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16. Januar 2013

Bufdi und FSJ : Weniger Helfer

Ein Einsatzgebiet für die freiwilligen Helfer ist der Rettungs- und Sanitätsdienst.  Foto: André Hirtz

Bufdis und FSJler können fehlende Zivildienstleistende nicht vollständig ersetzen. Einen Anreiz bietet aber das Kindergeld, das Teilnehmer bis zu ihrem 25. Lebensjahr zusätzlich erhalten.

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Darmstadt-Dieburg –  

2012 war das erste volle Jahr, in dem soziale Einrichtungen auf Zivildienstleistende verzichten mussten. Zwar gibt es jetzt die Teilnehmer am Bundesfreiwilligendienst, kurz Bufdis, und weiterhin die des Freiwilligen Sozialen Jahrs, die FSJler. Aber die reichen nicht aus, um die Lücke zu schließen, sagen Kritiker.

„Die Zivis fehlen überall“, meint auch Reinhard Born, Technischer Leiter der Johanniter-Unfall-Hilfe in Griesheim. „Es gab mal 90.000 Zivis, jetzt gibt es 35.000 Bufdis.“ Früher hätten mehr als 50 Zivis ausgeholfen, etwa beim Krankentransport und beim Fahrdienst für Behinderte. Heute würden ihm nur noch 24 Bufdi- und fünf FSJ-Stellen vom Bund gefördert. Sechs FSJ-Plätze sind zurzeit zu haben, Arbeitsbeginn im Februar.

Etliche Bewerber müssten die Johanniter ablehnen, weil sie zu jung seien. Zivis waren automatisch volljährig, Bufdi kann jeder werden, sobald die Vollzeitschulpflicht erfüllt ist. Vom ersten doppelten Abitur-Jahrgang hatte sich Born mehr Interessenten erhofft. Er vermutet, dass sich die Dienste im Darmstädter Raum gegenseitig die Helfer streitig machen. „Daran zeigt sich, dass der Kuchen der verfügbaren Kräfte kleiner geworden ist.“

Abbrecher bereiten Sorgen

Das Familienministerium, das die Bufdi- und FSJ-Plätze finanziert, sieht das naturgemäß anders. „Der Bufdi hat den Zivi praktisch kompensiert“, sagt Sprecher Christoph Steegmans. 35.000 Bufdis plus 47.000 FSJler mache 82.000 Helfer im Jahr. „Die 90.000 Zivis arbeiteten ja nur noch für ein halbes Jahr, deshalb müssen wir mit 45 000 rechnen.“ Abgesehen davon: Die Mittel des Ministeriums reichten ohnehin nicht für eine Ausweitung der Bufdi-Förderung. „Erst hieß es, wir finanzieren alles. Dann hat das Ministerium schnell den Geldhahn zugedreht“, sagt Julia Maas vom Diakonischen Werk in Hessen und Nassau. Nach ihrer Erfahrung macht es auf jeden Fall einen Unterschied, ob die Helfer automatisch kommen – wie früher die Zivis – oder nicht. Von den 430 Plätzen im Einzugsgebiet der Evangelischen Kirche blieben in diesem Jahrgang 100 unbesetzt.

„Das Einsatzspektrum für Bufdis ist viel größer als das für Zivis“, sagt Tim Wittwer, Geschäftsführer des Kreisverbands Dieburg des Deutschen Roten Kreuzes (DRK). Die neuen Möglichkeiten bereiten aber auch Probleme: Im Fahrdienst, ein eher leichter Job, werden jetzt vom DRK im Kreis statt Zivis ältere Menschen und Minijobber eingesetzt, während die Bufdis und FSJler Aufgaben übernehmen sollen für die sich viele Bewerber nicht eignen.

Positive Entwicklung

Drei FSJ-Stellen sind beim Kreis-DRK offen, teils seit anderthalb Jahren. Zumindest der Bundesfreiwilligendienst sei aber deutlich beliebter geworden, seit der Gesetzgeber Ende 2011 beim Kindergeld nachgebessert hat, sagt Wittwer: Seit Januar 2012 bekommen Bufdis ebenso wie ihre FSJ-Kollegen diese Stütze als Ergänzung zu ihrem Taschengeld bis zum 25. Lebensjahr.

Diesen positiven Effekt hat auch Markus Hennemann bemerkt. Dem Geschäftsführer des Kreisverband Darmstadt-Dieburg der Arbeiterwohlfahrt (AWO) bereitet die Arbeit ohne Zivis ohnehin etwas weniger Kopfzerbrechen. „Wir haben jetzt genau so viele Bufdis und FSJler, wie wir früher Zivis hatten.“ Einen Wermutstropfen gibt es für Hennemann allerdings: „Die Sicherheit, dass jemand ein Jahr lang bei uns bleibt, gibt es jetzt nicht mehr.“ Um die Abbrecherquote zu verringern, bietet die AWO an, dass Interessierte zum Probe-Arbeiten vorbeikommen können. (ers.)

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