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04. März 2014

CDU Darmstadt: Huber fühlt sich missbraucht

Damals noch einträchtig: Charles Huber und Karin Wolff im August 2012  Foto: Roman Grösser

Der CDU-Bundestagsabgeordnete Charles Huber wirft seiner eigenen Partei Neid und Missgunst vor. Laut Huber habe das Zerwürfnis mit der Darmstädter CDU schon früh begonnen. Der ehemalige Schauspieler weist die Kritk an seiner mangelnden Präsenz im Wahlkreis zurück.

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Darmstadt –  

Nach dem spektakulären Schritt, dass die CDU im Wahlkreis Darmstadt nicht mehr auf ihren Bundestagsabgeordneten Charles M.Huber setzt, erhob der frühere Schauspieler gestern seinerseits schwere Vorwürfe gegen seine Parteifreunde.

Huber, zurzeit im Senegal, sagte auf Anfrage, das Zerwürfnis habe schon sehr früh begonnen. So habe es ein sogenanntes D 3-Konzept – drei aus Darmstadt – für einen gemeinsamen Bundestags- und Landtagswahlkampf gegeben. Schnell habe er gemerkt, dass der Glanz seiner Kandidatur auch auf die beiden Landtagskandidatinnen Karin Wolff und Irmgard Klaff-Isselmann fallen sollte. „Ich sollte also missbraucht werden“, sagte Huber am Telefon, „und habe gesagt: Es gibt kein D 3. Ich lasse mich auf keine Schiene setzen, die nicht zielführend ist.“

Wolff, die sich im Auftrag ihrer Partei in Berlin nach einem geeigneten Bundestagskandidaten umgesehen und der Findungskommission unter anderem Charles M. Huber präsentiert hatte, betonte, es habe zwar einen solchen Entwurf der Jungen Union gegeben, D 3 sei aber nie Realität geworden. Sie wolle keine schmutzige Wäsche waschen und sich nicht zu den Gründen des Zerwürfnisses äußern. Nur so viel: Huber sei von großen Hoffnungen begleitet gestartet. Doch im Lauf der Zeit hätten sich unterschiedliche Wege gezeigt, Politik und Wahlkampf zu machen.

Selbst nach dem „Aufschlag“ nach der Wahl – Huber hatte seiner Partei mangelnde Unterstützung im Wahlkampf vorgeworfen – habe man gehofft, das reparieren zu können. Die Parteiführung habe das Gespräch mit Huber gesucht, „aber zum Teil nicht gefunden“. Schließlich sei man aber zur Einsicht gekommen: „Wir können auch ohne ihn.“

Huber wies auch den Vorwurf mangelnder Präsenz im Wahlkreis zurück. Zunächst sei es nach der Wahl in Berlin doch völlig unklar gewesen, wie es weiter gehe: „Welcher Partner stehe für eine Regierung zur Verfügung? Gibt es am Ende Neuwahlen?“ Zudem sei er damit beschäftigt gewesen, sich in der Hauptstadt einzurichten. Je besser die Presseberichterstattung über ihn geworden sei, desto länger die Gesichter der CDU in Darmstadt. Neid und Missgunst hätten zugenommen.

Vorwürfe gegenüber Kotoucek

Das habe sich, so Huber, auch gezeigt, als er der Stadt Darmstadt einen Investor für die Lincoln-Siedlung präsentieren wollte. „Meine Partei wollte das mit mir aber nicht machen“. Kurz danach habe der Bauverein seine Absicht bekannt gegeben, die Siedlung zusammen mit der Stadt zu kaufen. Einen Termin dort habe er aber nie bekommen. Dahinter stecke der CDU-Kreisvorsitzende Ctirad Kotoucek. Huber warf ihm vor, hinter dem Beschluss zu stecken, nicht mehr mit ihm zusammen zu arbeiten. Der Kreisvorsitzende der CDU im Landkreis und jetzige CDU-Generalsekretär in Hessen, Manfred Pentz, trage wohl nur aus Solidaritätsgründen mit der Darmstädter CDU diesen Beschluss gegen ihn mit. Pentz wollte sich gestern nicht zu dem Zerwürfnis mit Huber äußern.

Kotoucek sagte, bis zuletzt habe man einen Draht zu Huber gesucht, aber nicht gefunden. Es sei auch falsch, dass es bei den Krisentreffen mit ihm nur, wie von Huber behauptet, darum gegangen sei, dass dessen Wahlkampfleiterin ein Büro in der CDU-Geschäftsstelle am Steubenplatz verwehrt worden sei. Huber habe anfangs ein Höchstmaß an Unterstützung gehabt: „Umso mehr hat Hubers Boykott-Vorwurf die eigene Basis vor den Kopf gestoßen.“

Huber kündigte an, da er einen Wählerauftrag habe, werde er sich weiter für die Region einsetzen: „Ich habe ein weltweites Netzwerk und weltweite Aufmerksamkeit durch meine Kandidatur bekommen. Das werde ich einsetzen.“ (ryp)

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