen nach anfänglichen Gewinnen um bis zu 8,2 Prozent auf 1,38 Euro. Die Gedankenspiele des Bundes zu den Optionen einer Hilfe für das Kreditinstitut seien keine große Überraschung, schrieb Equinet-Analyst Philipp Häßler. Gleiches gelte für das geringe Interesse, die Commerzbank-Immobilientochter Eurohypo in eine staatliche Bad Bank auszulagern.
Stärkung der Kapitaldecke
Zusätzlich Druck auf den Commerzbank-Kurs übte der Rückkauf einer Hybrid-Anleihe aus. Zur Stärkung der Kapitaldecke kommt die angeschlagene Commerzbank den Vorschriften der europäischen Bankenaufsichtsbehörde EBA entgegen und kauft eigenkapitalähnliche Papiere zurück. Insgesamt stellt das Institut dafür 600 Millionen Euro zur Verfügung, um das Hybridkapital aus dem Markt zu nehmen, wie die Commerzbank am Montag in Frankfurt mitteilte.
Da diese Papiere seit der Ausgabe deutlich an Wert verloren haben, kauft die Bank sie unter ihrem Nennwert zurück. Dadurch entsteht ihr ein Buchgewinn. Die EBA erkennt Hybridkapital nicht als hartes Eigenkapital an. Bereits im Januar hatte die Bank solche Papiere zurückgenommen, dafür aber eigene Aktien ausgegeben. Insgesamt hat das Geldhaus nominal noch 2,23 Milliarden Euro Hybridkapital ausstehen.
Bei der Commerzbank fehlen Gerüchten zufolge bei dem aktualisierten Stresstest der EBA bis zu fünf Milliarden Euro, um die Kapitalauflagen erfüllen zu können. Das Institut plant eine Reihe von Maßnahmen, um die Lücke ohne neue Staatshilfen zu schließen. Bereits vorgesehen sind der Verkauf von Randgeschäften, der Abbau von Risiken und die Einbehaltung von Gewinnen. Die Angebotsperiode für den Rückkauf des Hybridkapitals läuft voraussichtlich bis zum 13. Dezember 2011. (rtr/dpa)
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