Die Brückenbauarbeiten am Darmstädter Autobahn-Dreieck kommen bislang planmäßig voran. Ab heute können von Süden kommende Autofahrer die Abfahrt Darmstadt an der A 5 wieder benutzen.
Die Bahn hat längst den geordneten Rückzug von ihrer Planung eingeleitet, aber auf den Bauzeichnungen von Hessen Mobil ist sie noch in voller Pracht zu bewundern: die ICE-Neubaustrecke Frankfurt-Mannheim. Die Züge würden demnach an der Ostseite des Autobahndreiecks Darmstadt im Tunnel vorbeirasen.
Die unruhige Nachbarschaft bleibt nicht ohne Auswirkungen auf den Neubau der Brücke des Rheinstraßen-Zubringers A 672: An dessen östlichem Ende werden vier Stahlbeton-Pfähle weitere 25 Meter tief in den Untergrund gerammt, um das Brückenbauwerk gegen die Erschütterung durch Hochgeschwindigkeitszüge zu wappnen. Ob diese jemals kommen werden? Bislang ist offiziell nichts entschieden.
Und weil alle Möglichkeiten offenbleiben sollen, stehen zwei Arbeiter mit ihren Gummistiefeln im Schlamm und dirigieren den mächtigen Seilbagger: Schwerstarbeit im wahrsten Sinn des Wortes, doch der damit verbundene Lärm geht unter im Dauergedröhn des Autobahnverkehrs.
Paul Faflik muss gegen den Lärm anbrüllen. Er wacht als Projekt-Ingenieur bei Hessen Mobil, der ehemaligen Straßen- und Verkehrsverwaltung des Landes, über die Arbeiten an dem 40 Jahre alten Brückenbauwerk. Voraussichtlich im Herbst wird es komplett von der Bildfläche verschwinden.
Für den Abriss muss die A 5 ein Wochenende lang komplett gesperrt werden – voraussichtlich Ende Oktober. Um die Verkehrsbehinderungen ansonsten so gering wie möglich zu halten, folgen die Arbeiten zur Errichtung einer neuen Brücke einem ausgeklügelten 13-Phasen-Plan. Der heutige Donnerstag markiert den Übergang zu Phase 3.
Für die Autofahrer bedeutet das neue Umstellungen, verbunden mit einer guten und einer schlechten Nachricht: Die Fahrt über die Brücke der A 672 Richtung Darmstadt ist nun auf eine Fahrspur verengt. Dafür wird heute die zwischenzeitlich gesperrte Abfahrt Darmstadt aus Richtung Süden wieder freigegeben.
Das grundlegende Schema des Brücken-Neubaus erläutern Paul Faflik und Jürgen Hornung, der die örtliche Bauaufsicht hat: In der anstehenden Phase 3 wird die neue Brücke errichtet, jedenfalls deren südliche Hälfte – angrenzend an das alte Bauwerk, über das einstweilen noch der Verkehr rollt. Voraussichtlich Ende März wird es eine erste nächtliche Vollsperrung der A 5 geben, um die Stahlträger des Neubaus auf die Stützen zu legen.
„Bis zum Heinerfest“, wagt Faflik eine optimistische Schätzung, „sollte die neue Brücke fertig sein.“ In der Folgezeit wird der Verkehr der A 672 auf verengten Spuren auf die neue Brücke umgelegt. Dann folgt der Abriss des Altbaus. Anschließend wird über dem wieder fließendem Verkehr auf der A 5 die nördliche Hälfte der neuen Brücke gebaut.
Währenddessen verschiebt sich das Bauwerk folgerichtig um eine halbe Brückenbreite nach Süden. Zugleich wird die Fahrbahn einen guten Meter höher verlaufen, da die neue Brücke nur noch einen statt der bisherigen zwei Träger haben wird und deswegen stärker gebaut werden muss.
Als Schlussdatum für die gesamte Baumaßnahme steht der 7. November 2014 im Plan. Wenn weiterhin alles glattgehe, wagt Faflik eine vorsichtige Prognose, könne man jedoch vielleicht schon im Spätsommer kommenden Jahres die Baustelle wieder räumen. (bad.)
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