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19. Januar 2013

Contel-Hotel: Las Vegas am Tacke-Knoten

Obwohl schon mehr als 20 Jahre alt, wirkt das Ambiente des Contel-Hotel immer wieder faszinierend. Foto: Claus Völker

Das Contel-Hotel ist seit Jahren wohl einer der wunderlichsten Orte Darmstadts.

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Mit dem einen Bein in Palermo, mit dem anderen Bein auf dem Piz Palü. Oder mit einer Pobacke auf Kreta, mit der anderen am Kalterer See. Das geht im Contel-Hotel an der Otto-Röhm-Straße, wohl einem der wundersamsten Orte Darmstadts. Dieser Ort ist nicht groß, ein Inselchen im Winkel größerer Straßen – und doch ist da nahezu die ganze Welt versammelt und miteinander verschmolzen.

Entspannen, erholen. Zwischen Zoo-Markt, Möbel-Markt, Auto-Markt. Die Gegend ist fast eine Art Las Vegas. Urlaub am Tacke-Knoten also. Seit mehr als 20 Jahren schon ist das Contel-Hotel dort zu Hause. Und doch wirkt es bei jeder Begegnung erneut faszinierend fremd, so als habe ein Hollywood-Regisseur soeben die kunterbunte Gebäude-Kollektion als Kulisse für einen Fantasy-Film aufschlagen lassen.

Dass nicht Architekten, sondern Requisiteure die Herberge gestaltet haben, teilt sich schon außen mit. Umgeben ist der Kern des Komplexes von einer münsterländischen Fachwerkscheune, einem japanischen Tempelteich samt feuerrotem Holzbrückchen, feuchten Felsen mit Miniaturwasserfall und einem arkadischen Skulpturengarten. Die Legende geht, damit habe sich Hotelier Alfred Haag selbst ein Denkmal setzen wollen.Draußen, das ist freilich nichts im Vergleich zu drinnen. Denn was draußen gleichsam additiv präsentiert wird, entspricht drinnen den neusten Ansprüchen der Inklusion. Da steht nichts nebeneinander, da gehört alles zueinander: Schweres Ponderosa-Gebälk ruht auf schlanken Marmorsäulchen, alpine Anmutung kreuzt sich mit maritimen Manieren. Und dazwischen wankt ein Schaukel-Elch.

Ruhigstellung des Publikums

Verspielt wandern adriablaue Fliesenbänder die rustikal-verputzten Wände entlang; über den Köpfen aber spannt sich hier eine rosa Röschen-Tapete, dort eine schilfgrüne Urwaldlandschaft, die den bedrängten Gast bis in die Toilette verfolgt. Das ländliche Vertiko antwortet dem urbanen Clubsessel, über den tomatenroten Plastik-Kleiderständer im poppigen 70er-Jahre-Stil hinweg. Wagenradgroße opake Leuchtschalen hängen Hand in Hand mit barocken Kristall-Lüstern. An der Wand explodiert die Farbenpracht expressiver Ölbilder, vom Hotelier persönlich gemalt.

Fast würde man von visueller Unruhe sprechen – wäre da nicht der frei im Raum positionierte Standard-Heizkörper. Die Wirkung des einzigen gestaltungsfreien Elements ist enorm, weil es dem Gast ganz unerwartet ein starkes Gefühl des Vertrauten vermittelt.

Wo die Bühne handelt, werden die Handelnden zur Staffage. Genau das ist es, was jeder Besucher des Contel-Hotels erlebt: Die Dinge beginnen sich um einen zu drehen, während man selbst sich als Kulisse wahrnimmt. Diese Form der Ruhigstellung des Publikums ist es wohl auch, die das Haus für Tagungen so beliebt macht.

So wäre noch manches zu erwähnen und zu würdigen: der blaue Großschlingenteppichboden oder der wegweisende indische Elefant etwa („Exit Nord“). Doch nichts rundet den Gesamteindruck dieses außerordentlichen Hauses so nachdrücklich ab wie ein Blick auf die Speisekarte. Da empfiehlt der Küchenchef an diesem Tag Schweinefilet mit Rauchfleisch umwickelt und Kalbsbratwurst am Spieß mit einer Schinken-Champignon-Rahmsoße und Rosmarinkartoffeln. (ers.)

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