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14. April 2014

Arheilger Wald in Darmstadt: Neues Leben für die Totenberge

13 Arten Bäume werden derzeit im Arheilger Wald gepflanzt.  Foto: Claus Völker

Die Fair GmbH pflanzt 10.000 Setzlinge im Arheilger Wald als Kompensation für Rodungen - als als Kompensation für insgesamt 20,8 Hektar Wald, die dem gigantischen Bau der Teilchenbeschleunigeranlage „Fair“ weichen mussten.

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Es sieht wüst aus auf dem 2,4 Hektar großen Areal im Arheilger Wald: Abgeschlagene Baumstämme ragen aus dichtem Gestrüpp hervor, nur an den Rändern stehen noch einige hohe Bäume. Der Name des Waldabschnitts trifft die Optik in diesem Fall recht gut: Totenberge.

Doch wenn man genau hinsieht, erkennt man, dass zwischen abgeschlagenen Stämmen und Unkraut kleine, zarte Bäumchen wie einzelne Stöcke hervorlugen. Neues Leben an den Totenbergen – nach dem Kahlschlag vor rund einem Jahr zur Vorbereitung auf die Bepflanzung. Dieser Eingriff in den Wald hat zwar etwas mit der Teilchenbeschleunigeranlage „Fair“ zu tun. Gebaut wird aber nicht hier, sondern ein Stück weiter im Norden neben der bestehenden Forschungsanlage des GSI-Helmholtzzentrums für Schwerionenforschung.

Der Waldabschnitt gehört zu der Fläche, die die Fair GmbH als Bauherrin auf eigene Kosten neu aufforsten oder ökologisch aufwerten muss – als Kompensation für insgesamt 20,8 Hektar Wald, die dem gigantischen Bau weichen mussten. Zu den Umwelt-Ausgleichsmaßnahmen gehört neben der Bepflanzung von bislang unbewaldeten Flächen auch die Umwandlung von kränkelndem in gesunden Wald.

Ein solcher Waldumbau ist in den vergangenen Tagen hier an den Totenbergen geschehen. Oder, besser gesagt, wird in den nächsten Jahren noch geschehen. Denn bis die neuen Büsche in voller Pracht erblühen und die Bäume Früchte tragen, wird es noch dauern. 13 verschiedene Arten wurden gepflanzt, mehr als 10.000 Stück. Darunter Sträucher wie Schneeball, Weißdorn und Hundsrose und Bäume wie Rotbuche, Wildapfel, Spitzahorn und Vogelkirsche.

Zaun schützt vor Verbiss

An diesem Montagmorgen nun bringen Revierförsterin Annerose Stambke und weitere Mitarbeiter des Forstamts und der Baumschule die letzten Setzlinge in die Erde. „Vorher standen hier vor allem Kiefern“, sagt Stambke. Und zwar schon sehr lange, zwischen 90 und 130 Jahre. „Die waren für die Bedingungen hier aber eigentlich nicht standortgerecht.“

Das heißt, die Bäume konnten sich nie optimal anpassen. Und andere Arten hatten keine Chance, sich anzusiedeln. Der Untergrund in dem Gebiet sei sehr sandig, aber nährstoffreich. „Für die neuen Pflanzen sind das ideale Bedingungen.“ Für die alten Kiefern galt das aber eben nicht. Schon in einem Gutachten von 2001 wurde empfohlen, sie zugunsten einer regional-typischen Mischvegetation zu ersetzen.

In den kommenden fünf Jahren umrahmt ein Zaun das neu bestückte Waldgebiet – um die zarten Pflänzchen vor Verbiss durch Tiere zu schützen. Sind sie erst einmal stark genug, dann soll das Waldstück Insekten, Vögeln und anderen Waldbewohnern Schutz und Nahrung bieten. Angesichts der Rodung von 20,8 Hektar Wald für „Fair“ ist der jüngste Waldumbau nur ein winziger Baustein. Weitere kleinere Flächen wurden bereits aufgeforstet. Ein Großteil des gerodeten Waldes, nämlich 13,6 Hektar, könne allerdings erst nach Abschluss der Bauarbeiten ersetzt werden, sagt „Fair“-Sprecherin Antje Stohl: nämlich auf dem Gelände selbst. Das geht deshalb, weil weite Teile der Beschleunigeranlage unterirdisch verlaufen – darüber kann also wieder neuer Wald entstehen.

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Bis die neuen Bäume an den Totenbergen so stattlich sind wie die gefällten Kiefern, wird noch lange dauern. „Irgendwann werden sie mal um die 30 Meter hoch sein“, sagt Annerose Stambke mit Blick auf die Setzlinge. „Aber das werden wir wahrscheinlich nicht mehr erleben.“ (mmi)

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