Im kommenden Schuljahr gibt es an Darmstadts sechs staatlichen Gymnasien rund 700 neue Fünftklässler, aber nicht jedes Kind kann die von den Eltern gewünschte Schule besuchen. Das Staatliche Schulamt ist für die Schülerlenkung zuständig, also die Verteilung der jetzigen Viertklässler auf weiterführende Schulen.
Die kommissarische Leiterin des Amts, Marion Steudel, wies vor der Analyse des Zahlenwerks darauf hin, dass ihre Behörde eine Kontingentslenkung vornehme, also eine Mengenverteilung. "Für die Schüleraufnahme sind allein die Schulleiter verantwortlich." Schulamtsdirektor Horst-Dieter Kaspar erläuterte, dass Eltern laut Hessischem Schulgesetz nur die Wahlmöglichkeit des Bildungsgangs hätten, also keinerlei Anspruch auf einen Platz für ihr Kind in einer bestimmten Schule.
Aus Sicht des Schulamts sind die Schulprofile für Eltern offenbar zweitrangig. Ihnen gehe es in erster Linie darum, ihr Kind an einem der Gymnasien unterzubringen. Kaspar: "Diesbezüglich müssen wir in der Beratung der Eltern initiativ werden."
Run auf die Gymnasien
Im kommenden Schuljahr gibt es an den Gymnasien 25 Eingangsklassen. Die Klassengröße im Gymnasium ist auf 30 Schüler begrenzt, allerdings rechnet das Staatliche Schulamt mit einer Manövriermasse, wie Kaspar sagte. So gibt es Schüler, die eine Klasse wiederholen, und Zuzügler, die sich oft erst kurzfristig einfinden.
Was die Verteilung im Einzelnen betrifft, sprach Kaspar von einem "sagenhaften Run" auf die Justus-Liebig-Schule: Für 112 Plätze gab es 161 Anmeldungen. Ähnlich großen Zulauf hat die Viktoriaschule (Viko), auch sie bietet 112 Plätze, 159 Kinder hatten sie angewählt. Schon im vergangenen Jahr lagen Liebigschule und Viko in der Gunst der Eltern ganz oben. Auch für die Georg-Büchner-Schule gab es mehr Bewerber (148) als Plätze (112).
Anders verhält es sich dagegen mit der Lichtenbergschule, für deren 162 Plätze es 115 Anmeldungen gab, und mit der Eleonorenschule, die für 112 Plätze 102 Bewerber hat. Wie der Schulamtsdirektor berichtete, habe man bei der Verteilung auch der Zweitwahl der Eltern nicht immer entsprechen können. Innerhalb der Stadt gab es 70 Lenkungen.
Die beiden Kooperativen Gesamtschulen, die Gutenbergschule in Eberstadt und die Stadtteilschule Arheilgen, gehen erneut mit je einer Gymnasialklasse ins neue Schuljahr. Die Klassengröße beträgt bislang jeweils 24. Für die drei Integrierten Gesamtschulen Adelungschule, Kästnerschule und Mornewegschule haben sich knapp 250 Schüler angemeldet, für den Realschulzweig an Gutenbergschule und Leuschnerschule 114. In der Stadt gab es lediglich zehn, im Landkreis 20 Anmeldungen für Hauptschüler. (how)

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